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Analyse

Weizenpreise können 190 Euro nicht halten

von , am
29.01.2015

Die Weizenpreise sind am Terminmarkt in knapp einer Woche um mehr als 10 Euro bzw. gut 5 % gefallen. Auch am Kassamarkt gaben die Preise deutlich nach

© krick/agrar-press
 
Die Weizenpreise sind am Terminmarkt in knapp einer Woche um mehr als 10 Euro bzw. gut 5 % gefallen. Auch am Kassamarkt gaben die Preise deutlich nach. Dabei war der Preisrückgang  diese Woche in den USA ähnlich stark ausgeprägt wie in Europa. Allerdings stand der US-Weizen in den Wochen zuvor bereits stärker unter Druck. Offenbar hatte der fallenden Euro den europäischen Weizen zunächst von einer ähnlich deutlichen ausgeprägten Korrektor bewahrt, denn die Entwicklung der Preise an den jeweiligen Binnenmärkten folgt in Europa und in den USA den Absatzmöglichkeiten und Preisen an den Exportmärkten. In den USA hat der Weizen in Chicacgo jedenfalls seit dem 19 Dezember (632 ct je Buschel) 21 % verloren und ist auf den niedrigsten Stand seit Anfang Oktober gefallen. Am Mittwoch lagen die Weizenpreise (März) am Terminmarkt in Chicago nur noch ganz knapp über der technisch und psychologisch wichtigen 500 Ct je Buschel Marke und am Donnerstag begann der Handel erneut leicht im Minus.
 
Eine Ursache für den scharfen Preisrückgang beim Weizen in den USA waren die von US-Wetterdiensten angekündigten Regenfälle in den Hauptanbaugebieten für den  Winterweizen und damit höhere Produktionsaussichten für die neue Ernte. Hinzu kam der deutliche Preisrückgang für Weizen am russischen Binnenmarkt, was trotz Exportzöllen die Wettbewerbsposition der Russen an den Exportmärkten wieder verbessert. Ein weiterer entscheidender Grund für die scharfe Preiskorrektur bei Getreide und Ölsaaten sind die (trotz regionaler Trockenheit) überwiegend sehr guten Aussichten für die immer näher rückende Ernte bei Mais und Soja in Südamerika. Zudem war die im Januar abgeschossene Weizenernte in Argentinien offenbar  etwas größer als erwartet und damit steht auch mehr Weizen für den Export zur Verfügung.
 
Weizenpreise fallen in einer Woche um 5 %
Die Weizenpreise sind diese Woche in Europa (und den USA) überraschend kräftig gefallen. Seit dem letzten Freitag (23.01) hat der europäischen Weizen am Terminmarkt mehr als 10 Euro bzw. über 5 % verloren und ist zudem sehr deutlich unter die 190-Euro-Marke gefallen. Auch die Preiserwartungen für die neue Ernte haben sich erheblich verschlechtert. Der Märzkontrakt für den Weizen ging am Mittwoch (28.01) nur noch mit 187,50 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (193,25 Euro) sind die Preise damit um 3,0 % oder 5,75 Euro gefallen. Der Maikontrakt notierte bei 188,75 Euro und damit 5,50 Euro niedriger als am Vortag (194,25 Euro) und die nächste Ernte (September) kostete 187,0 Euro und damit 3,50 Euro weniger als am Vortag (193,75 Euro). Gleichzeitig kostet die neue Weizenernte (September) 0,50 Euro weniger als der aktuelle März-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (183,25 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit noch 4,25 Euro höher. Am Donnerstag beginnt der Handel am europäischen Terminmarkt für den Weizen mit einem Plus von 1,0 Euro bei 188,5 Euro/t.
 
Weizenpreise am Kassamarkt kräftig gefallen
Am deutschen Kassamarkt sind die Weizenpreise ebenfalls gefallen, wenn auch nicht ganz so kräftig wie and en Terminmärkten. Am Donnerstag (28.01) handelte man den Brotweizen mit 12 % Protein am Exporthafen in Hamburg für den Februartermin mit 198 Euro/t und damit 7 Euro niedriger als am Freitag der letzten Woche (205 Euro). A-Weizen mit 13 % Protein kostete in Hamburg für die Anlieferung im Februar 212 Euro/t und damit 7 Euro niedriger als am Ender der letzten Woche (219 Euro). Für E-Weizen mit 14 % Protein lagen die Angebotspreise bei 228 Euro und damit 7 Euro niedriger als Ende der letzten Woche (235 Euro). Gleichzeitig wurde der Futterweizen in Hamburg mit 187 Euro gehandelt und damit 5 Euro niedriger als letzte Woche (192 Euro). Im Großhandel in Frankreich kostet der Brotweizen mit 11 % Protein am wichtigsten Handelsplatz in Rouen am Donnerstag (29.01) mit 183 Euro/t und damit 11 Euro weniger als am Ende der letzten Woche (194 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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