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Analyse

Weizenpreise können Gewinne nicht halten

von , am
16.09.2015

Die Weizenpreise können die Gewinne der letzten Tage nicht ganz halten und geben leicht nach.

© landpixel
 
Die Weizenpreise können die Gewinne der letzten Tage nicht ganz halten und geben leicht nach. Dabei liegen die Preise jedoch sowohl am Terminmarkt als auch am Kassamarkt etwa auf dem Niveau des vorigen Jahres. Zuletzt drückten vor allem die sehr komfortablen globalen Versorgungsbilanzen auf die Weizenpreise. Dabei beeinflusst insbesondere der Wettbewerb an den Exportmärkten auch die Preisbildung an den Binnenmärkten der großen Exporteure. Zwar hat das USDA die Ausfuhrerwartung für die Europäer im September noch einmal deutlich nach oben gesetzt, jedoch ist das Exportpotential Russlands und der Ukraine ebenfalls größer als zuvor gedacht. Am Ende entscheidet neben der gesuchten Qualität und dem Wechselkurs, auch der Aufkaufpreis am jeweiligen Binnenmarkt über die Absatzmöglichkeiten am Weltmarkt.
 
Terminmarktpreise rutschen unter 170 Euro
Der vordere Dezemberkontrakt für den MATIF-Weizen ging am Dienstag mit 169,50 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (170,75 Euro) hatten die Dezemberpreise damit um 1,25 Euro nachgegeben und sind zudem wieder unter die Marke von 170 Euro gerutscht. Der Märzkontrakt für den MATIF-Weizen wurde am Dienstag mit 176 Euro/t gehandelt. Im Vergleich zum Vortag (177 Euro) haben die Märzpreise damit um 1 Euro nachgegeben.
 
Das Preisniveau der Vorwoche (170,0 Euro) wurde vom Dezemberweizen um 0,50 Euro verfehlt. Das Kursniveau vom vorigen Jahr (166,75 Euro) übertreffen die Weizenpreise für den Dezembertermin um 2,75 Euro. Am Mittwoch Nachmittag wird der vordere Weizen am europäischen Terminmarkt zu etwas schwächeren Preisen gehandelt. Der Dezember-Weizen geht um 0,50 Euro zurück und notiert bei 169,0 Euro. Der März-Weizen legt hingegen leicht um 0,25 Euro auf 176,25 Euro zu.
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Kassapreise gehen leicht zurück
Am deutschen Kassamarkt sind die Weizenpreise zum Wochenbeginn zunächst gestiegen, geben zur Wochenmitte jedoch leicht nach. Am Dienstag (15.09) handelte man Brotweizen mit 12 % Protein am deutschen Exporthafen in Hamburg durchschnittlich mit 171 Euro/t. Das war 1,0 Euro weniger als zum Beginn der Woche (172 Euro). Vor einem Jahr (September 2014) lagen die Preise für den Brotweizen in Hamburg zu diesem Termin etwa bei etwa 170 Euro und waren damit rund 1 Euro niedriger bzw. ähnlich hoch. Bis Ende September 2014 sind die Weizenpreise im vorigen Jahr jedoch bis auf 161 Euro gefallen und konnten sich dann jedoch bis zum Jahresende auf rund 210 Euro erholen.
 
Für A-Weizen mit 13 % Protein wurden am Exporthafen Hamburg am Dienstag (15.09) durchschnittlich 176 Euro/t geboten und damit ebenfalls 1 Euro weniger Preise als zum Beginn der Woche (177 Euro). Vor einem Jahr (September 2014) handelte man A-Weizen in Hamburg zu diesem Termin etwa mit 175 Euro und damit zu 1,0 Euro niedrigeren Preisen als in diesem Jahr. Bis Ende September 2014 sind die A-Weizenpreise im vorigen Jahr dann jedoch bis auf 166 Euro gefallen und dann bis zum Jahresende auf rund 220 Euro gestiegen.
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Für E-Weizen mit 14 % Protein lagen die Angebotspreise in Hamburg am Dienstag (15.09) bei 186 Euro und damit ebenfalls rund 1 Euro niedirger als zum Beginn der Woche (187 Euro). Vor einem Jahr (September 2014) lagen die Preise für E-Weizen in Hamburg bei etwa 185 Euro und waren damit 1 Euro niedriger als die aktuellen Preise. Bis Ende September des vorigen Jahres sind die E-Weizenpreise dann jedoch bis auf 176 Euro gefallen, um bis zum Jahresende auf etwa 230 Euro zu steigen.
 
Sehr niedrige Preise in Frankreich
Beim größten europäischen Weizen-Exporteur Frankreich, wurde für Brotweizen der neuen Ernte ( mit 11 % Protein), am wichtigsten Handelsplatz in Rouen, am Mittwoch (16.09) 152 Euro je t gehandelt und damit zu ähnlichen Preisen wie zum Wochenbeginn jedoch 3 Euro teurer als vor einer Woche (149 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke
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