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Analyse

Weizenpreise kämpfen sich wieder nach oben

von , am
19.01.2015

Die Weizenpreise in Europa und Deutschland haben sich in der zweiten Hälfte der vorigen Woche wieder nach oben gekämpft, nachdem die Kurse zunächst kräftig gefallen waren.

© landpixel
Die Weizenpreise in Europa haben sich in der zweiten Hälfte der vorigen Woche wieder nach oben gekämpft, nachdem die Kurse zunächst kräftig gefallen waren. Verantwortlich für die Preiserholung waren ganz offensichtlich die (sehr) guten Daten vom europäischen Export. So hatte Frankreich Anfang Januar kurz hintereinander zwei Ausschreibungen des größten Weizenimporteurs Ägypten gewonnen und innerhalb kurzer Zeit 420.000 t Weizen nach Ägypten verkauft. Gleichzeitig bestätigen die aktuellen Daten der EU-Kommission den guten Start der europäischen Exportverkäufe zum Jahresbeginn (im Gegensatz zu den USA) und zudem die sehr hohen Exportprognosen der Europäer für das Gesamtjahr. Unterstützt wird der europäische Export dabei auch durch den schwachen Euro (1,16 USD) und durch die sich spürbar abschwächenden Exporte Russlands. In den USA sind die Weizenpreise wegen der schwachen US-Exportdaten letzte Woche um 4,2 % gefallen und dass obwohl die Aussaatfläche für den Winterweizen 5 % kleiner ist als im letzten Jahr und sich die Pflanzen auch noch in sehr schlechtem Zustand befinden (Frost und zu trocken).
 
Weizenpreise klettern wieder nach oben
Die Weizenpreise haben sich am europäischen Terminmarkt am Freitag (16.01) weiter erholt. Der Märzkontrakt für den Weizen ging mit 197,50 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (194,25 Euro) sind die Preise damit um 1,7 % oder 3,25 Euro gestiegen und gegenüber dem letzten Preistief vom Mittwoch (192 Euro) sogar 5,50 Euro höher. Der Maikontrakt notierte bei 197,75 Euro und damit 3,00 Euro höher als am Vortag (194,75 Euro) und die nächste Ernte (September) kostete 192,75 Euro und damit 2,00 Euro mwehr als am Vortag (190,75 Euro). Im Vergleich zum Vorjahr (183,75 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit 13,75 Euro höher. Heute ist in den USA ein Feiertag (M-Luther King Day) und am Terminmarkt in Chicago wird nicht gehandelt und deshalb gibt es auch keine Vorgaben. Am europäischen Terminmarkt beginnen die Preise am Montag Vormittag (11:30) den Handel bei 197,5 Euro und damit 0,25 Euro niedriger als am Vortag (Freitag).
 
Hohe Prämien für deutschen Qualitätsweizen
Am Kassamarkt sind die Weizenpreise Anfang Januar zunächst kräftig gefallen haben sich zuletzt jedoch ebenfalls wieder etwas erholt. Am Freitag (15.01) handelte man den Brotweizen mit 12 % Protein am Exporthafen in Hamburg für den Februartermin mit 202 Euro/t und damit 6 Euro niedriger als Anfang Januar (208 Euro). A-Weizen mit 13 % Protein kostete in Hamburg 216 Euro/t und damit nur 2 Euro weniger als Anfang Januar (218 Euro). Für E-Weizen mit 14 % Protein lagen die Angebotspreise bei 232 Euro und damit 4 Euro niedriger als vor einer Woche (236 Euro). Gleichzeitig wurde der Futterweizen in Hamburg mit 190 Euro gehandelt und damit 5 Euro niedriger als letzte Woche notiert (195 Euro). Im Großhandel in Frankreich kostet der Brotweizen mit 11 % Protein am wichtigsten Handelsplatz in Rouen am Freitag 188 Euro/t und damit 7 Euro weniger als Anfang des Monats (195 Euro). Die Preise für A-Weizen waren an den deutschen Exporthäfen zuletzt etwa 15 Euro und für E-Weizen sogar 30 Euro höher als im Januar 2014. Brotweizen wurde etwa zu ähnlichen Preisen gehandelt wie im Januar 2014. Futterweizen ist derzeit etwa 8 Euro billiger als vor 12 Monaten.
 
Europäischer Export startet 2015 gut
Der europäische Weizenexport nimmt in der zweiten Januarwoche wieder Fahrt auf. Rund 553.000 t Weizen wurden in der Woche bis 13. Januar in Drittländer verkauft (dav. 271.000 t aus Frankreich, 137.000 t aus Deutschland). Insgesamt war die aus Europa in Drittländer verkaufte Weizenmenge bis zum 13. Januar 2015 mit 15,33 Mio. t rund 3,6 % kleiner als die Rekordausfuhrmenge aus dem vorigen Jahr. Aus Deutschland wurde bisher 3,98 Mio. t in Drittländer verkauft, aus Frankreich 4,64 Mio. t, aus Rumänien 1,75 Mio. t und aus Litauen 1,34 Mio. t. Allerdings ist die deutsche Ausfuhrmenge derzeit 15 % kleiner als im letzten Jahr. Die Verkaufsmenge Frankreich liegt nur 4 % niedriger als vor 12 Monaten auch die rumänischen Exporte sind ähnlich groß wie im letzten Jahr. Im vorigen Jahr hatte Deutschland bis Mitte Januar fast eben so viel Weizen am Weltmarkt verkauft wie Frankreich. Offenbar ist in diesem Jahr vor allem deutscher Qualitätsweizen am Weltmarkt gefragt und erzielt deutlich höhere Prämien als vor einem Jahr. Dagegen verkauft sich der französische Weizen offenbar vor allem über den (niedrigen) Preis.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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