Login
Analyse

Weizenpreise jetzt fast so hoch wie 2013

von , am
08.12.2014

Die Preise für A- und E-Weizen sind derzeit an den deutschen Exporthäfen ähnlich hoch wie im letzten Jahr und Brotweizen ist derzeit 10 bis 15 Euro/t preiswerter.

© krick/agrar-press
Am europäischen Terminmarkt haben die Weizenpreise in der ersten Dezemberwoche nochmals zugelegt. Am deutschen Kassamarkt sind die Weizenpreise ebenfalls weiter gestiegen. Ein Grund für diese Entwicklung dürfte der unverändert starke Export der Europäer sein, der die Preise weiter nach oben treibt. Die EU-Kommission hat ihre Erwartungen an die europäische Weizenausfuhr für das gesamte Wirtschaftsjahr deshalb auch auf einen neuen Rekordwert nach oben gesetzt. Gestützt wurden die Weizenpreise zuletzt zudem auch durch die Ankündigungen Russland den Export stärker zu regulieren sowie durch die Meldungen über den extrem schlechten Zustand des russischen Winterweizens für die Ernte 2015. Am Mittwoch Abend liefert das USDA (Dezember-Report) zudem neuen Daten zum globalen Weizenmarkt, zum Export und den Bestände im aktuellen Wirtschaftsjahr.
 
Europäischer Export hält sein sehr hohes Niveau
Bis zum 02. Dezember haben die Europäer im laufenden Wirtschaftsjahr 2014/15 nach den Daten der EU-Kommission 12,75 Mio. t Weichweizen (Lizenzen) ins Ausland verkauft. Das ist eine gut 8 Prozent bzw. knapp 1,0 Mio. t größere Exportmenge als im bisherigen Rekordjahr 2013/14 (11,77 Mio. t). Aus Deutschland wurde bisher 3,3 Mio. t in Drittländer verkauft, aus Frankreich 3,7 Mio. t, aus Rumänien 1,4 Mio. t und aus Litauen 1,2 Mio. t. In der aktuellen Woche Abrechnungswoche verkauften die Europäer 729.000 t Weizen in Drittländer. Das war eine 40 Prozent größere Verkaufsmenge als in der Vorwoche (518.000 t). Angekurbelt wird die europäische Ausfuhr auch durch den weiter nachgebenden Euro.
 
Weizenpreise am Terminmarkt knapp unter 190 Euro
Die Weizenpreise sind am europäischen Terminmarkt in der letzten Woche nochmals gestiegen und beendeten den Handel am Freitag (05.12) bei 188,0 Euro/t. Am Freitag zuvor (28.11) hatte der Weizen am europäischen Terminmarkt 184,25 Euro gekostet und damit knapp 4 Euro weniger. Im Vergleich zu den Preisen vor einem Jahr (08. Dezember 2013) kostet der Weizen am europäischen Terminmarkt derzeit nur noch rund 7 Euro bzw. 3,5 Prozent weniger (195 Euro). Für die hinteren Termine sind die Preise im Verlauf der letzten Woche ebenfalls gestiegen. Der Märzkontrakt notierte am letzten Freitag bei knapp 188 Euro und damit 3,0 Euro höher als in der Vorwoche (Vw.: 185) und der Maitermin ging mit knapp 190 Euro ebenfalls 3,0 Euro höher aus dem Handel (Vw.: 187). Am heutigen Montag (08.12) starten sich die Weizenpreise am Terminmarkt in Paris zunächst mit einem Minus von rund 0,5 Euro bei 187,50 Euro.
 
Kassapreise sind weiter gestiegen
Am deutschen Kassamarkt sind die Weizenpreise letzte Woche weiter gestiegen. Am deutschen Exporthafen in Hamburg handelte man den Brotweizen mit 12 % Protein für Januar am letzten Freitag (05.12) mit 197 Euro/t und damit 5 Euro teurer als am Freitag zuvor (192 Euro). Für A-Weizen mit 13 % Protein wurden in Hamburg für den Januar 205 Euro/t (Vw: 200) geboten. Für E-Weizen mit 14 % Protein lagen die Angebotspreise bei 219 Euro und damit im Unterschied zu den übrigen Qualitäten etwas niedriger als vor einer Woche (Vw: 222 Euro). Gleichzeitig wurde der Futterweizen mit 185 Euro notiert (Vw. 181 Euro). Im Großhandel in Frankreich kostet der Brotweizen mit 11 % Protein am wichtigsten Handelsplatz in Rouen am Freitag 183 Euro/t (Vw: 182). Zumindest die Preise für A- und E-Weizen sind derzeit an den Exporthäfen ähnlich hoch wie im letzten Jahr  zu diesem Termin und Brotweizen ist derzeit 10 bis 15 Euro preiswerter.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
Auch interessant