Login
Analyse

Weizenpreise entscheiden sich im Export

von , am
15.12.2014

Die Preise für A- und E-Weizen liegen an den Exporthäfen derzeit etwa so hoch wie im letzten Jahr und Brotweizen ist derzeit knapp 10 Euro preiswerter als 2013.

© landpixel
Am europäischen Terminmarkt sind die Weizenpreise nach einer zunächst eher schwachen Woche am Freitag sehr kräftig gestiegen und haben auch die Kassapreise mit nach oben gezogen. Auslöser für den kräftigen Preissprung am Freitag waren die sich erneut verstärkenden Spekulationen über russische Exportrestriktionen wegen der steigenden russischen Nahrungsmittelpreise. Im Export ist der russische Weizen wegen der starken Abwertung des Rubels bislang jedoch konkurrenzfähig, wie die Ergebnisse der letzten Exportausschreibung Ägyptens aus der vorigen Woche verdeutlichen als Ägypten 120.000 t Weizen in Russland und 60.000 t in Frankreich kaufte. Wegen der starken europäischen Weizenexporte hat das USDA seine Ausfuhrprognose für die EU letzte Woche von 28,0 Mio. t auf 29,0 Mio. t nach oben korrigiert.
 
Europäischer Weizenexport schon über 13 Mio. t
Die Europäer haben bis zum 09. Dezember im laufenden Wirtschaftsjahr 2014/15 nach den Daten der EU-Kommission 13,1 Mio. t Weichweizen (Lizenzen) ins Ausland verkauft. Das ist eine gut 4 Prozent bzw. 0,5 Mio. t größere Exportmenge als im bisherigen Rekordjahr 2013/14 (12,6 Mio. t). Aus Deutschland wurde bisher 3,3 Mio. t in Drittländer verkauft, aus Frankreich 3,8 Mio. t, aus Rumänien 1,5 Mio. t und aus Litauen 1,23 Mio. t. In der aktuellen Woche Abrechnungswoche verkauften die Europäer allerdings nur 344.000 t Weizen in Drittländer. Das war eine 53 Prozent kleinere Verkaufsmenge als in der Vorwoche (729.000). Angekurbelt wurde die europäische Ausfuhr bislang auch durch den schwachen Euro, der in der letzten Woche allerdings  etwas zugelegt hat.
 
Weizenpreise am Terminmarkt knapp unter 190 Euro
Die Weizenpreise sind am europäischen Terminmarkt nach einer zunächst relativ schwachen Woche am Freitag sehr kräftig um 2,4 % bzw. 4,50 Euro gestiegen und beendeten den Handel am Freitag (12.12) bei 188,75 Euro/t. Am Freitag zuvor (05.12) hatte der Weizen am europäischen Terminmarkt 188,0 Euro gekostet und damit 0,75 Euro weniger. Im Vergleich zu den Preisen vor einem Jahr (15. Dezember 2013) kostet der Weizen am europäischen Terminmarkt derzeit nur noch rund 4 Euro bzw. 2,0 Prozent weniger (193 Euro). Für die hinteren Termine sind die Preise am letzten Freitag sogar noch stärker um mehr als 5,0 Euro gestiegen. Der Märzkontrakt notierte am letzten Freitag bei knapp 189,75 Euro und damit 1,75 Euro höher als in der Vorwoche (Vw.: 188) und der Maitermin ging mit knapp 190,75 Euro 0,75 Euro höher als vor einer Woche aus dem Handel (Vw.: 190). Am heutigen Montag (15.12) starten sich die Weizenpreise am Terminmarkt in Paris zunächst mit einem Minus von rund 1,0 Euro bei 187,75 Euro.
 
Kassapreise für Qualitätsweizen so hoch wie 2013
Am deutschen Kassamarkt sind die Weizenpreise am Ende der Woche ebenfalls etwas gestiegen und liegen damit im Wochenvergleich etwas höher. Am deutschen Exporthafen in Hamburg handelte man den Brotweizen mit 12 % Protein für Januar am letzten Freitag (12.12) mit 198 Euro/t und damit 1 Euro teurer als am Freitag zuvor (197 Euro). Für A-Weizen mit 13 % Protein wurden in Hamburg für den Januar 208 Euro/t (Vw: 205) und damit 3 Euro mehr geboten. Für E-Weizen mit 14 % Protein lagen  die Angebotspreise bei 220 Euro (Vw: 219 Euro) und damit 1 Euro höher als vor einer Woche. Gleichzeitig wurde der Futterweizen unverändert mit 185 Euro notiert (Vw. 185 Euro). Im Großhandel in Frankreich kostet der Brotweizen mit 11 % Protein am wichtigsten Handelsplatz in Rouen am Freitag 185 Euro/t (Vw: 183). Die Preise für A- und E-Weizen liegen an den deutschen Exporthäfen derzeit etwa so hoch wie im letzten Jahr und Brotweizen ist derzeit knapp 10 Euro preiswerter als 2013. Futterweizen wird derzeit 20 Euro billiger gehandelt als im Dezember 2013.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
Auch interessant