Login
Analyse

Weizenpreise geben nach

weizen_preis.jpg
© agrarfoto.com
von , am
09.10.2017

Die europäischen Weizenpreise haben sich in der vorigen Woche am Terminmarkt kaum verändert. Die neue Woche beginnt jedoch schwächer.

Die Kassapreise an den deutschen Exporthäfen sind in der vorigen Woche (trotz des schwächeren Euros) zurückgegangen und stehen zum Beginn der neuen Woche erneut unter Druck.

In Frankreich haben sich die Kassapreise in der vorigen Woche uneinheitlich entwickelt. Gestützt wurden die Weizenpreise zuletzt durch den weiter nachgebenden Euro. Druck kommt hingegen von den höheren Ernteprognosen in der europäischen Union.

Die Europäische Kommission hat die europäische Weizenernte zum Monatswechsel jedenfalls weiter nach oben korrigiert. Hauptgrund war die noch etwas größere Weizenernte in Frankreich (in guter Qualität).

Dennoch wird die europäische Gesamternte wohl noch weiter wachsen, denn auch im Vereinigten Königreich übertrifft die zuletzt gemeldete Erntemenge die bisherigen Schätzungen der EU-Kommission.

MATIF-Weizen am Montag im Minus

MATIF weizen
© Olaf Zinke

Die europäischen Weizenpreise haben am vorigen Freitag (06.10) etwas nachgegeben. Im Wochenvergleich sind die Weizenpreise ebenfalls leicht zurückgegangen. 

Der Dezembertermin wurde am Freitag mit 165,25 Euro/t notiert und damit 0,75 Euro niedriger als am Vortag und  auch 0,75 Euro niedriger als vor einer Woche (166,0). Im Vergleich zum vorigen Jahr (161 Euro) waren die vorderen Weizenpreise etwa 4,25 Euro höher.

Der nachfolgende Märzkontrakt 2018 beendete den Handel am Freitag mit 170,75 Euro/t und damit ebenfalls 0,75 Euro niedriger als am vorigen Handelstag und zugleich 0,25 Euro niedriger als vor einer Woche (171 Euro).

Am heutigen Montag geben die Weizenpreise zum Handelsbeginn weiter nach. Der Dezembertermin wird am Nachmittag (15:30 Uhr) mit 164,25 Euro notiert und damit 1,0 Euro niedriger als am Freitag. Der Märzkontrakt wird mit 170,0 Euro  notiert und damit 0,75 Euro niedriger als am Vortag.

Deutsche Kassapreise geben nach

An den deutschen Exporthäfen waren die Weizenpreise (Kassapreise) am Montag (09.10.) etwas niedriger als eine Woche zuvor. Die am Montag weiter nachgebende Terminmarkpreise dürften jedoch auch die Kassapreise weiter nach unten drücken.

Am Montag (09.10) notierte man den Brotweizen mit 12 % Protein am Exporthafen Hamburg mit 165 Euro/t. In der Woche zuvor hatte man den Brotweizen in Hamburg mit 167 Euro gehandelt und damit 2 Euro höher. Im vorigen Jahr hatte man den Brotweizen in Hamburg mit 160 Euro notiert und damit 5 Euro niedriger als jetzt.

Für A-Weizen mit 13 % Protein wurde am Exporthafen Hamburg am Montag (09.10) 170 Euro/t geboten und damit ebenfalls 2 Euro weniger als in der vorigen Woche (172 Euro), jedoch 5 Euro mehr als im vorigen Jahr (165).

Für E-Weizen mit 14 % Protein lagen die Angebotspreise am Montag (09.10) bei 187 Euro/t. In der Woche zuvor wurden für E-Weizen 189 Euro geboten und damit 2 Euro mehr. Im Vergleich zum vorigen Jahr (182 Euro) sind die E-Weizenpreise derzeit 5 Euro höher.

Die Preisangebote für Futterweizen lagen am heutigen Montag bei 163 Euro und damit ebenfalls 2 Euro niedriger als in der vorigen Woche (165 Euro), jedoch 12 Euro höher als im vorigen Jahr (151). Außerdem war der Futterweizen nur 2 Euro billiger als Brotweizen.

Preise in Frankreich uneinheitlich

In Frankreich haben die Weizenpreise an den wichtigsten Handelsplätzen kaum verändert. Am vorigen Freitag (06.10) wurde für den am wichtigsten französischen Handelsplatz Rouen angelieferten Brotweizen (mit 11 % Protein) 159 Euro geboten. In der Woche zuvor hatte man den Brotweizen in Rouen ebenfalls mit 159 Euro notiert und damit zum gleichen Preis. Ein Jahr zuvor lagen die Weizenpreise in Rouen bei 160 Euro und damit 1 Euro über den aktuellen Kursen.

An den Verladehäfen der Mosel (fob), lagen die Preisangebote am vorigen Freitag (06.10) bei 154 Euro. In der Woche zuvor hatte man den Brotweizen an der Mosel jedoch noch mit 157 Euro notiert und damit 3 Euro höher. Ein Jahr zuvor hatte man den Weizen an der Mosel mit 157 Euro gehandelt und damit 3 Euro über den aktuellen Preisen.

US-Weizenpreise am Montag schwächer

CBOT weizen
© Olaf Zinke

Die Weizenpreise am Terminmarkt in Chicago (SRW) sind am vorigen Freitag gestiegen. Im Wochenvergleich sind die Preise für den Chicago-Weizen jedoch zurückgegangen.

Den vorderen Dezembertermin handelte man am Freitag mit 443,4 Cent (138,8 Euro) und damit 0,6 % höher als am Vortag. Gleichzeitig waren die Preise für den Dezemberweizen 1,1 % niedriger als in der vorigen Woche (448,2 Cent). Im Vergleich zum vorigen Jahr (397 Cent je Buschel) waren die vorderen Weizenpreise in Chicago etwa 11,6 % höher.

Der Märztermin 2018 wurde am vorigen Freitag mit 462,6 Cent je Buschel (145 Euro/t) gehandelt und damit 0,7 % höher als einen Tag zuvor und zugleich 1,0 % niedriger als in der vorigen Woche (466,4 Cent).

Am heutigen Montag wird der Weizen in Chicago zu nachgebenden Preisen gehandelt. Der Dezemberkontrakt wird zunächst 0,5 % niedriger bei 441 Cent (138,2 Euro) notiert. Den Märztermin handelt man ebenfalls 0,5 % niedriger mit 460,2 Cent (144,3 Euro).

Die US-Exportverkäufe von Weizen (Netto, einschließlich Stornierungen) lagen in der letzten Abrechnungswoche für das Wirtschaftsjahr 2017/18 bei 492.300 und damit 13 % höher als in der Vorwoche (435.600 t).

US-Exportpreise rückläufig, Russland teurer

Die Weizenpreise an den Exporthäfen der USA lagen am Freitag (06.10) für den Chicago-Weizen (SRW) bei 194 USD/t (161,3 Euro). In der Woche zuvor (29.09) wurde der Chicago-Weizen (SRW) zu 2 USD höheren Preisen für 196 USD je t (167 Euro) verladen. Damit haben die Export-Preise für den SRW leicht nachgegeben.

Der proteinreiche Weizen der Sorte HRW wurde am Freitag (06.10) für 230,3 USD je t (196,2 Euro) verladen. In der Woche zuvor (29.09) lagen die Preise 232,50 USD je t (198 Euro). Damit sind die Preise für den proteinreichen HRW um knapp 2,0 USD zurückgegangen. Die aktuelle Prämie für den proteinreichen HRW gegenüber dem Chicago-Weizen (SRW) beträgt 36,60 USD.

In Russland lagen die Exportpreise fob-Schwarzmeerhafen bei 195 USD je t (166 Euro)  und damit 3 USD höher als in der Woche zuvor mit 192 USD.

Europäische Exporte weiter schwach

Der europäische Weizenexport bleibt weiterhin hinter den beiden Vorjahren zurück.

Vom 1. Juli bis zum 04. Oktober haben die Europäer bisher auf 4,7 Mio. t Weizen exportiert. Im vorigen Jahr lag die Exportmenge zum gleichen Termin bei 7,3 Mio. t und vor zwei Jahren waren es etwa 5,7 Mio. t.

Die derzeitige Exportmenge entspricht einer durchschnittlich pro Woche exportierten Weizenmenge von 337.714 t, im Vergleich zu 522.429 t im Vorjahr und 408.500 t vor zwei Jahren.

Frankreich ist im laufenden Wirtschaftsjahr (vor Rumänien und Deutschland) der größte Einzelexporteur und kommt bis zum 04. Oktober auf Exportverkäufe von 1,64 Mio.  t. Deutschland exportierte bisher 634.108 t Weizen in Drittländer. Die rumänischen Weizen-Exporte summieren sich auf 1,26 Mio. t. Litauen kommt auf Ausfuhren von 486.361 t und Lettland auf 335.333 t.

Die wichtigsten Absatzmärkte sind bisher Algerien mit 25,5 % der Gesamtexporte, gefolgt von Saudi-Arabien mit 16,1 %, Ägypten mit 7,9 %, Südafrika mit 5,7 % und Nigeria mit 5,3 % der Ausfuhren.

Auch interessant