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Analyse

Weizenpreise halten 200-Euro-Marke

von , am
06.07.2015

Die Weizenpreise sind in Deutschland und Europa kurz vor Erntebeginn kräftig gestiegen.

© landpixel
 
Die Weizenpreise sind in Deutschland und Europa kurz vor Erntebeginn kräftig gestiegen und haben die Marke von 200 Euro zeitweise deutlich überschritten. Die Gründe für den kräftigen Anstieg der Weizenpreise sind die von Märkten befürchteten Auswirkungen aktueller Wetterextreme auf die Weizenernten in den USA, in Kanada und in zunehmendem Umfang in Europa.
 
Trockenheit und Hitzewelle in Europa
In der europäischen Union machte zunächst Trockenheit und nun eine extreme Hitzewelle den Weizenbeständen zu schaffen. Im Ergebnis haben eine ganze verschiedener Analystenhäuser ihre Erwartungen an die europäische Weizenernte nach unten angepasst und damit die Preise nach oben getrieben. besonders von den Wetterextremen betroffen war Deutschland und zunehmend auch Frankreich Frankreich. Neue Erkenntnisse über Veränderungen der globalen Angebotssituation wird der neue USDA-Report am kommenden Freitag (10.07) Abend bringen.
 
Weizenernte in Frankreich begonnen
In Frankreich, wo man noch vor wenigen Wochen eine Rekordernte erwartete, hat sich das wöchentliche Crop-Rating zuletzt von Woche zu Woche verschlechtert. Ende der letzten Wochen wurden nur 78 % der Weizenbestände als gut oder sehr eingestuft, nach 81 % in der Vorwoche und 87 % vor drei Wochen. Im Vorjahr kam allerdings nur 71 % der Bestände in die beiden besten Kategorien. Die Weizenernte hat im Süden Frankreich (wegen Hitze und Trockenheit) früher als gewöhnlich begonnen und der Weizen ist von 3 % der Fläche geernteten. Die französische Hartweizen-Ernte ist schon zu 20 % eingebracht.
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Weizenpreise behaupten 200-Euro-Marke
Am heutigen Montag folgen die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt zunächst den deutlich schwächeren Vorgaben aus den USA und geben deutlich nach. Zum Handelsbeginn liegt der vordere Septembertermin 3,50 Euro im Minus bei 200,50 Euro, hält damit jedoch weiterhin die 200-Euro-Marke.
 
Am vorigen Freitag (03.07) hatten die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt (ohne Vorgaben aus den USA) moderat nachgegeben. Der Septembertermin (neue Ernte) beendete den Handel bei 204 Euro/t und damit 1,0 Euro bzw. 0,5 % niedriger als am Vortag (205 Euro). Gegenüber der Vorwoche (194,25 Euro) sind die Weizenpreise an der MATIF um 9,75 Euro bzw. 5,0 % gestiegen.
 
Der Dezemberkontrakt für den MATIF-Weizen ging am Freitag mit 205 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (206,50 Euro) haben die Preise damit um 0,7% oder 1,50 Euro nachgegeben. Gegenüber der Vorwoche (196 Euro) sind die Weizenpreise für den Dezembertermin jedoch um 9,0 Euro bzw. 4,6 % gestiegen. Im Vergleich zu den Weizenpreisen vom Vorjahr (187,0 Euro) waren die Kurse am europäischen Terminmarkt zuletzt 17,0 Euro bzw. 9 % höher.
 
Kassapreise letzte Woche kräftig gestiegen
Am deutschen Kassamarkt sind die Weizenpreise im Wochenvergleich kräftig gestiegen. Wegen der starken Preisschwankungen wird jedoch wenig gehandelt. Im Verlauf der vorigen Woche sind die Kassapreise um mehr als 10 Euro gestiegen, haben dann zum Ende der Woche jedoch wieder nachgegeben und könnten angesichts der schwächeren Terminmarktpreise auch zum Beginn der neuen Woche noch etwas zurückgehen.
 
Am vorigen Freitag (03.07) handelte man den Brotweizen der neuen Ernte mit 12 % Protein am Exporthafen in Hamburg durchschnittlich mit 204 Euro/t. Das waren 14 Euro mehr als am Freitag der Woche zuvor (190 Euro), jedoch 5 bis 6 Euro weniger als zur Preisspitze (210 Euro). Vor einem Jahr (Juli 2014) lagen die Preise für den Brotweizen in Hamburg bei etwa 190 Euro und waren damit 14 Euro niedriger als in diesem Jahr.
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Preise für Qualitätsweizen sehr deutlich über Vorjhar
Für A-Weizen mit 13 % Protein wurden am Exporthafen Hamburg am vorigen Freitag (03.07) durchschnittlich 214 Euro/t geboten und damit 14 Euro höhere Preise als in der Woche zuvor (200). Vor einem Jahr (Juli 2014) handelte man A-Weizen in Hamburg mit 191 Euro und damit zu 23 Euro niedrigeren Preisen als in diesem Jahr.
 
Für E-Weizen mit 14 % Protein lagen die Angebotspreise am vorigen Freitag im Schnitt bei 244 Euro und damit ebenfalls 14 Euro höher als vorige Woche (230). Vor einem Jahr (Juli 2014) lagen die Preise für E-Weizen in Hamburg bei rund 200 Euro und waren damit 44 Euro niedriger als die aktuellen Preise.
 
Preise in Frankreich 8 Euro höher als letzte Woche
Beim größten europäischen Weizen-Exporteur Frankreich, wurde für Brotweizen der neuen Ernte mit 11 % Protein am wichtigsten Handelsplatz in Rouen am Montag dieser Woche (29.06) 197 Euro geboten. Das waren 8 Euro höhere Preise als am Montag vor einer Woche (189 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke
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