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Analyse

Weizenpreise im Sog von Ernteprognosen und Exportdaten

von , am
09.03.2015

In der vorigen Woche sind die Weizenpreise vor allem in den USA, aber auch in Europa zurückgegangen. Am Montag Vormittag folgen die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt den sehr festen Vorgaben aus Chicago nach oben und beginnen den Handel deutlich im grünen Bereich.

© landpixel
 
In der vorigen Woche sind die Weizenpreise vor allem in den USA, aber auch in Europa zurückgegangen. Innerhalb einer Woche verloren die Weizenpreise in den USA rund 6 %. In Europa war die Korrektur deutlich moderater, dennoch verloren die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt im Wochenverlauf ebenfalls rund 2 %. Am deutschen Kassamarkt konnten sich die Weizenpreise knapp behaupten, während die Weizenpreise in Frankreich etwas stärker nachgaben. Am Montag Vormittag folgen die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt den sehr festen Vorgaben aus den USA nach oben und beginnen den Handel deutlich im grünen Bereich.
 
Ernteprognosen drücken auf die Preise
Die Gründe für den massiven Preisruck beim US-Weizen und die im Vergleich robusten europäischen Weizenpreise liegen weiterhin in der sehr unterschiedlichen Exportdynamik beider Regionen. Eng damit verbunden ist die aktuelle Entwicklung der Wechselkurse Euro/ Dollar, die den Europäern ebenso deutliche Wettbewerbsvorteile verschafft, wie die niedrigeren Frachtkosten zu den Absatzmärkten in Nordafrika und im Nahen und Mittleren Osten. Verantwortlich für den Preisdruck in den USA waren jedoch auch die aktuellen Ernteprognosen für 2015. So schätzt das russische Landwirtschaftsministerium die russische Getreideernte 2015 auf 100 Mio. t und damit nur geringfügig kleiner als im letzten Jahr mit 104 Mio. t. Ausgesprochen optimistisch äußerten sich zudem auch die FAO in einer ersten Ernteprognose für 2015 sowie die Analysten der privaten Analystenfirma Informa Economics zur neuen Weizenernte 2015. So schätzte die FAO die nächste globale Weizenernte auf 720 Mio. t und damit nur geringfügig kleiner als die Rekordernte aus dem letzten Jahr (727 Mio. t). Die Ernteschätzung von Informa Economics liegt ebenfalls bei 720,5 Mio. t. Damit würde die Versorgungslage am Weizenmarkt auch im nächsten Wirtschaftsjahr sehr komfortabel, auch wenn vor allem Europäer und Russen wohl weniger Weizen ernten und exportieren werden als im aktuellen Wirtschaftsjahr.
 
Die neue globale Weizenernte wird wieder sehr groß:
https://agrarmanager.agrarheute.com/s/fao-informa-weizen-2015

 
Weizenpreise starten fester in die neue Woche
Die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt haben sich am Freitag (06.03) fast nicht verändert. Der Maikontrakt für den MATIF-Weizen ging mit 184,75 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (185,0 Euro) sind die Preise damit 0,15 % oder 0,25 Euro zurückgegangen. Die neue Ernte (September) kostete 184,0 Euro und damit 0,25 Euro mehr als am Vortag (183,75 Euro). Damit sind die Preise für die neue Weizenernte (September) 0,75 Euro niedriger als die Preise für den aktuellen Mai-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (197 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit 12,25 Euro niedriger. Im letzten Jahr sind die Weizenpreise im März und im April zeitweise bis auf 209 Euro gestiegen. Am Montag Vormittag folgt der Weizen (Mai) am europäischen Terminmarkt zunächst den sehr festen Vorgaben aus Chicago nach oben und liegt 1,0 Euro im Plus bei 185,75 Euro. Am Terminmarkt in Chicago sind die Weizenpreise für den Maikontrakt am Freitag (06.03) nach einer sehr schwachen Woche um 0,4 % auf 482,4 Ct je Buschel (163,1 Euro/t) gestiegen. Für den in Kansas gehandelten Weizen Hard Red Winter legten die Preise um 1,0 % auf 522,2 US/t (176,5 Euro) zu. Am Montag Vormittag (MEZ) liegen die Weizenpreise in Chicago im elektronischen Handel sogar 1,4 % im Plus bei 489,2 Ct je Buschel (165,3 Euro).
 
Weizenpreise am Kassamarkt knapp behauptet
Am deutschen Kassamarkt haben sich die Weizenpreise in der ersten Märzwoche knapp behauptet. Angesichts der festen Preise am Terminmarkt und der anhaltend guten Exportnachfrage könnten Preise zum Wochenbeginn ebenfalls leicht zulegen. Am vergangenen Freitag (06.03) handelte man den Brotweizen mit 12 % Protein am Exporthafen in Hamburg mit 190 Euro/t und damit 1 Euro niedriger als am Freitag zuvor (191 Euro). A-Weizen mit 13 % Protein kostete in Hamburg 205 Euro/t und damit ebenfalls 1 Euro weniger wie eine Woche (206 Euro) zuvor. Für E-Weizen mit 14 % Protein lagen die Angebotspreise im Schnitt bei 235 Euro und damit ebenfalls 1 Euro niedriger als vor einer Woche (236 Euro). Gleichzeitig wurde der Futterweizen in Hamburg mit 182 Euro gehandelt und damit 1 Euro niedriger als letzte Woche (183 Euro). Beim größten europäischen Exporteur Frankreich kostet der Brotweizen mit 11 % Protein am wichtigsten Handelsplatz in Rouen am Montag (09. März) 174 Euro und damit 3 Euro weniger als vor einer Woche (177 Euro/t).
 
Europäische Weizenexporte gehen zurück
Die Exportverkäufe (Lizenzen) von Weizen aus der Europäischen Union in Drittländer gingen in der letzten Abrechnungswoche zurück. Die EU-Kommission meldet für die Woche bis 03. März Exportverkäufe von 505.000 t und damit einen Rückgang gegenüber der Vorwoche (912.000 t) von 45 % oder 407.000 t. Deutsche Exporteure verkauften in der letzten Woche 144.000 t Weizen (Vw: 278.000 t) und aus Frankreich verkaufte man 127.000 t (Vw: 354.000) in Drittländer, aus Polen 134.000 t (Vw: 63.000 t) und aus Rumänien 20.000 t ( Vw: 67.000 t). Die Gesamtausfuhrmenge Deutschlands liegt jetzt bei 5,38 Mio. t und Frankreich kommt auf 6,54 Mio. t. Insgesamt haben die Europäer im aktuellen Wirtschaftsjahr 2014/15 schon 21,3 Mio. t Weizen in Drittländer verkauft und damit 0,5 Mio. t mehr als im bisherigen Rekordjahr 2013/14 mit 20,8 Mio. t .
 
US-Weizen-Exporte etwas verbessert
Die Exportverkäufe der USA waren nach dem Preisrückgang der letzten Wochen etwas besser. Das USDA meldet für die aktuelle Abrechnungswoche Exportverkäufe (Netto abzüglich Stornierungen) von 469.600 t Weizen. Das sind 42 % mehr als in der Vorwoche (328.636 t). Insgesamt haben die USA damit bis zum aktuellen Termin rund 21,8 Mio. t Weizen ins Ausland verkauft. Für das gesamte Wirtschaftsjahr 2014/15 erwartet das USDA US-Weizenexporte von 24,4 Mio. t und damit noch Ausfuhren von 2,6 Mio. t. Im vorigen Wirtschaftsjahr 2013/14 lag die US-Ausfuhrmenge zum aktuellen Termin bei 28,6 Mio. t und war damit 31 % oder 6,8 Mio. t größer.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
 
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