Login
Analyse

Weizenpreise am Kassamarkt unter Druck

von , am
21.09.2015

Die Weizenpreise geben am deutschen Kassamarkt zum Beginn der neuen Wochen weiter nach.

© landpixel
 
Die Weizenpreise haben am deutschen Kassamarkt am Ende der vorigen
Woche nachgegeben. Druck kam dabei sowohl von den noch weiter nach oben korrigierten europäischen Ernteprognosen (Strategie Grains) als auch vom anhaltenden Preiskampf an den Exportmärkten. Ende der vorigen Woche hat Frankreich (neben Russland und der Ukraine) erstmals in diesem Jahr einen Zuschlag für die Lieferung von Weizen nach Ägypten erhalten. Der Preis für den von Ägypten gekauften französischen Weizen lag fob-Exporthafen lediglich bei 156,4 Euro je t (177,74 USD) und einschließlich Frachtkosten zahlten die Ägypter nur 170 Euro je t (193,4 USD).
 
Weizen-Exporte jetzt 20 % unter Vorjahr
Die europäischen Weizenexporte in Drittländer lagen nach Meldungen der Kommission in der Woche 15. September bei 525.000 t und hatten damit gegenüber der Vorwoche (354.000 t) wieder etwa angezogen. Damit haben die Europäer in diesem Wirtschaftsjahr bisher 4,22 Mio. t Weizen in Drittländer verkauft und damit 1,08 Mio. t bzw. 20 % weniger als im vorigen Jahr zu diesem Termin (5,3 Mio. t). Frankreich kommt bislang auf Exporte von 1,6 Mio. t, Deutschland auf 0,92 Mio. t und Rumänien auf 0,47 Mio. t.
 
Noch größere Weizenernte in Europa
Am Ende der vorigen Woche hat zudem das europäische Analystenhaus Strategie Grains die aktuelle europäische Weizenernte (Weichweizen und Durum) noch einmal kräftig um 3,6 Mio. t auf den auf 155,2 Mio. t (dar. Weichweizen: 147,5 Mio. t) oben geschätzt. Strategie Grains und liegt diese Prognose am oberen Ende aller Analystenschätzungen und verfehlt zudem nur noch knapp das Rekordergebnis des Vorjahres von 149,3 Mio. t Weichweizen.
 
Das USDA hatte die europäische Gesamt-Weizenernte vorige Woche ähnlich groß auf 154,1 Mio. t nach oben geschätzt und die Kommission sah die Gesamternte Ende August bei 148,6 Mio. t (140,7 Mio. t Weichweizen) wird Ende September jedoch auch weiter nach oben korrigieren. Die erwarteten Exporte von Weichweizen hat Strategie Grains jedoch nur ganz leicht um 0,2 Mio. t auf 27,0 Mio. t nach oben gesetzt (VJ. 32,5).
 
{BILD:643690:png} 
Terminmarktpreise bei 168 Euro
Der vordere Dezemberkontrakt für den MATIF-Weizen ging am vorigen Freitag mit 167,25 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (167,0 Euro) haben die Dezemberpreise damit um 0,1 % bzw. 0,25 Euro zugelegt bzw. sich kaum verändert. Der Märzkontrakt für den MATIF-Weizen wurde am Freitag mit 175,00 Euro/t gehandelt.
 
Gegenüber dem Vortag (175,25 Euro) haben die Märzpreise damit um 0,25 Euro nachgegeben. Das Preisniveau der Vorwoche (167,75 Euro) wurde vom Dezemberweizen um 0,75 Euro verfehlt. Das Kursniveau vom vorigen Jahr (159,50 Euro) übertrafen die Weizenpreise für den Dezembertermin am vorigen Freitag hingegen um 8,25 Euro bzw. 5,2 %.
 
Am Montag Nachmittag (15:00) legt der vordere Weizenkontrakt im Handel am europäischen Terminmarkt zu. Der Dezember-Weizen liegt 0,75 Euro im Plus und notiert bei 168,0 Euro. Der März-Weizen legt um 0,75 Euro zu auf 175,75 Euro. In den USA liegen die Weizenpreise (Dezemberkontrakt) in Chicago zum gleichen Zeitpunkt 0,6 % im Minus bei 484 Cent je Buschel (156,6 Euro/t).
 
Kassapreise können sich nicht halten
Am deutschen Kassamarkt haben die Weizenpreise letzte Woche weiter nachgegeben. Am vorigen Freitag (18.09) handelte man Brotweizen mit 12 % Protein am deutschen Exporthafen in Hamburg mit 167 Euro/t. Das waren 5,0 Euro weniger als in der Vorwoche (172 Euro). Vor einem Jahr (September 2014) lagen die Preise für den Brotweizen in Hamburg zu diesem Termin etwa bei etwa 170 Euro und waren damit rund 3 Euro höher. Bis Ende September 2014 sind die Weizenpreise in Hamburg jedoch bis auf 161 Euro gefallen und konnten sich dann jedoch bis zum Jahresende bis rund 210 Euro erholen.
 
Für A-Weizen mit 13 % Protein wurden am Exporthafen Hamburg am Freitag (18.09)  173 Euro/t geboten und damit 4 Euro weniger Preise als zum Beginn der Vorwoche (177 Euro). Vor einem Jahr (September 2014) handelte man A-Weizen in Hamburg zu diesem Termin etwa mit 175 Euro und damit zu 2,0 Euro höheren Preisen als in diesem Jahr. Bis Ende September 2014 sind die A-Weizenpreise in Hamburg dann jedoch bis auf 166 Euro gefallen und dann bis zum Jahresende auf rund 220 Euro gestiegen.
 
{BILD:643691:png} 
Für E-Weizen mit 14 % Protein lagen die Angebotspreise in Hamburg am Freitags (18.09) bei 182 Euro und damit ebenfalls rund 5 Euro niedriger als zum Beginn der Vorwoche (187 Euro). Vor einem Jahr (September 2014) lagen die Preise für E-Weizen in Hamburg bei etwa 185 Euro und waren damit 3 Euro höher als die aktuellen Preise. Bis Ende September 2014 sind die E-Weizenpreise in Hamburg dann jedoch bis auf 176 Euro gefallen, um bis zum Jahresende auf etwa 230 Euro zu steigen.
 
Weizenpreise in Frankreich bei 150 Euro
Beim größten europäischen Weizen-Exporteur Frankreich, wurde der Brotweizen der neuen Ernte (mit 11 % Protein), am wichtigsten Handelsplatz in Rouen, am vorigen Freitag (18.09) mit 150 Euro je t gehandelt und damit 2 Euro niedriger als zum Beginn der vorigen Woche (152 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke
Auch interessant