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Analyse

Weizenpreise kräftig gestiegen, sehr hohe Volatilität

von , am
26.05.2015

In Europa sind die Weizenpreise in der vorigen Woche kräftig gestiegen. Allerdings war die Heftigkeit der Preisausschläge an den Terminmärkten in beide Richtungen sehr hoch (Volatilität).

© landpixel
 
In Europa sind die Weizenpreise in der vorigen Woche kräftig gestiegen. Auch in den USA konnte der Weizen in der vorigen Woche sein zuvor deutlich verbessertes Niveau gut behaupten. Allerdings war die Heftigkeit der Preisausschläge an den Terminmärkten in beide Richtungen sehr hoch (Volatilität). Ursachen waren wiederholte technische Anpassungsreaktionen der großen Anleger an den Terminmärkten (Short Covering) sowie  Reaktionen des Marktes auf die Folgen der Witterungsentwicklung in bestimmten Regionen und Ländern (USA, Russland, Kanada) und die deshalb befürchteten Ertragsausfälle oder Qualitätseinbußen. In Europa stützte zudem der zuletzt wieder schwächere Euro (gegenüber dem Dollar) die Weizenpreise, denn dieser Rückgang des Euros verbessert die Wettbewerbsposition  der Europäer an den Exportmärkten. Deutschland hat nach Angaben der Kommission bisher schon 8,2 Mio. t Weizen (Lizenzen) in Drittländer verkauft. Frankreich kommt auf Exporte von  8,95 Mio. t.
 
Weizenpreise 8 Euro höher als vorige Woche
Am Dienstag Mittag (26.05) bewegen sich die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt zunächst seitwärts. Der Septemberkontrakt (neue Ernte) beginnt den Handel unverändert bei 182,50 Euro/t. Am vorigen Freitag (22.05) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt nach zwei Tagen mit kräftig steigenden Preisen wieder etwas zurückgegangen. Am gestrigeren Montag (25.05) blieben die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt unverändert. Der Septembertermin (neue Ernte) notiert am vorigen Freitag (und auch am Montag) bei 182,50 Euro/t und damit 2,50 Euro niedriger als am Vortag (185,0 Euro).
 
Gegenüber der Vorwoche (174,50 Euro) sind die Weizenpreise an der MATIF damit um 8,0 Euro bzw. 4,6 % gestiegen. Der Dezemberkontrakt für den MATIF-Weizen ging am Freitag (und am Montag) mit 184,0 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (186,0 Euro) hatten die Preise am Freitag um 1,1 % oder 2,0 Euro nachgegeben. Gegenüber der Vorwoche (176,25 Euro) haben die Weizenpreise für den Dezembertermin jedoch um 7,75 Euro bzw. 4,4 % zugelegt. Im Vergleich zum Vorjahr (191,25 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit nur noch 8,75 Euro niedriger.
 
Weizenpreise am Kassamarkt ebenfalls gestiegen
Am deutschen Kassamarkt sind die Weizenpreise in der letzten Woche ebenfalls weiter gestiegen. Am Ende der vorigen Woche (22.05) handelte man den Brotweizen mit 12 % Protein am Exporthafen in Hamburg durchschnittlich mit 186 Euro/t und damit 8 Euro höher als eine Woche zuvor (178 Euro). Für A-Weizen mit 13 % Protein wurden in Hamburg am vorigen Freitag durchschnittlich 196 Euro/t geboten und damit ebenfalls 8 Euro höhere Preise als eine Woche zuvor (188 Euro). Für E-Weizen mit 14 % Protein lagen die Angebotspreise im Schnitt bei 226 Euro und damit nur 3 Euro höher als eine Woche zuvor (223 Euro).
 
Gleichzeitig handelte man Futterweizen in Hamburg mit 180 Euro damit etwa 4 Euro höher als eine Woche zuvor (176 Euro). Beim größten europäischen Weizenxporteur Frankreich, wurde Brotweizen mit 11 % Protein am wichtigsten Handelsplatz in Rouen am Freitag und auch zum Beginn der aktuelle Woche (26.05) mit 177 Euro/t gehandelt und damit 7 Euro höher als eine Woche davor (170 Euro) .
 
Deutsche Exporte jetzt bei 8,2 Mio. t, Europäer auf Rekordkurs
Die wöchentlichen Exportverkäufe (Lizenzen) von Weizen aus der Europäischen Union in Drittländer waren in der letzten Abrechnungswoche nochmals etwas höher als in der Woche zuvor. Die EU-Kommission meldet für die Woche bis 19. Mai Exportverkäufe von 650. 000 t und damit eine Zunahme der wöchentlichen Drittlandsverkäufe um 36 % gegenüber der Vorwoche (477. 000 t).
 
Aus Deutschland wurden in der letzten Abrechnungswoche 207.000 t Weizen in Drittländer verkauft und aus Frankreich 292.000 t. Insgesamt haben die Europäer im aktuellen Wirtschaftsjahr 2014/15 bereits die Rekordmenge von 29,14 Mio. t Weichweizen in Drittländer verkauft und damit 3,17 Mio. t mehr als im bisherigen Rekordjahr 2013/14 mit 25,9 Mio. t. Die Gesamtausfuhrmenge Deutschlands liegt derzeit bei 8,2 Mio. t, Frankreich verkaufte bislang 8,95 Mio. t, Rumänien 2,29 Mio. t Polen rund 1,99 Mio. t und Litauen 1,6 Mio. t Weizen in Drittländer.
 
US-Exportpreise sind weiter gestiegen
An den US-Exporthäfen wurde der Chicago-Weizen am vorigen Freitag (22.05) für 219 USD/t (Vw: 217 USD/t) verladen und damit 2 USD höher als eine Woche zuvor. Für den proteinreichen Weizen der Sorte Hard Red Winter lagen die Preisforderungen an den US-Exporthäfen bei 246 USD/t (Vw: 239 USD) und damit 7 USD höher als eine Woche zuvor. Die Exportpreise (fob) für die neue US-Ernte (Augusttermin) lagen an den Exporthäfen beim Chicago Weizen (SRW) bei 216 USD/t (Vw: 214 USD) und beim proteinreichen Hard Red Winter bei 249 USD/t (Vw: 243) und damit nochmals 2 bis 6 USD höher als eine Woche zuvor. Gleichzeitig waren die Exportpreise für den neuerntigen Chicago-Weizen 3 USD/t niedriger als die aktuellen Exportpreise, während die neue Ernte beim proteinreichen HRW 3 USD mehr kostet wie die aktuelle Verladung.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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