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Analyse

Weizenpreise auch am Kassamarkt gefallen

von , am
29.04.2015

Durch den Preisrutsch beim Weizen am europäischen Terminmarkt und an den internationalen Handelsplätzen (Export) stehen auch die Kassapreise für Weizen unter Druck.

© landpixel
 
Durch den Preisrutsch beim Weizen am europäischen Terminmarkt und an den internationalen Handelsplätzen (Export) stehen auch die Kassapreise für Weizen unter Druck. Diese Woche haben die Angebotspreise für Weizen an den wichtigen Handelsplätzten in Deutschland deshalb ebenfalls nachgegeben. Ursachen für den Preisdruck in Europa waren neben dem starken Preisrückgang für US-Weizen, auch die sehr guten Ernteprognosen für Europa, insbesondere für Frankreich (Rekordernte) und Deutschland.
 
Preisdruck durch neue russische Ernte
Auch für Russland und die Ukraine wurden die Ernteprogosen zuletzt weiter nach oben korrigiert. Gleichzeitig ging es mit den für die neue Ernte erwarteten Exportpreisen weiter nach unten. Russische Analysten berichteten diese Woche, dass die Preisvorstellungen für proteinreichen russischen Weizen der neuen Ernte fob-Schwarzmeerhafen nur noch zwischen 190 USD/t (173 Euro) bis 194 USD je t (177 Euro) liegen. Händler berichten zudem  über russiche Angebotspreise für die Lieferung von Weizen (ab Juli) nach Asien (cif), von derzeit nur noch 210 USD/t  (191 Euro). Das sind immerhin 30 USD weniger als noch vor zwei Wochen mit etwa 240 USD (219 Euro). Druck auf die europäischen Exportpreise kommt zudem auch vom wieder festeren Euro, der am heutigen Mittwoch erstmals seit Anfang April wieder bei 1,10 USD notiert und damit 4 % höher als Mitte April (1,057).
 
Weizenpreise am Kassamarkt kräftig gefallen
Am deutschen Kassamarkt haben die Weizenpreise unter dem Druck der fallenden Terminmarkt- und Exportpreis nachgegeben. Am Dienstag (28.04) handelte man den Brotweizen mit 12 % Protein am Exporthafen in Hamburg durchschnittlich mit 180 Euro/t und damit 4 Euro niedriger als Wochenbeginn (184 Euro) und 10 bis 12 Euro niedriger als Anfang April (192 Euro). Für A-Weizen mit 13 % Protein wurden in Hamburg am Dienstag noch 190 Euro/t geboten und damit 4 Euro weniger als Wochenbeginn (194 Euro) und 12 Euro weniger als Anfang April (202 Euro).
 
Für E-Weizen mit 14 % Protein lagen die Angebotspreise am Dienstag bei 225 Euro und damit 4 Euro unter dem Niveau vom Wochenanfang und 12 Euro niedriger als Anfang April (237 Euro). Gleichzeitig wurde Futterweizen in Hamburg am Dienstag mit durchschnittlich 180 Euro gehandelt und damit 3 Euro niedriger als zum Wochenbeginn (183 Euro). Beim größten europäischen Weizen-Exporteur Frankreich, wurde der Brotweizen mit 11 % Protein am wichtigsten Handelsplatz in Rouen am heutigen Mittwoch mit 166 Euro/t gehandelt und damit 4 Euro niedriger als am Montag 170 Euro .
 
Weizenpreise fallen am Terminmarkt unter 178 Euro
Am gestrigen Dienstag sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt unter 178 Euro gefallen und damit auf den tiefsten Stand seit einem halben Jahr. Der Maikontrakt für den MATIF-Weizen ging am Dienstag mit 177,75 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (179,50 Euro) haben die Preise damit um 1,75 Euro bzw. 1,0 % nachgegeben. Die neue Ernte (September) kostete am Dienstag 177,25 Euro und damit 1,50 Euro bzw. 0,8 % weniger als am Vortag (178,75 Euro).
 
Gleichzeitig waren die Preise für die neue Weizenernte (September) 0,50 Euro niedriger als die Preise für den aktuellen Mai-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (205 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit 27,25 Euro niedriger. Am Mittwoch Mittag liegen die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt 1,25 Euro im Plus bei 179,0 Euro/t. Die neue Ernte (September) kostete am Mittwoch Mittag 179,25 Euro und damit 1,25 Euro mehr viel wie am Vortag.
 
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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