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Analyse

Weizenpreise rutschen unter 200 Euro

von , am
05.01.2015

Die Weizenpreise sind zum Jahresbeginn etwas unter Druck geraten. In Übersee gaben die Preise allerdings stärker nach als in Europa.

© landpixel
 
Die Weizenpreise sind zum Jahresbeginn etwas unter Druck geraten. In Übersee gaben die Preise allerdings stärker nach als in Europa. Am heutigen Montag (05. Januar) starten die Weizenpreise im elektronischen vorbörslichen Handel in Chicago mit einem kräftigen Plus und dürften auch den Weizenpreisen in Europa nach oben helfen. Dabei waren der Handel und vor allem auch die Datenlage über die Feiertage eher dünn und die Märkte dürften wohl erst in der aktuellen Woche einen eindeutigen Trend finden und die aufgelaufenen Informationen verarbeiten.
 
Am Montag (12.01) der nächsten Woche wird zudem der erste USDA-Report des Jahres 2015 für neue Eckdaten an den Märkten sorgen und die weitere Richtung bei den Preisen vorgeben. Üblicherweise bringt der Januar-Report des USDA deutlich mehr Bewegung in die Märke als der vorausgegangene Dezemberreport. Dies gilt wegen der bevorstehenden Ernte in Südamerika zwar noch deutlich stärker für Mais und Soja als für Weizen. Aber auch beim Weizen gibt es aus Australien und Argentinien neue Daten zur Weizenernte und zum Export.
 
Russland reguliert Exporte und erhöht Aufkaufpreise
Für die Exportmärkte (und damit auch für die Weizenpreise in Europa) ist die weitere Entwicklung in Russland entscheidend. Russland hat mit Wirkung vom 1ten Februar 2015 Exportzölle bei Weizen eingeführt. Ziel der Maßnahme ist es den starken Anstieg der Weizenpreise am russischen Binnenmarkt abzubremsen und den Markt zu stabilisieren. Die Höhe des ab 1ten Februar 2015 geltenden Exportzolls für Weizen wird mit 15 % des Zollwertes der Ware angegeben, zuzüglich 7,5 Euro. Der Mindestzollsatz soll bei 35 Euro je Tonne Weizen liegen. Außerdem hat das russische Landwirtschaftsministerium die Preise für den Aufkauf von Weizen durch den staatlichen Interventionsfonds um rund 50 Prozent erhöht.
 
Weizenpreise zum Wochenbeginn wieder fester
Die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt sind am ersten Handelstag des Jahres 2015 (wegen der schwachen Vorgaben aus den USA) unter Druck geraten. Am letzten Freitag (02.01.) kostete der Weizen (Januar) am europäischen Terminmarkt noch 198 Euro/t. Im Vergleich zum letzten Handelstag im alten Jahr 2014 (30.12.) gaben die Preise damit um 2,00 Euro oder 1,0 % nach. Gegenüber dem Niveau von Mitte Dezember (196 Euro) waren die Preise am europäischen Terminmarkt noch immer 2,0 Euro höher.
 
Für die hinteren Termine liegen die Preise auf einem ähnlichen Niveau. Der Märzkontrakt notierte am 02. Januar bei 199,0 Euro/t und der Maitermin ging bei 198,50 Euro aus dem Handel. Die nächste Ernte (September 2015) kostete 196 Euro (Vortag: 198,75 Euro). Am heutigen Montag (05. Januar) starten die Preise für den Weizen in Chicago im vorbörslichen Handel mit einem deutlichen Plus von 1,6 % und dürften auch den Preisen in Europa nach oben helfen. Am Montag Mittag (05.01) kostete der Weizen für den Märzkontrakt am  europäischen Terminmarkt  bereits wieder 201,25 Euro/t und damit 3,25 Euro bzw. 1,6 % mehr als Freitag (198,0 Euro).
 
Weizenpreise am Kassamarkt dürften sich behaupten
Am deutschen Kassamarkt war der Handel in den letzten beiden Wochen sehr dünn. Zum Beginn der neuen Woche (05.01.) könnte die Preise den zuletzt etwas schwächeren Terminmarkpreise nach unten folgen, dürften sich dann jedoch (wegen der festen Vorgaben aus den USA) behaupten bzw. wieder zulegen. Am deutschen Exporthafen in Hamburg handelte man den Brotweizen mit 12 % Protein für Februar zum Jahreswechsel (30.12) mit 204 Euro/t und damit etwa so teurer wie eine Woche zuvor (205 Euro).
 
Für A-Weizen mit 13 % Protein wurden in Hamburg für den Februar 214 Euro/t (Vw: 215) geboten. Für E-Weizen mit 14 % Protein lagen die Angebotspreise bei 226 Euro (Vw: 227 Euro). Gleichzeitig wurde der Futterweizen mit 189 Euro und damit 4 Euro höher notiert (Vw. 185 Euro). Im Großhandel in Frankreich kostet der Brotweizen mit 11 % Protein am wichtigsten Handelsplatz in Rouen am Freitag (02.01) 193 Euro/t (Vw: 190). Die Preise für A- und E-Weizen waren an den deutschen Exporthäfen zuletzt 5 bis 10 Euro höher als im letzten Jahr und Brotweizen war eben so teuer. Futterweizen wird derzeit 15 Euro billiger gehandelt als vor 12 Monaten.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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