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Analyse

EU: Milchpreise steigen nur langsam

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© Imago/Christian Ohde
von , am
10.08.2017

Die europäischen Milchpreise sind im Juni 2017, trotz einer deutlich verbesserten finanziellen Milchverwertung, nur leicht gestiegen. In Deutschland haben die Milchpreise im Juni etwas stärker zugelegt.

Für den Juli erwartet die Kommission erneut nur einen relativ leichten Anstieg der europäischen Milchpreise.

Dabei hatte sich die finanzielle Verwertung der Milch in Europa im Monat Juni sehr deutlich verbessert. Auch im Juli waren die Großhandelspreise für Butter, aber auch für Käse, weiter gestiegen und erreichten bei Butter eine weitere Rekordmarke.

Die europäischen Großhandelspreise für Magermilchpulver sind hingegen (nach einem Anstieg im Juni) im Juli wieder zurückgegangen. Nahezu unverändert blieben im Juli die europäischen Preise für Vollmilchpulver.

Milchpreise im Juni nur leicht gestiegen

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© Olaf Zinke

Im Juni sind die Milchpreise im Durchschnitt der Europäischen Union um 0,16 Cent je kg Rohmilch (bei natürlichem Fettgehalt) bzw. 0,5 % auf 33,23 Cent gestiegen. Aus Deutschland wurde für den Monat Juni ein Preisanstieg von 0,55 Cent auf 34,38 Cent gemeldet. Das ist zudem ein 1,15 Cent höherer Milchpreis als im Durchschnitt der Europäischen Union.

Nach den noch unvollständigen Preisemeldungen, dürften die Milchpreise in der Europäischen Union im Monat Juli weiter leicht steigen. Allerdings liegen für Juli aus einigen Ländern (unter anderem aus Deutschland) noch keine Preismeldungen vor.

Dabei hatte sich die finanzielle Milchverwertung bereits im Mai und dann vor allem im Juni erheblich verbessert und auch im Juli sind die Preise für Butter und Käse kräftig gestiegen.Vor diesem Hintergrund dürften die Milchpreise nicht nur im Juli sondern auch im August weiter zulegen und haben zudem noch Luft nach oben.

Der von der Kommission hochgerechnete und vorläufige Milchpreis für den Monat Juli, liegt bei 33,80 Cent und wäre damit 0,57 Cent höher wie der Milchpreis für Juni 2017 (33,23 Cent). In den vergangenen Monaten hat sich der vorläufige Milchpreis für den kommenden Monat bis zur endgültigen Preismeldung jedoch immer noch verändert.

Deutschland auf Dreijahreshoch, Frankreich steigt erst im Juli

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© Olaf Zinke

Für Deutschland  meldet die Kommission für den Juni 2017 einen Rohmilchpreis (natürlicher Fettgehalt) von 34,38 Cent und damit 0,55 Cent  bzw. 1,6 % mehr als im Juni (3383). Für den Monat Juli liegt aus Deutschland noch keine Preismeldung oder Schätzung vor. Der für Juli gemeldete Preis, ist der höchste deutsche Milchpreis seit Oktober 2014 -  also seit knapp drei Jahren.

In Frankreich sind die Milchpreise im Juni 2017 hingegen nochmals um 0,11 Cent auf 32,32 Cent  leicht zurückgegangen. Für den Juli 2017 liegt die erste vorläufige Preisschätzung für Frankreich allerdings bei 34,58 Cent und damit 2,26 Cent höher als für den Monat Juni und zudem höher als in Deutschland (für Juni).

Niederlande steigt kräftig, Dänemark im Juni schwächer

Für die Niederlande meldete die Kommission für den Monat Juni einen Rohmilchpreis von 36,75 Cent und damit ein einen Preisanstieg von 0,75 Cent bzw. 2,1 % gegenüber Mai (36,0 Cent). Für den Juli 2017 liegt die vorläufige Preisschätzung für die Niederlande bei 37,25 Cent und damit 0,50 Cent höher als für Juni und deutlich höher als in Deutschland und Frankreich.

Die dänischen Milchpreise sind Juni nochmals leicht um 0,33 Cent auf 34,35 Cent zurückgegangen. Für den Juli liegt die vorläufige Preisschätzung aus Dänemark indessen bei 34,94 Cent und damit 0,59 Cent höher als für Juni

UK-Preis fällt kräftig, Irland mit höheren Preisen

Im Vereinigten Königreich sind die Milchpreise im Juni, nach den Berechnungen der Kommission (in Euro), um 0,82 Cent bzw. 1,8 % auf 30,52 Cent zurückgegangen. Für den Monat Juli 2017 wird im Vereinigten Königreich ein Preis von 30,45 Cent erwartet. Das wäre ein weiterer leichter Rückgang um 0,07 Cent.

In Irland sind die Milchpreise nach den Angaben der Kommission Juni  um 0,97 Cent auf  33,60 Cent gestiegen. Für den Juli liegt die vorläufige Preisemeldung aus Irland bei 34,18 Cent und damit 0,58 Cent höher als im Juni.

Polen und Tschechien weiter gestiegen

Weiter steigende Milchpreise meldet man im Juni aus Polen. Ermittelt wurden 31,25 Cent und damit 0,30 Cent mehr als im Mai. Für den Monat Juli 2017 liegt die vorläufige Preisschätzung für Polen bei 31,19 Cent und damit 0,06 Cent niedriger als im Juni.

In Tschechien sind die Preise im Juni ebenfalls um 0,60 Cent auf 31,02 Cent gestiegen. Für den Juli liegt die Preiserwartung in Tschechien bei 31,25 Cent und damit nochmals 0,23 Cent höher als für Juni.

In Belgien wurden im Juni Milchpreise von 33,19 Cent ausgezahlt. Das waren 0,24 Cent höhere Auszahlungspreise als im Mai. Für den Monat Juli liegt die belgische Preiserwartung bei 32,80 Cent und damit 0,39 Cent niedriger als im Juni.

Italien und Österreich mit steigenden Preisen

Aus Italien meldete die Kommission für den Monat Juni einen leichten Anstieg der Milchpreise  um 0,16 Cent auf 636,78 Cent. Für den Monat Juli liegt die Preiserwartung in Italien bei 37,41 Cent und damit 0,63 Cent höher.

In Österreich sind die Milchpreise im Juni um 1,14 Cent auf 35,82 Cent gestiegen. Für den Monat Juli 2017 erwartet man in Österreich einen um 0,98 Cent höheren Milchpreis von 36,80 Cent.

Preise im Baltikum im Juli höher

Im Baltikum haben die Milchpreise im Juni uneinheitlich entwickelt. Aus Estland meldet die Kommission für den Monat Juni Milchpreise von 31,55 Cent, nach 30,76 Cent im Vormonat. In Litauen lagen die Preise im Juni bei 26,64 Cent, nach 26,79 Cent im Vormonat. Die Preise in Lettland bewegen sich im Juni bei 29,15 Cent, nach 28,82 Cent im Vormonat.

Für den Juli rechnet man in Estland mit 32,0 Cent (+0,45 Cent), in Litauen nur mit 27,12 Cent (+0,48 Cent) und in Lettland mit 29,57 Cent (+0,42 Cent).

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