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Analyse

Größte Zuckerrübenernte seit 5 Jahren

von , am
09.12.2014

Die europäische Zuckerrübenernte 2014 ist erheblich größer als im letzten Jahr und übersteigt zudem auch die Produktionsmengen der letzten 5 Jahre.

© landpixel
Die europäische Zuckerrübenernte 2014 ist erheblich größer als im letzten Jahr und übersteigt zudem auch die Produktionsmengen der letzten 5 Jahre. Besonders kräftig hat die Erzeugung bei den beiden größten Produzenten Frankreich und Deutschland zugenommen. Aber auch andere Länder weisen einen kräftigen Produktionszuwachs auf. Entsprechend größer ist auch das Angebot und die Produktion von Rohzucker. Die über die Zuckerquote hinaus produzierte Menge an Zucker ist zudem erheblich größer als in den letzten Jahren.
 
Flächenausweitung in vielen Ländern
Die Grundlage für den kräftigen Produktionszuwachs und die große Ernte ist eine Ausweitung der Anbaufläche in Verbindung Rekorderträgen. Die EU-Kommission weist im November eine Rübenfläche von 1,56 Mio. ha aus und damit im Vergleich zum Vorjahr (1,49 Mio. ha) einen Flächenzuwachs von etwa 4,7 %. Eine ähnlich große Anbaufläche gab es zuletzt im Jahr 2010 (1,56 Mio. ha) und auf einer größeren Fläche wurden Zuckerrüben zuletzt 2007 angebaut. In Deutschland nahm die Anbaufläche um 4,6 % auf 357.000 ha zu und in Frankreich betrug der Zuwachs sogar 7,5 % auf 372.000 ha. Auch in den Niederlanden (+3,1 %) und Polen (+2,4 %) wurde der Rübenanbau ausgeweitet. Unter den großen Rübenanbauern blieb die Anbaufläche lediglich im Vereinigten Königreich stabil.
 
Zucker-Erträge erreichen Rekordstand
Noch deutlicher war allerdings der Zuwachs bei den Erträgen (Zucker), die im Mittel der EU einen neuen Rekordwert erreichten. So meldete die Kommission im November durchschnittliche Zucker-Erträge in der EU von 12,5 t/ha. ( die Rübenerträgen lagen etwa  bei 72,2 t/ha). Das ist ein Zuwachs von 8,7 % gegenüber dem sehr guten Vorjahr (11,5 t/ha) und liegt auch deutlich über dem bisherigen Rekordwert aus dem Jahr 2011 (11,7 t /ha). In Deutschland wurden im aktuellen Jahr 12,4 t/ha Rohzucker erzeugt (Rübenertrag etwa 74,8 t/ha) und damit ebenfalls die bislang größte Menge. In Frankreich erreichte man Rohzuckererträge von 14,0 t/ha (Rübenertrag 90,5 t/ha), im Vereinigten Königreich 14,2 t/ha und in den Niederlanden 13,3 t/ha. Dies alles sind neue Rekordmarken. In Polen wurden 9,0 t/ha Rohzucker erzeugt und damit etwas weniger als in den letzten drei Jahren (9,6 bis 9,8).

Europäischer Produktionszuwachs von 14 Prozent
Die europäische Zuckerproduktion  des Jahres 2014 wurde von der EU-Kommission im November mit 19,07 Mio. t angegeben. Im Vergleich zum Vorjahr (16,8 Mio. t) wäre dies ein Produktionszuwachs von 13,5 % oder 2,27 Mio. t (!!). Auch die Produktionsmengen (Rohzucker) aus den Jahren 2012 (17,4 Mio. t), 2011 (18,7 Mio. t), 2010 (14,4 Mio. t) und 2009 (17,5 Mio. t) werden durchweg übertroffen. Die europäische Zuckerquote beträgt indessen nur 13,2 Mio. t, so dass einschließlich der ins neue Wirtschaftsjahr übertragenen Bestände (etwa 0,55 Mio. t) rund 6,4 Mio. t Zucker außerhalb der Quote produziert wurden.
 
Deutschland und Frankreich mit großen Ernten
Die deutschen Produktion von Rohzucker wird von der Kommission derzeit mit 4,44 Mio. t angegeben und damit rund 1,0 Mio. t bzw. 30 Prozent größer als im letzten Jahr (3,4 Mio. t) und immer noch 0,4 Mio. t größer als vor zwei Jahren (4,0 Mio. t). Die deutsche Zuckerquote liegt bei knapp 2,9 Mio. t, so dass einschließlich der übertragenen Bestände rund  1,7 Mio. t Zucker außerhalb der Quote produziert wurden. Die französische Zuckerproduktion wurde im November mit 5,2 Mio. t angegeben und ist damit 24 % oder 1,04 Mio. t größer als im Vorjahr  mit 4,16 Mio. t und auch 1,0 Mio. t größer als vor zwei Jahren (4,2 Mio. t). Die französische Zucker-Quote liegt bei 3,0 Mio. t. Damit wurden in Frankreich einschließlich der übertragenen Bestände rund  2,2 Mio. t Zucker außerhalb der Quote erzeugt.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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