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Analyse

Weizenpreise am Kassamarkt zurückgegangen

von , am
22.06.2015

Am deutschen Kassamarkt haben die Weizenpreise vorige Woche weiter nachgegeben.

© landpixel
 
Der Weizen startet an den Terminmärkten mit etwas festeren Preisen in die neue Woche. In der vorigen Woche waren die Weizenpreise jedoch zurückgegangen. Dabei hatte es zuletzt durchaus widersprüchliche Signale vom Weizenmarkt gegeben. Auf der einen Seite drückt Russland (und die Ukraine) mit sehr preiswertem Weizen aus der neuen Ernte auf den Weltmarkt und hält die Weizenpreise damit unten. Auf der anderen Seite wurden die Ernteprogosen für die Europäer witterungsbedingt (Trockenheit) gesenkt, was die Preise eigentlich stützen müsste. Allerdings verlieren die Europäer wegen der niedrigen russischen Weizenpreise Markanteile im Export, was die heimische Weizenpreise wiederum unter Druck setzt. In den USA verzögern hingegen extreme Regenfälle die laufende Weizenernte und drücken die Qualität des Weizens. Auch in Kanada könnte die Weizenernte wegen der Trockenheit in den Prärieprovinzen kleiner ausfallen als zunächst erwartet wurde.
 
Weizenpreise am Terminmarkt unter 180 Euro
Am heutigen Montag folgen die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt den festeren US-Preisen nach oben und liegen zum Handelsbeginn 0,50 Euro bzw. 0,3 % im Plus bei 179,0 Euro. Am vorigen Freitag (19.06) haben sich die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt behauptet. Der Septembertermin (neue Ernte) beendete den Handel bei 178,50 Euro/t und damit 0,25 Euro höher als am Vortag (178,25 Euro). Gegenüber der Vorwoche (180,25 Euro) sind die Weizenpreise an der MATIF um 1,75 Euro bzw. 1,0 % zurückgegangen. Der Dezemberkontrakt für den MATIF-Weizen ging am Freitag mit 180,25 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (180,0 Euro) haben die Preise am Freitag um 0,1 % oder 0,25 Euro zugelegt.
 
Gegenüber der Vorwoche (182,50 Euro) sind die Weizenpreise für den Dezembertermin um 2,25 Euro zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahr (191,50 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit 13,0 Euro niedriger.
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Weizenpreise am Kassamarkt zurückgegangen
Am deutschen Kassamarkt haben die Weizenpreise vorige Woche weiter nachgegeben. Am heutigen Montag dürften sich die Kurse mit Unterstützung der festeren Terminmarktpreise behaupteten oder leicht zulegen. Am vorigen Freitag (19.06.) handelte man den Brotweizen mit 12 % Protein am Exporthafen in Hamburg durchschnittlich mit 180 Euro/t. Das waren drei Euro weniger als eine Woche zuvor (183 Euro). Die Preisangebote für die neue Ernte (September) lagen am vorigen Freitag bei etwa 183 Euro und damit 3 Euro über den aktuellen Preisen. Vor einem Jahr (Juni 2014) lagen die Preise für den Brotweizen in Hamburg bei etwa 193 Euro und waren damit rund 13 Euro höher als in diesem Jahr.
 
Prämien für Qualitätsweizen schrumpfen
Für A-Weizen mit 13 % Protein wurden am Exporthafen Hamburg am vorigen Freitag (19.06) durchschnittlich 190 Euro/t geboten und damit ebenfalls 3 Euro niedrigere Preise wie in der Woche zuvor (193 Euro). Die Preisvorstellungen für die neue Ernte lagen beim A-Weizen allerdings 3 bis 4 Euro niedriger als die aktuellen Preise.
 
Vor einem Jahr (Juni 2014) lagen die Preise für A-Weizen in Hamburg bei etwa 195 Euro und waren damit 5 Euro höher als in diesem Jahr. Für E-Weizen mit 14 % Protein lagen die Angebotspreise am vorigen Freitag im Schnitt bei 220 Euro und damit 3 Euro niedriger als in der vorigen Woche (223). Die Preisvorstellungen für die neue Ernte (September) lagen bei E-Weizen zuletzt 15 bis 20 Euro unter den aktuell (Juni) an den Exporthäfen gebotenen Preisen für alterntige Ware. Vor einem Jahr (Juni 2014) lagen die Preise für E-Weizen in Hamburg bei 205 Euro und waren 15 Euro niedriger als die aktuellen Preise.
 
Beim größten europäischen Weizen-Exporteur Frankreich, wurde für Brotweizen der neuen Ernte mit 11 % Protein am wichtigsten Handelsplatz in Rouen am Montag dieser Woche (22.06) 172 Euro geboten. Das waren 2 Euro niedrigere Preise wie vor einer Woche (174 Euro).
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US-Exportpreise kräftig gefallen
An den US-Exporthäfen wurde der Chicago-Weizen am vorigen Freitag (19.06) für knapp 203 USD/t (Vw: 211 USD/t) verladen und damit 8 USD preiswerter als eine Woche zuvor. Für den proteinreichen Weizen der Sorte Hard Red Winter lagen die Preisforderungen an den US-Exporthäfen bei 230 USD/t (Vw: 241 USD) und damit 11 USD niedriger als eine Woche zuvor. Die Exportpreise (fob) für die neue US-Ernte (August) lagen an den Exporthäfen beim Chicago Weizen (SRW) bei 203 USD/t (Vw: 212 USD) und beim proteinreichen Hard Red Winter bei knapp 234 USD/t (Vw: 245) und damit 9 USD niedriger als eine Woche zuvor.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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