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Analyse

Weizenpreise machen Sprung nach oben

von , am
06.01.2015

Die Weizenpreise sind am ersten Handelstag dieser Woche sowohl am Terminmarkt als auch am deutschen Kassamarkt kräftig gestiegen.

© landpixel
Die Weizenpreise sind am ersten Handelstag dieser Woche sowohl am Terminmarkt als auch am deutschen Kassamarkt kräftig gestiegen. Ursache waren zum einen die überraschend kräftig steigenden Weizenpreise in den USA und zudem die ganz offensichtlich weiterhin starke Nachfrage (nach europäischem Weizen) von den Exportmärkten. Etwas überraschend ist dabei auch der im Verhältnis zum Qualitätsweizen relativ kräftige Anstieg der Preise für Futterweizen in Deutschland, der ganz offensichtlich auch auf eine kräftige Belebung der heimischen Nachfrage nach Futterweizen hindeutet.
 
Export kurbelt Nachfrage weiter an
Dabei hatten viele Analysten zum Jahresbeginn eigentlich weder aus fundamentaler noch aus technischer Sicht mit diesem Anstieg der Weizenpreise gerechnet. Vielmehr ging man davon aus dass die Reduzierung der russischen Exporte ab Februar bereits eingepreist ist und der Wettbewerb an den Exportmärkten mit der anstehenden Ernte in der südlichen Hemisphäre (Australien, Argentinien) erst einmal relativ groß bleibt. Für die Europäer spricht im Export dabei nicht nur der reichlich verfügbare Weizen aus der Rekordernte 2014 und die insbesondere in Deutschland vorhandene gute Qualität sondern auch der weiter fallende Euro (unter 1,20 USD), der die europäischen Weizenausfuhren (in USD) weiter verbilligt und die Wettbewerbsfähigkeit an den Exportmärkten verbessert.
 
Gestützt wurden die Weizenpreise zum Wochenbeginn auch durch Meldungen aus den USA über regionale Frostschäden (und Trockenheit) beim Winterweizen der Ernte 2015, wegen zu geringer Schneebedeckung. Zum Umfang der Weizenaussaat (Winterweizen) in den USA wird das USDA in der nächsten Woche aktuelle Zahle liefern. Aktuelle Exportzahlen aus Deutschland und Europa liegen wegen der Weihnachtferien in Brüssel bislang leider nicht vor.
 
Weizenpreise am Terminmarkt über 200 Euro
Die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt sind am Montag (05.01) mit den Weizenpreisen in den USA kräftig gestiegen und haben erneut die 200-Euro-Marke übersprungen Am Montag (05.01.) ging der Märzkontrakt für den Weizen europäischen Terminmarkt mit 202,75 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Freitag (02.01.) legten die Preise damit um 3,75 Euro oder 1,9 % zu. Der Maikontrakt notierte am 05. Januar ebenfalls bei 202,75 und damit 4,25 Euro höher und die nächste Ernte (September) kostete 198,75 Euro und damit 2,75 Euro mehr als am Vortag. Am heutigen Dienstag (06. Januar) starten die Weizenpreise in Chicago mit einem Plus 0,6 % und dürften damit (sollte es dabei bleiben) erneut  auch die Weizenpreise in Europa stützen.
 
Weizenpreise am Kassamarkt kräftig gestiegen
Am deutschen Kassamarkt haben die Preise zum Beginn der Woche kräftig zugelegt. Am deutschen Exporthafen in Hamburg handelte man den Brotweizen mit 12 % Protein für die Anlieferung im Februar am Montag (05.01) mit 208 Euro/t und damit 4 Euro teurer wie eine Woche zuvor (204 Euro). Für A-Weizen mit 13 % Protein wurden in Hamburg für den Februar 218 Euro/t (Vw: 214) geboten. Für E-Weizen mit 14 % Protein lagen die Angebotspreise bei 230 Euro (Vw: 226 Euro). Gleichzeitig wurde der Futterweizen mit 195 Euro und damit 6 Euro höher notiert (Vw. 189 Euro). Im Großhandel in Frankreich kostet der Brotweizen mit 11 % Protein am wichtigsten Handelsplatz in Rouen am Montag 195 Euro/t (Vw: 193). Die Preise für A- und E-Weizen lagen an den deutschen Exporthäfen zuletzt 10 bis 12 Euro höher als im letzten Jahr und Brotweizen war etwa so teuer wie 2013. Futterweizen wird derzeit 10 Euro billiger gehandelt als vor 12 Monaten.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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