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Analyse

Weizenpreise schaffen es noch nicht nach oben

von , am
07.09.2015

Am deutschen Kassamarkt geben die Weizenpreise zum Beginn der neuen Woche noch einmal etwas nach

© krick/agrar-press
 
Am deutschen Kassamarkt geben die Weizenpreise zum Beginn der neuen Woche noch einmal etwas nach. Am französischen Kassamarkt  können sich die Weizenpreise zum Wochenstart auf dem sehr niedrigen Niveau vom vorigen Freitag behaupten. Unterstützung erhalten die Weizenpreise jedoch vom europäischen Terminmarkt, wo die Preise am heutigen Montag zum Handelsbeginn zulegen könnnen. Ob dies Anzeichen einer Bodenbildung bei den Weizenpreisen sind, entscheidet sich im Moment vor allem an den Exportmärkten.
 
Ende der letzten Woche hatte Frankreich, bei einer Ausschreibung des weltgrößten Weizenimporteurs Ägypten, seinen Weizen fob-Exporthafen billiger angeboten als die beiden bisherigen Preisführer Russland und Ukraine. Allerdings waren die französischen Transportkosten noch etwas zu hoch, um an Ende auch den Zuschlag zu bekommen.
 
Dezember-Weizen 19 Euro teurer als Septembertermin
Am Freitag sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt für den auslaufenden Septembertermin gestiegen und haben sich für den neuen Frontmonat Dezember nicht verändert. Der Septembertermin beendete den Handel am Freitag bei 147,75 Euro/t und damit 1,0 Euro bzw. 0,7 % höher als am Vortag (146,75 Euro). Der Dezemberkontrakt für den MATIF-Weizen ging am Freitag mit 166,50 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (166,50 Euro) hatten sich die Dezemberpreise damit nicht verändert.
 
Der Abstand zwischen dem Dezember und dem auslaufenden Septemberweizen, betrug am Freitag 18,75 Euro bzw. 12,7 %. Der Märzkontrakt für den MATIF-Weizen ging am Freitag mit 174,25 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (173,50 Euro) haben die Märzpreise damit um 0,75 Euro zugelegt. Das Preisniveau vom vorigen Jahr (172,25 Euro) verfehlten die Weizenpreise für den Dezembertermin (166,50 Euro) am Freitag um 5,75 Euro bzw. 3,5 %.
 
Am heutigen Montag Nachmittag (15:00) liegen die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt für den Dezember und für den März erneut leicht im Plus. Der Dezemberkontrakt notierte bei 167,75 Euro und damit 1,25 Euro höher und der März wurde mit 175,75 Euro/t gehandelt und damit mit einem Aufschlag von 1,50 Euro.
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Kassapreise erholen sich leicht
Am deutschen Kassamarkt haben sich die Weizenpreise am Ende der vorigen Woche behauptet und starten nun jedoch etwas schwächer in die neue Woche. Am Montag (07.09) handelte man Brotweizen mit 12 % Protein am deutschen Exporthafen in Hamburg durchschnittlich mit 169 Euro/t. Das waren 3 Euro weniger als am Ende der vorigen Woche (172 Euro). Vor einem Jahr (September 2014) lagen die Preise für den Brotweizen in Hamburg zu diesem Termin etwa bei 180 Euro und waren damit rund 11 Euro höher. Bis Ende September 2014 sind die Weizenpreise im vorigen Jahr dann bis auf etwa 160 Euro gefallen und dann bis zum Jahresende auf rund 210 Euro gestiegen.
 
Für A-Weizen mit 13 % Protein wurden am Exporthafen Hamburg am Montag (07.09) durchschnittlich 174 Euro/t geboten und damit 3 Euro niedrigere Preise als am Ende der vorigen Woche (177 Euro). Vor einem Jahr (September 2014) handelte man A-Weizen in Hamburg zu diesem Termin etwa mit 185 Euro und damit zu 11 Euro höheren Preisen als in diesem Jahr. Bis Ende September 2014 sind die A-Weizenpreise im vorigen Jahr dann jedoch bis auf 166 Euro gefallen und dann jedoch bis zum Jahresende auf rund 220 Euro gestiegen.
 
Für E-Weizen mit 14 % Protein lagen die Angebotspreise in Hamburg am Montag (07.09) bei 184 Euro und damit ebenfalls rund 3 Euro niedriger als am Ende der vorigen Woche (187 Euro). Vor einem Jahr (September 2014) lagen die Preise für E-Weizen in Hamburg bei etwa 195 Euro und waren damit 11 Euro höher als die aktuellen Preise. Bis Ende September 2014 sind die E-Weizenpreise dann jedoch bis auf 176 Euro gefallen, um bsi zum Jahresende auf etwa 230 Euro zu steigen.
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Wenig Bewegung in Frankreich
Beim größten europäischen Weizen-Exporteur Frankreich, wurde für Brotweizen mit 11 % Protein, am wichtigsten Handelsplatz in Rouen, am heutigen Montag (07.09) 149 Euro je Tonne geboten. Das war eben so viel (wenig) wie am Ende der vorigen Woche (149 Euro) und in etwa der Preis, für den der auslaufende Septembertermin an der MATIF (148 Euro) am heutigen Montag gehandelt gehandelt wird.
 
Dr. Olaf Zinke
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