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Analyse

Weizenpreise behaupten sich bei 200 Euro

von , am
02.01.2015

Die Weizenpreise haben sich zum Jahreswechsel in Europa und den USA unterschiedlich entwickelt.

© landpixel
Die Weizenpreise haben sich zum Jahreswechsel in Europa und den USA unterschiedlich entwickelt. Während der Weizen am US-Terminmarkt in Chicago in den letzten beiden Handelstagen des Jahres 2014 mehr als 4 Prozent nach unten rauschte, konnte sich der Weizen am europäischen Terminmarkt bei etwa 200 Euro behaupten. Ins neue Jahr (02.01) startet der Weizen am europäischen Terminmarkt allerdings schwächer. Der Hauptgrund für die (im Unterschied zum US-Weizen) sehr starke Entwicklung des europäischen Weizens zum Jahresende dürfte die anhaltend starke Nachfrage nach europäischen Weizen an den Exportmärkten sein. Diese Nachfrage hat durch die jüngste Entwicklung am russischen Weizenmarkt sogar noch einen kräftigen Schub erhalten. Mit Wirkung vom 1ten Februar 2015 haben die russischen Behörden beim Weizen die Einführung von Exportzöllen von 15 % des Warenwertes angekündigt (mindestens 35 Euro/t). Diese Maßnahme soll den anhaltenden Preisanstieg bei Weizen am russischen Binnenmarkt abbremsen und gilt erst einmal bis 30. Juni 2014.
 
Preisrutsch beim US-Weizen
Der kräftige Preisrutsch des US-Weizens von gut 4 % in zwei Tagen dürfte vor allem durch die zuletzt sehr schwache Wettbewerbssituation des US-Weizens an den Exportmärkten verursacht worden sein. Das bestätigen die letzten Ausschreibungen und die dort genannten Angebotspreise beim weltweit größten Weizenimporteurs Ägypten sehr eindrucksvoll. Nicht nur dass die Frachtkosten für US-Weizen (nach Nordafrika und dem Mittleren Osten) im Vergleich zu den Wettbewerbern sehr hoch sind, auch die fob-Preise für US-Weizen sind deutlich höher als die der Konkurrenz aus Europa und von Schwarzen Meer. Hier hilft den Europäern allerdings auch der sehr schwache Euro, der zuletzt gerade noch 1,20 USD Dollar kostet und die europäischen Exporte seit Juli 2014 um 11 % bzw. 16 Euro-Ct verbilligt hat. Allerdings hat der Rubel im gleichen Zeitraum gegenüber dem Dollar sogar über 70 % an Wert verloren.
 
Weizenpreise bei 200 Euro, Schwäche zum Jahresbeginn
Die Weizenpreise haben sich am europäischen Terminmarkt in den letzten Handeltagen des alten Jahres bei etwa 200 Euro behauptet. Am Mittwoch (31.12) ging der Weizen am europäischen Terminmarkt mit 200 Euro aus dem Handel und damit auf ähnlichen Nievau wie in den letzten vier Tagen zuvor undetwa  4 Euro teurer als Mitte Dezember (15.12) mit 196 Euro/t. Im Vergleich zu den Preisen vor einem Jahr (02. Januar 2014) kostet der Weizen am europäischen Terminmarkt derzeit rund 10 Euro mehr (190 Euro). Für die hinteren Termine sind die Preise ähnlich hoch. Der Märzkontrakt notierte vor dem Jahreswechsel (31.12) bei knapp 201,25 Euro und der Maitermin ging mit knapp 200,75 Euro aus dem Handel. Am heutigen Freitag (02.01) starten die Weizenpreise am Terminmarkt in Paris mit einem Minus von rund 2,0 Euro bei 198,0 Euro in den Handel.
 
Preise am deutschen Kassamarkt kaum verändert
Am deutschen Kassamarkt haben sich die Weizenpreise zuletzt ebenfalls behauptet. Am deutschen Exporthafen in Hamburg handelte man den Brotweizen mit 12 % Protein für Februar vor dem Jahreswechsel (30.12) mit 204 Euro/t und damit etwa so teurer wie eine Woche zuvor (205 Euro). Für A-Weizen mit 13 % Protein wurden in Hamburg für den Februar 214 Euro/t (Vw: 2015) geboten. Für E-Weizen mit 14 % Protein lagen die Angebotspreise bei 226 Euro (Vw: 227 Euro) und damit ähnlich hoch wie vor einer Woche. Gleichzeitig wurde der Futterweizen mit 189 Euro 4 Euro höher notiert (Vw. 185 Euro). Im Großhandel in Frankreich kostet der Brotweizen mit 11 % Protein am wichtigsten Handelsplatz in Rouen am Freitag 193 Euro/t (Vw: 190). Die Preise für A- und E-Weizen liegen an den deutschen Exporthäfen derzeit 5 bis 10 Euro höher als im letzten Jahr und Brotweizen eben so teuer wie 2013. Futterweizen wird derzeit 15 Euro billiger gehandelt als vor 12 Monaten.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter markt
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