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Analyse

Weizenpreise kommen unter Druck

von , am
12.01.2015

Die Weizenpreise haben letzte Woche sowohl an den internationalen Terminmärkten als auch am europäischen Kassamarkt nachgegeben.

© krick/agrar-press
Die Weizenpreise haben letzte Woche sowohl an den internationalen Terminmärkten als auch am europäischen Kassamarkt nachgegeben. Ein Grund für die Preisschwäche an den Terminmärkten waren die sehr schwachen Exportzahlen aus den USA und die im Vergleich zu hohen Exportpreise der Amerikaner. Dabei hätte der Weizen aus den USA eigentlich durchaus Unterstützung erhalten können. Zum einen hatte das USDA den Zustand des Winterweizens bei einem aktuellen Crop-Monitoring in einigen wichtigen Anbaustaaten weitaus schlechter eingestuft als noch im November. Außerdem hatte die private Analystenfirma Informa Economics die Erwartungen an die neue Weizenernte kräftig nach unten korrigiert. Dennoch drückte die Schwäche des US-Weizens an den Exportmärkten und die von Analysten erwartete Aufwärtskorrektur der US-Endbestände im aktuellen USDA-Report auf die Weizenpreise. Außerdem geht das USDA in einer mittelfristigen Prognose für 2015 ebenfalls von weiter rückläufigen Weizenpreisen aus.
 
Europäer im Export weiter stark
Die europäischen Weizenexporte hatten sich über die Feiertage etwas abgeschwächt. Anfang des Jahres 2015 wurde jedoch bereits wieder über eine rege Nachfrage an den Exportmärkten und über neue Abschlüsse berichtet. So meldeten Hände letzte Woche den Einkauf von 700.000 t Weizen durch Algerien aus Europa. Außerdem kaufte Ägypten letzte Woche 180.000 t Weizen zu einem Preis von 263,64 (cif) USD/t 221,5 Euro) in Frankreich. Die fob-Preise lagen  zwischen  248,94 USD (209 Euro) und 250,25 USD/t (210 Euro). Aus Russland lagen bei dieser Auktion keine Angebote vor und der Weizen aus Rumänien und aus dem erstmals mitbietenden Argentinien, war (einschließlich Fracht) zu teurer. Die Europäer haben bis zum 06. Januar im laufenden Wirtschaftsjahr 2014/15 nach den Daten der EU-Kommission 14,77 Mio. t Weichweizen (Lizenzen) ins Ausland verkauft. Das ist eine 2 Prozent bzw. 0,3 Mio. t kleinere Exportmenge als im bisherigen Rekordjahr 2013/14 (15,08 Mio. t). Aus Deutschland wurden bisher 3,85 Mio. t Weizen in Drittländer verkauft, aus Frankreich 4,37 Mio. t.
 
Weizenpreise am Terminmarkt schwächer
Die Weizenpreise haben am europäischen Terminmarkt am Freitag (09.01) weiter nachgegeben. Der Märzkontrakt für den Weizen ging mit 195,25 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (196,75 Euro) waren die Preise damit um 0,8 % oder 1,50 Euro zurückgegangen. Für die hinteren Termine war der Preisrückgang etwas geringer. Der Maikontrakt notierte am Freitag bei 196,25 Euro und damit 1,25 Euro preiswerter als am Vortag (197,50) und die neue Ernte (September) kostete 193,75 weniger und damit 1,00 Euro weniger als am Vortag (194,75 Euro). Im Vergleich zum Vorjahr (186,50 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit fast 10 Euro höher. Am heutigen Montag starten die Weizenpreise am Terminmarkt in Paris mit einem leichten Minus von 0,5 Euro bei 194,75 Euro in den Handel.
 
Weizenpreise am Kassamarkt  schwächer
Am deutschen Kassamarkt haben die Preise nach einem kräftigen zwischenzeitlich Anstieg wieder kräftig nachgegeben. Am deutschen Exporthafen in Hamburg handelte man den Brotweizen mit 12 % Protein für die Anlieferung im Februar am Montag (12.01) mit 201 Euro/t und damit 7 Euro niedriger als am Montag vor einer Woche (Vw: 208 Euro). A-Weizen mit 13 % Protein kostete in Hamburg für die Anlieferung im Februar 211 Euro/t und damit ebenfalls deutlich weniger als vor einer Woche (218 Euro). Für E-Weizen mit 14 % Protein lagen die Angebotspreise bei 231 Euro und damit 1 Euro höher als vor einer Woche (230 Euro). Gleichzeitig wurde der Futterweizen mit 192 Euro und damit 3 Euro niedriger notiert (195 Euro). Im Großhandel in Frankreich kostet der Brotweizen mit 11 % Protein am wichtigsten Handelsplatz in Rouen am Montag nur noch 190 Euro/t und damit 5 Euro weniger als in der letzten Woche (Vw: 195 Euro). Die Preise für A-Weizen lagen an den deutschen Exporthäfen zuletzt etwa 6 Euro und für E-Weizen sogar 15 Euro höher als vor einem Jahr. Brotweizen war etwa so teuer wie im Januar 2014. Futterweizen ist etwa 8 Euro billiger als vor 12 Monaten.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt / agrarmanger
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