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Analyse

Weizenpreise klettern wieder nach oben

von , am
02.03.2015

Die europäischen Weizenpreise sind am Ende der letzten Woche (am Terminmarkt) im Sog der steigenden US-Preise gestiegen. Gleichzeitig haben sich die Weizenpreise am deutschen Kassamarkt in der letzten Februarwoche nur wenig verändert

© landpixel
 
Die europäischen Weizenpreise sind am Ende der letzten Woche (am Terminmarkt) im Sog der steigenden US-Preise ebenfalls gestiegen. Gleichzeitig haben sich die Weizenpreise am deutschen Kassamarkt in der letzten Februarwoche kaum verändert. Die neue Woche beginnt am Kassamarkt erneut  mit relativ stabilen Weizenpreisen. Der Grund für den kräftigen Preisanstieg beim Weizen in den USA war ein Frosteinbruch in den Hauptanbaugebieten des in Chicago gehandelten Winterweizens Soft Red Winter im Nordosten der USA. Dort befürchtet man wegen er geringen Schneedecke Auswinterungsschäden. In Europa (und Deutschland) erhalten die Weizenpreise zudem weiterhin Unterstützung von den unverändert guten aktuellen Exportdaten und dem Abfließen großer Mengen europäischen Weizens auf den Weltmarkt. Die US-Exportverkäufe waren hingegen bis zuletzt relativ schwach.
 
Weizenpreise steigen wieder
Die Weizenpreise sind am europäischen Terminmarkt am letzten Freitag (27.02) mit Unterstützung aus den USA und von den Exportmärkten gestiegen. Der Märzkontrakt für den MATIF-Weizen ging mit 187,50 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (185,50 Euro) haben die Preise damit 1,1 % oder 2,0 Euro zugelegt. Der Maikontrakt notierte bei 187,75 Euro und damit 1,75 Euro höher als am Vortag (186,0 Euro) und die neue Ernte (September) kostete 185,75 Euro und damit 1,50 Euro mehr als am Vortag (184,25 Euro). Damit sind die Preise für die neue Weizenernte (September) derzeit 1,75 Euro niedriger als die Preise für den aktuellen März-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (195,0 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit 7,50 Euro niedriger. Im letzten Jahr sind die Weizenpreise dann im März und im April (wegen des starken Exports) sogar bis auf 209 Euro gestiegen. Am Montag Mittag folgt der Weizen (März) am europäischen Terminmarkt zunächst den positiven Vorgaben aus Chicago.und beginnt den Handel am europäischen Terminmarkt  (Märzkontrakt) mit einem moderaten Aufschlag von 0,75 Euro bei 188,25 Euro/t.
 
Weizenpreise am Kassamarkt kaum verändert
Gleichzeitig haben sich die Weizenpreise am deutschen Kassamarkt in der letzten Februarwoche nur wenig verändert. Angesicht der gestiegenen Preise am Terminmarkt und der guten Exportnachfrage könnten die Kurse beim Start in den neue Woche durchaus etwas zulegen. Am vergangenen Freitag (27.02) handelte man den Brotweizen mit 12 % Protein am Exporthafen in Hamburg jedenfalls mit 191 Euro/t und damit sogar 2 Euro niedriger wie am Freitag der Vorwoche  (193 Euro). A-Weizen mit 13 % Protein kostete in Hamburg  206 Euro/t und damit ebenfalls 2 Euro weniger wie eine Woche (208 Euro) zuvor. Für E-Weizen mit 14 % Protein lagen die Angebotspreise im Schnitt bei 236 Euro und damit  etwa 2 Euro niedriger als vor einer Woche (238 Euro). Gleichzeitig wurde der Futterweizen in Hamburg mit 183 Euro gehandelt und damit 2 Euro niedriger als letzte Woche (185 Euro). Im Großhandel des größten europäischen Exporteurs Frankreich kostete der Brotweizen mit 11 % Protein am wichtigsten Handelsplatz in Rouen am Montag (02. März) 177 Euro und damit 1 Euro weniger als vor einer Woche (178 Euro/t).
 
Europäische Weizenexporte bleiben sehr hoch
Die europäischen Exportverkäufe von Weizen waren in der letzten Woche erneut sehr hoch und erreichten einen Umfang von 912.000 t und übertrafen mit dieser Verkaufsmenge sogar den sehr guten Wert aus der Vorwoche (896.000 t). Deutsche Exporteure verkauften in der letzten Woche 278.000 t Weizen (Vw: 164.000 t) und aus Frankreich vermarkete man 354.000 t (Vw: 392.000) in Drittländer. Die Gesamtausfuhrmenge Deutschlands liegt jetzt bei 5,23 Mio. t und Frankreich kommt sogar auf 6,4 Mio. t. Insgesamt haben die Europäer im aktuellen Wirtschaftsjahr 2014/15 schon 20,8 Mio. t Weizen in Drittländer verkauft und damit 0,6 Mio. t mehr als im bisherigen Rekordjahr 2013/14 mit 20,2 Mio. t .
 
US-Weizen-Exporte weiterhin relativ schwach
Die Exportverkäufe der USA waren bei Weizen in  der aktuellen Abrechnungswoche erneut relativ schwach. Das USDA meldete Exportverkäufe (Netto abzüglich Stornierungen) von 328.6360 t Weizen. Das sind  allerdings 23 % mehr als in der extrem schwachen Vorwoche (266.660 t). Insgesamt haben die USA damit bis zum aktuellen Termin  rund 21,3 Mio. t Weizen ins Ausland verkauft. Für das gesamte Wirtschaftsjahr 2014/15 erwartet das USDA  derzeit US-Weizenexporte von 24,49 Mio. t und damit noch Ausfuhren von 3,14 Mio. t. Im vorigen Wirtschaftsjahr 2013/14 lag die US-Ausfuhrmenge zum aktuellen Termin bei 28,08 Mio. t und war damit 32 % oder 6,8 Mio. t größer.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
 
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