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Analyse

Weizenpreise am Terminmarkt fest, am Kassamarkt schwächer

von , am
25.02.2015

Am Dienstag sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt mit Unterstützung aus den USA leicht gestiegen.

© landpixel
 
Am Dienstag sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt mit Unterstützung aus den USA leicht gestiegen. Grund für die Marktstabilisierung in Übersee war der größte Lieferabschluss der Amerikaner mit dem größten globalen Weizenimporteur Ägypten seit mehreren Jahren. Am deutschen Kassamarkt haben die Preise zum Wochenbeginn hingegen etwas nachgegeben, obwohl die Exportnachfrage für europäischen Weizen unverändert rege ist und auch die Preise am Binnenmarkt stützt.
 
Ägypten kauft Weizen in den USA
Die Weizenpreise haben in den USA durch den größten Lieferabschluss der Amerikaner mit Ägypten seit mehreren Jahren am Dienstag Unterstützung erhalten. Grundlage für den Einkauf der Ägypter ist allerdings ein zinsvergünstigter US-Kredit von 100 Mio. USD für den Einkauf von Weizen. Gekauft haben die Ägypter bei der Auktion 290.000 t Weizen (in fünf Parteien) der Sorte Hard Red Winter und damit mehr als in den gesamten Wirtschaftsjahren 2013/14 und 2014/15 zusammen. Der Einkaufpreis (inklusive Fracht) für den proteinreichen US-Weizen lag im Mittel bei 273,11 USD/t. Am 18. Februar hatte Ägypten eine ähnliche Auktion weg der zu hohen Preisforderungen der US-Lieferanten abgebrochen. Bei der abgebrochenen Auktion lag der Durchschnittspreis (cif) bei 304 USD/t (Spanne: 287 USD bis 336 USD/).
 
Europäer sind deutlich billiger
Der Durchschnittpreis des letzten ägyptischen Einkaufs vom 19. Februar von 240.000 t europäischen Weizen aus Frankreich (180.000 t) und Rumänien (60.000) lag bei 241,50 USD und wardamit deutlich niedriger. Gründe für den niedrigeren europäischen Cif-Preis sind neben der schwächeren Qualität (Eiweiß) auch die deutlich niedrigeren Frachtkosten, die für die Europäer zwischen 7,50 USD/t (Rumänien) und 14 Euro (Frankreich) liegen. Die US-Frachtkosten für die Lieferung nach Ägypten liegen hingegen zwischen 20 und 25 USD/t und sind damit deutlich höher.
 
Europäischer Weizen zunächst fester, am Mittwoch schwächer
Die Weizenpreise haben am europäischen Terminmarkt am Dienstag (24.02) leicht zugelegt. Der Märzkontrakt für den Weizen ging mit 185,75 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (184,75 Euro) haben die Preise damit 0,54 % oder 1,0 Euro zugelegt. Der Maikontrakt notierte bei 186,75 Euro und damit 0,75 Euro mehr als am Vortag (186,0 Euro) und die neue Ernte (September) kostete 184,50 Euro und damit 1,25 Euro mehr als am Vortag (183,25 Euro). Damit sind die Preise für die neue Weizenernte (September) derzeit 1,25 Euro niedriger als die Preise für den aktuellen März-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (189,0 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit 3,25 Euro niedriger. Im letzten Jahr sind die Weizenpreise dann im März und im April (wegen des starken Exports) bis etwa 209 Euro gestiegen. Am Mittwoch Vormittag (25.02) beginnt der Handel am europäischen Terminmarkt für den Weizen (Märzkontrakt) mit einem Abschlag von 1,75 Euro bei 184,50 Euro/t.
 
Weizenpreise am Kassamarkt etwas schwächer
Am deutschen Kassamarkt hatten die Weizenpreise in der ersten Wochenhälfte leicht nachgegeben und könnten wegen der schwachen Vorgaben vom Terminmarkt am Mittwoch weiter abbröckeln. Am  Dienstag (24.02) handelte man den Brotweizen mit 12 % Protein am Exporthafen in Hamburg  mit 191 Euro/t und damit 2 Euro niedriger zum Wochenbeginn (193 Euro). A-Weizen mit 13 % Protein kostete in Hamburg am Dienstag 206 Euro/t und damit ebenfalls 2 Euro weniger (208 Euro) zuvor. Für E-Weizen mit 14 % Protein lagen die Angebotspreise bei etwa 236 Euro und damit 2 Euro niedriger (238 Euro). Gleichzeitig wurde der Futterweizen in Hamburg mit 185 Euro gehandelt und damit eben so teuer wie zum Beginn der Woche (185 Euro). Im Großhandel des größten europäischen Exporteurs Frankreich kostet der Brotweizen mit 11 % Protein am wichtigsten Handelsplatz in Rouen am Mittwoch (25.02) 178 Euro eben so viel wie zum Beginn der Woche (178 Euro/t).
 
US-Weizen startet am Mittwoch schwächer
Am Dienstag (24.02) haben sich die Weizenpreise (Märzkontrakt) am Terminmarkt in Chicago (Soft Red Winter) bei 505,6 Ct je Buschel (163,9 Euro/t) behauptet und für den auf der ägyptischen Auktion gehandelten Weizen der Sorte Hard-Red-Winter um 0,8 % auf 535,6 US/t (173,6 Euro) zugelegt. Der Maitermin (SRW) wurde am Dienstag in Chicago mit 503,6 USD/bu (163 Euro) gehandelt und der Julikontrakt mit 508,2 Ct/bu (165 Euro). Die neue Ernte 2015 (September) notierte in Chicago (SRW) am Dienstag bei 516,6 Ct/bu (167,4 Euro) und die neue Ernte des eiweißreichen Weizens Hard Red Winter handelte man mit 555,2 Ct/bu (180 Euro). Im Vergleich zu den Weizenpreisen vor einem Jahr (654 Ct/bu bzw. 212 Euro/t) sind die Preise am Terminmarkt Chicago jetzt 23 % niedriger. Am Mittwoch Mittag (MEZ) lagen die Weizenpreise in Chicago im elektronischen Handel zunächst 0,4 % im Minus bei 504 Ct je Buschel (163,3 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
 
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