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Analyse

Weizenpreise stehen weiter unter Druck

von , am
15.06.2015

Der Weizen startet an den Terminmärkten mit deutlich nachgebenden Preisen in die neue Woche. Dabei rutschen die Terminmarktpreise am Montag unter 180 Euro.

© landpixel
 
Der Weizen startet an den Terminmärkten mit deutlich nachgebenden Preisen in die neue Woche. Dabei rutschen die Terminmarktpreise am Montag unter 180 Euro. In der zweiten Hälfte der Vorwoche hatten die Weizenpreise auch am europäischen Kassamarkt kräftig nachgegeben und dürften angesichts der weiter fallenden Terminmarktpreise wohl auch zum Beginn der neuen Woche weiter unter Druck stehen.
 
Wichtigste Ursache für den sich fortsetzenden Preisdruck auf beiden Seiten des Atlantiks dürften die sehr niedrigen Exportpreise Russlands für den Weizen der neuen Ernte sein. Am Ende der vorigen Woche verkauften die Russen auf zwei aufeinanderfolgenden Auktionen des größten Weizenimporteurs Ägypten ihren Weizen der neuen Ernte zu fob-Preisen von nur 190,5 USD/t bis 192 USD/t.
 
Mithalten konnte bei der Auktion nur noch Rumänien mit Preisen von ebenfalls 192 USD/t sowie die Ukraine mit fob-Preisen von 190 USD. Allerdings waren die ukrainischen Frachtkosten zu hoch, um einen Zuschlag zu erhalten. Der Weizen aus Frankreich und aus den USA war hingegen im Vergleich deutlich teurer. Zudem waren auch die Transportkosten für Frankreich und erst recht für die USA zu hoch.
 
Weizenpreise starten am Montag unter 180 Euro
Am heutigen Montag (15.06) folgen die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt den US-Preisen nach unten und liegen zum Handelsbeginn am Montag Mittag erneut 2,0 Euro bzw. 1,1 % im Minus bei nur noch 178,25 Euro und damit auch deutlich unter der technisch und psychologisch wichtigen Marke von 180 Euro. Am vorigen Freitag (12.06) hatten sich sich die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt zunächst behauptet. Der Septembertermin (neue Ernte) beendete den Handel bei 180,25 Euro/t und damit unverändert zum Vortag (183,50 Euro).
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Gegenüber der Vorwoche (184,50 Euro) sind die Weizenpreise an der MATIF damit um 4,25 Euro bzw. 2,3 % zurückgegangen. Der Dezemberkontrakt für den MATIF-Weizen ging am Freitag mit 182,50 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (182,0 Euro) hatten die Preise am Freitag um 0,3 % oder 0,5 Euro zugelegt. Gegenüber der Vorwoche (185,75 Euro) sind die Weizenpreise für den Dezembertermin jedoch um Euro bzw. 3,25 Euro zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahr (189,75 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit 9,50 Euro niedriger.
 
Weizenpreise geben auch am Kassamarkt nach
Am deutschen Kassamarkt hatten die Weizenpreise bereits in der zweiten Hälfte der Vorwoche (nach dem USDA-Report)  nachgegeben. Am heutigen Montag könnten die Kurse unter dem Druck der fallenden Terminmarktpreise weiter zurückgehen. Am vorigen Freitag (12.06.) handelte man den Brotweizen mit 12 % Protein am Exporthafen in Hamburg durchschnittlich mit 183 Euro/t. Das war nur ein Euro weniger als eine Woche zuvor (184 Euro). Mitte der letzten Woche hatten die Preise allerdings zweitweise bei 187 Euro gelegen und waren dann bis zum Ende der Woche sehr kräftig um 5 Euro gefallen.
Die Preisangebote für die neue Ernte (September) lagen am vorigen Freitag bei etwa 184 Euro und damit sogar 6 Euro niedriger als noch zur Wochenmitte und 1 Euro über den aktuellen Preisen. Vor einem Jahr (Juni 2014) lagen die Preise für den Brotweizen in Hamburg bei etwa 193 Euro und waren damit rund 10 Euro höher als in diesem Jahr.
 
Preise für Qualitätsweizen fallen ebenfalls
Für A-Weizen mit 13 % Protein wurden am Exporthafen Hamburg am vorigen Freitag (12.06) durchschnittlich 193 Euro/t geboten und damit 5 Euro niedrigere Preise als noch zur Wochenmitte (197 Euro) und 1 Euro weniger wie in der Woche zuvor (194 Euro). Vor einem Jahr (Juni 2014) lagen die Preise für A-Weizen in Hamburg bei etwa 195 Euro und waren damit 2 Euro höher als in diesem Jahr. Die Preisangebote für die neue Ernte (September) liegen bei A-Weizen ebenfalls auf ähnlichem Niveau wie die aktuellen Preise.
 
Für E-Weizen mit 14 % Protein lagen die Angebotspreise am vorigen Freitag im Schnitt bei 223 Euro und damit 5 Euro niedriger als noch zur Wochenmitte  und 1 Euro niedriger als in der vorigen Woche (224). Die Preisangebote für die neue Ernte (September) lagen weiterhin rund 10 Euro unter den aktuellen (Juni) Preisen für alterntige Ware. Vor einem Jahr (Juni 2014) lagen die Preise für E-Weizen in Hamburg bei 205 Euro und waren 18 Euro niedriger als die aktuellen Preise.
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Weizen-Preise auch in Frankreich unter Druck
Beim größten europäischen Weizen-Exporteur Frankreich, wurde für Brotweizen der neuen Ernte mit 11 % Protein am wichtigsten Handelsplatz in Rouen am Montag 174 Euro geboten. Das waren 5 Euro niedrigere Preise als vor einer Woche (179 Euro).
 
US-Exportpreise geben nach
An den US-Exporthäfen wurde der Chicago-Weizen am vorigen Freitag (12.06) für knapp 211 USD/t (Vw: 216 USD/t) verladen und damit 5 USD preiswerter als eine Woche zuvor. Für den proteinreichen Weizen der Sorte Hard Red Winter lagen die Preisforderungen an den US-Exporthäfen bei 241 USD/t (Vw: 244 USD) und damit 3 USD niedriger als eine Woche zuvor.
 
Die Exportpreise (fob) für die neue US-Ernte (August) lagen an den Exporthäfen beim Chicago Weizen (SRW) bei 211,5 USD/t (Vw: 216 USD) und beim proteinreichen Hard Red Winter bei knapp 245 USD/t (Vw: 248) und damit 3 bzw. 5 USD niedriger als eine Woche zuvor. Am heutigen Montag dürften die US-Exportpreise mit den fallenden Terminmarktpreisen allerdings weiter deutlich nachgeben.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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