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Analyse

Wettbewerb im Export drückt auf Weizenpreise

von , am
19.02.2015

Auslöser für die jüngste Preiskorrektur beim Weizen war eine am Mittwoch abgebrochene Exportausschreibung des größten Weizen-Importeurs Ägypten.

© krick/agrar-press
Auslöser für den jüngsten Preisrückgang beim Weizen war eine am Mittwoch abgebrochene Exportausschreibung des größten Weizen-Importeurs Ägypten für US-Weizen. Dort hatten internationale Getreidehändler im Rahmen einer Auktion insgesamt 230.000 t US-Weizen der Sorten Soft Red Winter, Hard Red Winter und Soft White Winter angeboten. Die Angebotspreise (cif) für die angebotenen Partien lagen zwischen 287 USD/t und 336,46 USD/t und waren damit deutlich höher als die letzten Einkaufpreise der Ägypter am Schwarzen Meer oder in Europa.
 
Vorige Woche hatte Ägypten in Russland und der Ukraine insgesamt 100.000 t Weizen zu cif-Preisen zwischen 262 USD/t und 286 USD/t gekauft. Vor diesem Hintergrund haben die Ägypter heute (19.02) einen neuen internationalen Weizentender zur Lieferung vom 15ten bis 25 März ausgeschrieben. Weitere Daten (und Impulse) für den Weizenmarkt dürfte zudem das aktuelle USDA-Outlookforum am heutigen Donnerstag und Freitag liefern. Dort werden Anbau, Produktions- und Exporterwartungen für die USA für die Ernte 2015 aktualisiert und zudem auch (neue) Preisprognosen abgegeben
 
Weizenpreise am Terminmarkt zeitweise unter Druck
Die Weizenpreise haben am Mittwoch in Europa nachgegeben, klettern aber (in Europa) im laufenden Handel am Donnerstag Nachmittag wieder nach oben. Der Märzkontrakt für den Weizen ging am Mittwoch (18.02) mit 185,75 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (188,00 Euro) haben die Preise damit 1,2 % oder 2,25 Euro verloren. Der Maikontrakt notierte bei 187,50 Euro und damit 2,0 Euro niedriger als am Vortag (189,50 Euro) und die neue Ernte (September) kostete 183,50 Euro und damit 1,50 Euro weniger als am Vortag (185,0 Euro). Gleichzeitig sind die Preise für die neue Weizenernte (September) derzeit 2,25 Euro niedriger als die Preise für den aktuellen März-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (190,0 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit 4,25 Euro niedriger. Am Donnerstag Nachmittag wird der Weizen (März) am europäischen Terminmarkt mit einem Aufschlag von 1,50 Euro bei 185,75 Euro/t gehandelt. In den USA hatten die Weizenpreise am Mittwoch am Terminmarkt in Chicago um 1,3 % auf 527,6 Ct je Buschel (170 Euro/t) nachgegeben. Am Donnerstag Nachmittag (MEZ) liegen die Weizenpreise im elektronischen Handel 0,3 % im Minus bei 526 Ct je Buschel (170 Euro)
 
Weizenpreise am Kassamarkt etwas gestiegen
Am Kassamarkt haben die Weizenpreise im Wochenverlauf wegen der anhaltend guten Exportnachfrage etwas zugelegt. Am Donnerstag (19.02) handelte man den Brotweizen mit 12 % Protein am Exporthafen in Hamburg für den Februartermin mit 193 Euro/t und damit 2 Euro höher als zum Wochenbeginn (191 Euro). A-Weizen mit 13 % Protein kostete in Hamburg für die Anlieferung im Februar 208 Euro/t und damit sogar 5 Euro mehr als zum Wochenbeginn (203 Euro). Für E-Weizen mit 14 % Protein lagen die Angebotspreise bei 238 Euro und damit noch 2 Euro höher (236 Euro). Gleichzeitig wurde der Futterweizen in Hamburg mit 185 Euro gehandelt und damit 1 Euro niedriger zum Wochenbeginn (186 Euro). Im Großhandel in Frankreich kostet der Brotweizen mit 11 % Protein am wichtigsten Handelsplatz in Rouen am Donnerstag (18.02) 178 Euro und damit 2 Euro weniger als zum Beginn der Woche (176 Euro/t).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
 
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