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Analyse

Weizenexporte auf Hochtouren, Preise steigen

von , am
24.10.2014

Der europäische Weizenexport läuft weiterhin auf Hochtouren.Auch die Weizenpreise an den deutschen Exporthäfen steigen weiter und ziehen auch die Preise am Binnenmarkt nach oben.

© landpixel
Der europäische Weizenexport läuft weiterhin auf Hochtouren. Das zeigen nicht nur die aktuellen Ausfuhrdaten der EU-Kommission, die einen wachsenden Vorsprung der Weizenexporte gegenüber der Rekordausfuhren aus dem Vorjahr erkennen lassen. Auch die Weizenpreise an den deutschen Exporthäfen steigen weiter und ziehen auch die Preise am Binnenmarkt nach oben. Gleichzeitig sind die Prämien für den weltweit knappen Qualitätsweizen weiter sehr hoch. Am höchsten sind Prämien in diesem Jahr für den besonders knappen Durum. Zusätzlich Auftrieb erhielten die Weizenpreise diese Woche durch Meldungen aus Russland, wo der ausgesäte Winterweizen für die sich wegen Niederschlagsmangel in sehr schlechtem Zustand befindet. Die Weizenverkäufe (Netto) der USA, blieben in der letzten Wiche deutlich unter den Erwartungen und waren mit 2,99 Mio. t nochmals deutliche niedriger als in der Woche zuvor (4,8 Mio. t)
 
Exporte schon 8 Prozent höher als 2013
In den ersten siebzehn Wochen des laufenden Wirtschaftsjahres 2014/15 wurden nach den Daten der EU-Kommission bereits 9,07 Mio. t Weichweizen (Lizenzen) ins Ausland verkauft. Das ist eine 8 Prozent größere Exportmenge als im Rekordjahr 2013/14. Damals wurden bis zu diesem Termin 8,4 Mio. t Weizen exportiert und im Vergleich zum Wirtschaftsjahr 2012/13 (4,92 Mio. t) sind die Exporte derzeit 84 Prozent höher. Bis Oktober verzeichneten jedoch auch die beiden Schwarzmeerländer weiterhin sehr Weizenausfuhren. Allerdings hat sich das russische Exporttempo im Oktober etwas abgeschwächt. Die Ukraine exportierte vom 01. Juli bis 16. Oktober rund 5,95 Mio. t Weizen, Russland verkaufte im gleichen Zeitraum 11,1 Mio. t Weizen ins Ausland. Diese Woche haben die Russen zu gleichen Teilen mit Frankreich und Rumänien einen Zuschlag bei der Weizenauktion des größten globalen Importeurs Ägypten erhalten.
 
Frankreich und Deutschland diese Woche gleich auf
In der aktuellen Abrechnungswoche bis 21. Oktober erreichte die in Drittländer verkaufte Weizenmenge (Lizenzen) einen Umfang von 646.000 t, nach 945.000 t (Rekord) in der Vorwoche und 630.000 t in der Woche davor. In der vergleichbaren Vorjahreswoche (2013/14) lag die Ausfuhrmenge bei 384.000 t und war damit deutlich kleiner. Vor zwei Jahren (2012/13) verkauften die Europäer in dieser Woche 243.000 t Weizen ins Ausland. Größter Einzelexporteur in der aktuellen Woche bis zum 21. Oktober war Frankreich ganz knapp vor Deutschland, mit einer Ausfuhrmenge von 157.000 t (Vw: 348.000 t). Die zweitgrößte Ausfuhrmenge kam mit 153.000 t aus Deutschland (Vw: 211.000 t). Auf Position drei der größten Exporteure lag in der letzten Woche Schweden mit 61.000 t (Vw.: 25.000 t) Weizen. Aus Polen wurden 52.000 t (Vw. 0) Weizen verkauft, aus Lettland 52.000 t (Vw: 30.000 t), aus Rumänien 24.000 t (Vw 146.000 t). Über die niederländischen Exporthäfen wurden 27.000 t (Vw: 11.000) Weizen vermarket.
 
Deutschland hat schon 2,2 Mio. t Weizen verkauft
In den gesamten ersten siebzehn Wochen des aktuellen Wirtschaftsjahres kommt bislang Frankreich auf die größte Ausfuhrmenge mit insgesamt 2,5 Mio. t. Die zweitgrößte Liefermenge kommt bislang mit 2,25 Mio. t Weizen aus Deutschland. Auf Position drei der größten Exporteure liegt in den ersten siebzehn Wochen des aktuellen Wirtschaftsjahres Rumänien mit 1,26 Mio. t Weizen. Litauen verkaufte bislang 0,93 Mio. t Weizen in Drittänder, über die niederländischen Exporthäfen wurden 0,58 t Weizen vermarket und aus Polen gingen bisher 0,37 Mio. t sowie aus Bulgarien 0,3 Mio. t Weizen auf den internationalen Markt. Kleinere Mengen Weizen wurden außerdem aus Schweden, Lettland, Ungarn, Österreich und Dänemark exportiert.
 
Weizenpreise am deutschen Kassamarkt steigen weiter
In der Europäischen Union bewegten sich die Weizenpreise diese Woche kräftig nach oben. Am Donnerstag (22.10) kostete der Weizen (Novemberkontrakt) am Terminmarkt in Paris gut 170 Euro/t und damit 10 Euro mehr als vor einer Woche (160 Euro). Damit sind die Preise jetzt 24 Euro niedriger als im Oktober 2013 (194 Euro). Am Exporthafen in Hamburg sind die Preise ebenfalls gestiegen und dürften auch am heutigen Freitag weiter zulegen. Dort handelte man den Brotweizen mit 12 % Protein für den Oktobertermin am Donnerstag (22.10) mit 177 Euro/t und damit rund 5 Euro teurer als vor einer Woche (172 Euro). Für A-Weizen mit 13 % Protein (September) wurden in Hamburg 185 Euro (Vw: 180 Euro/t) geboten und Futterweizen wurde mit 163 Euro/t (Vw.163 Euro) unverändert  notiert. Für E-Weizen mit 14 % Protein lagen die Preisangebote bei 207 Euro/t (202 Euro). Im Großhandel in Frankreich kostete der Brotweizen mit 11 % Protein am wichtigsten Handelsplatz in Rouen am Donnerstag 170 Euro/t (Vw: 162 Euro/t).
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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