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Analyse

EU: Spitzenerträge bei Zuckerrüben

von , am
08.10.2014

Die Ertragsprognosen für die europäische Zuckerrübenernte 2014 lagen Ende September deutlich über dem Vorjahr.

© landpixel
Die Ertragsprognosen für die europäische Zuckerrübenernte 2014 lagen Ende September deutlich über dem Vorjahr und auch deutlich über dem langjährigen Mittel. Verantwortlich für den erwarteten Produktionszuwachs ist neben den sehr hohen Erträgen auch eine Ausweitung der Anbaufläche gegenüber 2013. Damit ist die Anbaufläche allerdings immer noch etwas kleiner als 2012. Von den sechs größten Rübenproduzenten der Europäischen Union: Frankreich, Deutschland, Polen, Vereinigtes Königreich, Niederlande und Tschechien, übertreffen die Ertragserwartungen (mit Ausnahme von Polen) die Ergebnisse aus dem letzten Jahr eben so deutlich wie das langjährige Mittel.
 
Gut 8 Prozent höhere Erträge als 2013
Die europäische Crop-Monitoring-Agentur MARS hat Ende September seine Ertragsprogosen für die EU-Länder aktualisiert und damit auch die Erwartung an die europäische Zuckerrübenernte 2014. Der für die EU 28 insgesamt prognostizierte Zuckerrübenertrag lag Ende September bei 73,41 t/ha und damit nochmals etwas höher als in der Augustprognose mit 72,18 t/ha. Außer für Polen wurden die Erträge in allen anderen wichtigen Erzeugerländern weiter nach oben korrigiert. Das relativ schwache Vorjahresergebnis von 67,94 t/ha wird derzeit um 8,1 % übertroffen. Gleichzeitig liegt die aktuelle Ertragsschätzung 5,8 % über dem langjährigen Mittelwert von 69,36 t/ha. Damit dürfte auch die europäische Zuckerrübenernte deutlich größer als 2013 und ausfallen.
 
Deutschland und Frankreich erwarten Spitzenerträge
Für Deutschland erwarteten die Experten von MARS in der Septemberschätzung einen durchschnittlichen Rübenertrag von 72,30 t/ha und damit einen nochmals um 1,3 % höheren Ertrag als im August mit 71,38 t/ha. Das sehr schwache Jahr 2013 (63,88) wird mit den erwarteten Erträgen um gut 13 % übertroffen. Das langjährige Mittel (68,06) würden die Landwirte in Deutschland mit dem erwarteten Ergebnis um knapp 6,2 % übertreffen. Den französischen Ertragsdurchschnitt erwartet MARS im September sogar bei 93,56 t/ha und damit nochmals höher als zur August-Schätzung mit 90,82 t/ha. Die französischen Rübenerträge aus dem Vorjahr (85,40) würden mit der neuen Ernte um 9,5 % deutlich übertroffen, ebenso wie das langjährige Mittel (88,10). Eben so hohe Erträge wie im August (56,70) prognostizierte MARS im September mit 52,79 t/ha in den Polen. Das Vorjahresergebnis (52,90) würde damit jedoch etwa erreicht und auch im langjährigen Vergleich (52,08) sind die polnischen Erträge relativ stabil.
 
Hohe Erträge im Vereinigten Königreich und den Niederlanden
Für das Vereinigte Königreich erwarteten die Experten von MARS im September einen Durchschnittsertrag von 72,28 t/ha und damit einen deutlichen Anstieg gegenüber der August-Schätzung (70,54). Das Vorjahresergebnis (68,40) würden die Briten dennoch um 5,7 % übertreffen, im langjährigen Vergleich (68,03) sind die Erträge im Vereinigten Königreich sogar 6,3 % höher. Die Ertragsprognose für die Niederlande hat MARS im September-Report mit 82,91 t/ha (August: 80,74) ebenfalls nach oben gesetzt. Damit wären die niederländischen Rübenerträge rund 9,1 % höher als im letzten Jahr (76,0) und 7,1 % höher als im langjährigen Mittel (77,43). Für Tschechien prognostizierte MARS im September mit 63,71 t/ha (August: 64,03) 6,2 % höhere Erträge als 2013 (60,0). Im langjährigen Vergleich (59,66) sind die tschechischen Erträge 6,8 % höher. In Belgien, der Nummer 7 unter den europäischen Rübenanbauern, erwartet MARS mit 77,26 t/ha einen Anstieg der Erträge gegenüber 2013 (74,04) um gut 4 % und für Österreich liegt die aktuelle Schätzung bei 72,37 t/ha nach 68,16 t/ha im Vorjahr und 69,07 t/ha im langjährigen Mittel.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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