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Analyse

Weizenpreise können sich nicht halten

von , am
14.01.2015

Vor dem Hintergrund der weiter gefallenen Weizenpreise in den USA und auch wegen des anhaltenden Preisrückgangs bei Mais und Soja, wird das derzeitige Preis-Niveau schwer zu halten sein.

© landpixel
 
Die Weizenpreise in Europa sind nach dem USDA-Report unter Druck geraten, konnten sich dann am Dienstag jedoch wieder etwas erholen. Vor dem Hintergrund der weiter gefallenen Weizenpreise in den USA und auch wegen des anhaltenden Preisrückgangs bei Mais und Soja, wird das derzeitige Preis-Niveau schwer zu halten sein. Sowohl die fundamentalen Daten aus dem USDA-Report als auch die meisten technischen Indikatoren sprechen kurzfristig eher für eine weitere Korrektur der Weizenpreise nach unten. Unterstützung erhielt der Markt zuletzt durch die sehr schwachen Aussaatzahlen beim Winterweizen in den USA sowie durch die anhaltend starken Weizenexporte der Europäer (Ägypten, Algerien).
 
Weizenpreise kommen wieder unter Druck
Die Weizenpreise haben am europäischen Terminmarkt am Dienstag (13.01) etwas zugelegt (dürften aber am heutigen Mittwoch auf die Preiskorrektur in den USA reagieren). Der Märzkontrakt für den Weizen ging mit 195,5 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (194,0 Euro) sind die Preise damit um 0,8 % oder 1,5 Euro gestiegen. Der Maikontrakt notierte am Dienstag bei 196,50 Euro und damit 2,0 Euro höher als am Vortag (194,50 Euro) und die nächste Ernte (September) kostete 193,0 weniger und damit 0,5 Euro mehr als am Vortag (192,50 Euro). Im Vergleich zum Vorjahr (186,25 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit 9,25 Euro höher. Am heutigen Mittwoch starten die Weizenpreise in Chicago mit einem Minus und liegen am europäischen Terminmarkt am Mittwoch Vormittag (11:15 Uhr) bei 193,0 Euro und damit 2,50 Euro niedriger als am Vortag.
 
Weizenpreise am Kassamarkt unter Druck
Am deutschen Kassamarkt haben die Preise am Dienstag behauptet, dürften aber am Mittwoch den Terminmarkpreisen nach unten folgen. Am deutschen Exporthafen in Hamburg handelte man den Brotweizen mit 12 % Protein für die Anlieferung im Februar am Dienstag (13.01) mit 201 Euro/t und damit eben so teuer wie zum Wochenbeginn jedoch deutlich niedriger als eine Woche zuvor (Vw: 208 Euro). A-Weizen mit 13 % Protein kostete in Hamburg für die Anlieferung im Februar 211 Euro/t und damit ebenfalls weniger als vor einer Woche (218 Euro). Für E-Weizen mit 14 % Protein lagen die Angebotspreise bei 231 Euro und damit 1 Euro höher als vor einer Woche (230 Euro).
 
Gleichzeitig wurde der Futterweizen in Hamburg mit 192 Euro und damit 3 Euro niedriger als letzte Woche notiert (Vw: 195 Euro). Im Großhandel in Frankreich kostet der Brotweizen mit 11 % Protein am wichtigsten Handelsplatz in Rouen am Dienstag 190 Euro/t und damit 5 Euro weniger als in der letzten Woche (Vw: 195 Euro). Die Preise für A-Weizen lagen an den deutschen Exporthäfen zuletzt etwa 6 Euro und für E-Weizen sogar 15 Euro höher als im Januar  vor einem Jahr (2014). Brotweizen war etwa so teuer wie im Januar 2014. Futterweizen ist etwa 8 Euro billiger als vor 12 Monaten.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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