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Analyse

Weizen/USA: Auswinterung und Anbaurückgang

von , am
30.01.2014

In den USA könnten die extremen Fröste der letzten Wochen zu Auswinterungsschäden beim Winterweizen geführt haben. Das USDA hatte in Mitte Januar die Märkte bereits mit einer recht deutlichen Reduzierung der Anbaufläche von Winterweizen für die neue Ernte 2014 überrascht.

© agrar-press
 
In den USA könnten die extremen Fröste der letzten Wochen zu Auswinterungsschäden beim Winterweizen geführt haben. Davon geht jedenfalls der US-Wetterdienst Commodity Weather Group (CWG) in einer aktuellen Einschätzung zu den Auswirkungen der starken Fröste auf den Winterweizen aus. Danach liegt zwar in einigen wichtigen Anbaugebieten ausreichend Schnee, in einigen Regionen fehlt jedoch eine ausreichende Schneedecke. Geschädigt sind nach Einschätzung von CWG insgesamt rund 5 % des Weizens. Betroffen sind ganz besonders die Bundesstaaten Illinois, Süddakota und Missouri. In diesen drei Staaten werden nach den Daten des USDA allerdings nur 7 % des gesamten Winterweizens angebaut.
 
Bereits weniger Winterweizen angebaut
Das USDA hatte in Mitte Januar die Märkte bereits mit einer recht deutlichen Reduzierung der Anbaufläche von Winterweizen für die neue Ernte 2014 überrascht. Zuvor waren Analysten ganz überwiegend von einer deutlichen Ausweitung der Anbaufläche von Winterweizen ausgegangen. Nach den letzten Daten des USDA haben die Farmer im letzten Herbst jedoch nur auf 16,96 Mio. ha (41,89 Mio. Acres) Winterweizen gepflanzt und damit 3 % weniger als im letzten Jahr mit 17,40 Mio. ha (43,1 Mio. Acres).
 
Kräftiger Anbau-Rückgang in Kansas
Grund für die Korrektur nach unten ist vor allem die kleinere Anbaufläche im wichtigsten US-Weizenstaat Kansas. Mit jetzt geschätzten 3,56 Mio. ha bauen die Farmer in Kansas rund 7 % oder 285.000 ha weniger Winterweizen an als in den beiden Jahren zuvor. Trotz der Anbaueinschränkung befinden sich noch 21 % der gesamten Winterweizenfläche der USA in Kansas. Zweitwichtigster Anbaustaat der USA für Winterweizen ist Texas. Hier blieb die Anbaufläche mit 2,5 Mio. ha zum letzten Jahr relativ stabil. Insgesamt werden in Texas knapp 15 % des gesamten US-Winterweizens angebaut.
 
Deutliche Anbauausweitung in Colorado
Auf Platz drei drei wichtigsten Anbaustaaten von Winterweizen liegt Oklahoma, mit einer Anbaufläche von 2,15 Mio. ha und rund 13 % der gesamten Winterweizenfläche. In Oklahoma hat die Anbaufläche im Vergleich zum letzten Jahr (2013) um rund 5 % abgenommenen und ist außerdem  auch etwas kleiner als im Jahr 2012. Deutlich zugenommen hat der Winterweizenanbau hingegen im viertgrößten Weizenstaat Colorado. Hier hat das USDA eine Anbauausweitung von 26 % auf 1,17 Mio. ha festgestellt. Der Anteil Colorados an der gesamten Winterweizenfläche liegt bei knapp 7 %.
 
Die Hälfte des Winterweizens ist Hard Red Winter (HRW)
In den vier großen Weizenstaaten Kansas, Texas, Oklahoma und Colorado wird vor allem der am Terminmarkt in Kansas gehandelte proteinreichere Brotweizen der Sorte Hard Red Winter (HRW) angebaut. Dagegen wächst in dem zuletzt von Starkfrösten heimgesuchten Bundesstaat Illinois (und anderen nördlichen Bundestaaten) vor allem der in Chicago gehandelte Weizen der Sorte Soft Red Winter (SRW). Rund 50 % der US-Winterweizenproduktion liefert der Brotweizen der Sorte Hard Red Winter. Im letzten Jahr waren dies rund 20,2 Mio. t. Der Anteil von HRW an der gesamten US-Weizenproduktion (57,95 Mio. t) liegt bei rund 35 %. Der in Chicago gehandelte Weizen der Sorte Soft Red Winter kommt mit einer Erntemenge von 15,3 Mio. t auf 37 % Produktions-Anteil am Winterweizen und 26 % am Gesamtweizen.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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