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Analyse

Weizenpreise peilen 200-Euro-Marke an

von , am
23.03.2015

Die Weizenpreise sind in den USA und in Europa in der letzten Woche nochmals kräftig gestiegen.

© landpixel
 
Die Weizenpreise sind in den USA und in Europa in der letzten Woche nochmals kräftig gestiegen. In den USA lösten vor allem Spekulationen über trockenheitsbedingte Produktionsausfälle in den Hauptanbaugebieten für Winterweizen am letzten Freitag eine regelrechte Preisrallye aus. In Europa treibt weiterhin die unverändert starke Nachfrage von den Exportmärkten die Weizenpreise an. Allerdings hat der steigende Eurokurs in der letzten Woche den Preisanstieg in Europa etwas abgebremst. Dennoch stiegen die Weizenpreise im Wochenverlauf  am europäischen Terminmarkt um rund 3,4 % auf knapp 197 Euro sind mittlerweile nicht mehr allzu weit von der 200-Euro- Marke entfernt. Am heutigen Montag beginnt der vorbörsliche Handel am US-Terminmarkt in Chicago mit weiter steigenden Preisen. Die Entwicklung hilft auch den Weizenpreisen in Europa nach oben und die MATIF beginnt den Handel ebenfalls deutlich Plus.
 
Weizenpreise steigen zum Wochenbeginn weiter
Die Weizenpreise sind am Freitag (20.03) auch am europäischen Terminmarkt gestiegen. Allerdings hat der feste Euro den Kursanstieg begrenzt. Der Maikontrakt für den MATIF-Weizen ging am Freitag mit 196,75 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zur Vorwoche (190,25 Euro) sind die Preise an der MATIF um rund 3,4 % bzw. 6,50 Euro gestiegen. Im Vergleich zum Vortag (194,50 Euro) sind die Preise um 1,2 % oder 2,25 Euro nach oben geklettert. Die neue Ernte (September) kostete am Freitag 193,25 Euro und damit 1,75 Euro mehr als am Vortag (191,50 Euro) und 4,75 Euro mehr als vor einer Woche (188,50 Euro). Gleichzeitig sind die Preise für die neue Weizenernte (September) 3,50 Euro niedriger als die Preise für den aktuellen Mai-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (206,0 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit 9,25 Euro niedriger. Am Montag Vormittag folgt der Weizen am europäischen Terminmarkt den festen Vorgaben aus Chicago folgen und legt zum Handelsbeginn 2 Euro zu und notiert für den Mai bei 198,75 Euro und damit nur noch knapp von der 200-Euro-Marke entfernt und für die neue Ernte bei 195 Euro.
 
Preisrallye in den USA
Am Terminmarkt in Chicago haben die Weizenpreise (Maikontrakt) am vorigen Freitag (20.03) einen Sprung von 3,5 % auf 530,0 Ct je Buschel (180,0 Euro/t) nach oben gemacht. Im Wochenvergleich sind die Weizenpreise in Chicago damit sogar um 5,6 % gestiegen. Für den in Kansas gehandelten proteinreichen Weizen der Sorte Hard Red Winter legten die Preise am Freitag um 3,5 % auf 569,4 US/t (193,4 Euro) zu. Am Montag Vormittag (MEZ) liegen die Weizenpreise in Chicago im elektronischen Handel erneut deutlich 1,6 % im Plus bei 538,4 Ct je Buschel (182,8 Euro). An den US-Exporthäfen wurde der Chicago-Weizen am Freitag für 239 USD/t (221 Euro) verladen. Das waren 9 USD mehr als vor einer Woche (230 USD). Für den proteinreichen Weizen der Sorte Hard Red Winter lagen die Preisforderungen an den US-Exporthäfen am Freitag bei 261 USD/t (241 Euro) und damit 5 USD höher als eine Woche zuvor (256 USD). Die Preisvorstellungen (fob) für die neue US-Ernte (August) lagen beim Chicago Weizen (SRW) bei 226 USD/t ( 209 Euro) und beim Hard Red Winter bei 261 USD/t (241 Euro) .
 
Weizenpreise am Kassamarkt mit Nachholbedarf
Am deutschen Kassamarkt sind die Weizenpreise in der dritten Märzwoche gestiegen und dürften auch am heutigen Montag weiter zulegen. Am vergangenen Freitag (20.03) handelte man den Brotweizen mit 12 % Protein am Exporthafen in Hamburg mit 196 Euro/t und damit 3 Euro höher als am Freitag zuvor (193 Euro). A-Weizen mit 13 % Protein kostete in Hamburg am Freitag 211 Euro/t und damit ebenfalls 3 Euro mehr als eine Woche (208 Euro) zuvor. Für E-Weizen mit 14 % Protein lagen die Angebotspreise im Schnitt bei 241 Euro und damit ebenfalls 3 Euro höher als vor einer Woche (238 Euro). Im Vergleich zu den Preisen vor einem Jahr sind die Preise für Brotweizen (212 Euro) derzeit 16 Euro niedriger, A-Weizen (215 Euro) kostet derzeit 4 Euro weniger, während für E-Weizen (225 Euro) derzeit 16 Euro mehr gezahlt werden. Gleichzeitig wurde Futterweizen in Hamburg am Freitag mit 183 Euro gehandelt und damit 1 Euro teurer als am Freitag zuvor (182 Euro) und 25 Euro preiswerter als vor einem Jahr (208 Euro). Beim größten europäischen Exporteur Frankreich kostet der Brotweizen mit 11 % Protein am wichtigsten Handelsplatz in Rouen am Freitag (20. März) 181 Euro und damit 3 Euro mehr als vor einer Woche (178 Euro/t).
 
Deutschland hat schon 6,0 Mio. t Weizen exportiert
Die Exportverkäufe (Lizenzen) von Weizen aus der Europäischen Union in Drittländer blieben auch in der letzten Abrechnungswoche hoch, wenn auch nicht so hoch wie in der Woche zuvor. Die EU-Kommission meldet für die Woche bis 17. März Exportverkäufe von 780. 000 t und damit einen Rückgang gegenüber der extrem guten Vorwoche (1.594.000 t). Deutsche Exporteure verkauften in der letzten Woche 156.000 t Weizen (Vw: 498.000 t) und aus Frankreich gingen 455.000 t (Vw: 313.000) in Drittländer, aus Polen 90.000 t (Vw: 110.000 t) und aus Rumänien 31.000 t ( Vw: 72.000 t). Die gesamte Ausfuhrmenge Deutschlands liegt jetzt bei 6,03 Mio. t und Frankreich kommt auf 7,3 Mio. t. Insgesamt haben die Europäer im aktuellen Wirtschaftsjahr 2014/15 schon 23,7 Mio. t Weizen in Drittländer verkauft und damit knapp 2,0 Mio. t mehr als im bisherigen Rekordjahr 2013/14 mit 23,27 Mio. t .
 
US-Weizen-Exporte gehen wieder zurück
Die Exportverkäufe der USA waren in der letzten Woche schwächer. Das USDA meldet für die aktuelle Abrechnungswoche Exportverkäufe (Netto abzüglich Stornierungen) von 391.900 t Weizen. Das sind 12 % weniger als in der Vorwoche (445.200 t). Insgesamt haben die USA damit bis zum aktuellen Termin rund 22,6 Mio. t Weizen ins Ausland verkauft. Für das gesamte Wirtschaftsjahr 2014/15 erwartet das USDA US-Weizenexporte von 24,49 Mio. t und damit noch Ausfuhren von 1,89 Mio. t. Im vorigen Wirtschaftsjahr 2013/14 lag die US-Ausfuhrmenge zum aktuellen Termin bei 29,5 Mio. t und war damit 31 % oder 6,9 Mio. t größer.
 
Neue Ernte am Schwarzen Meer bei 208 USD/t
Russland hat im aktuellen Wirtschaftsjahr bis zum 18. März rund 19,3 Mio. t Weizen exportiert und die Ausfuhren kommen allmählich zum Ende. Für russischen Weizen der neuen Ernte (August) mit 12,5 % Protein bewegten sich die Preisforderungen an den russischen Schwarzmeerhäfen (fob) derzeit bei 208 USD/t (Vw: 205 USD/t). Die Ukraine hatte bis zum 19. März etwa 9,55 Mio. t Weizen exportiert. Die aktuellen ukrainischen Exportpreise fob -Schwarzmeerhafen liegen für ukrainischen Weizen mit 12,5 % bei 215 USD/t (Vw: 223 USD/t) und für die neue Ernte liegen die Preisforderungen wie in Russland bei 208 USD/t ( Vw: 205 USD/t). Ukrainischer Weizen mit 11,5 % wird aktuell für 210 USD/t (Vw: 215 USD/t) angeboten.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
 
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