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Analyse

EU: Milchverwertung weiter verbessert

© imago/geisser
von , am
10.08.2017

Im Juli sind die Preise für die Butter und Käse im europäischen Großhandel weiter kräftig gestiegen. Den stärksten Anstieg verzeichneten im Juli erneut die Preise für Butter auf ein neues Allzeithoch.

Diese sehr hohen und weiter steigenden Butterpreise dürften die Nachfrage und Verbrauch jedoch drosseln und könnten zudem zu einer zunehmenden Substitution von Milchfett durch Pflanzenfett führen.

Weiter nach oben ging es im Juli auch mit den europäischen Käsepreisen. Wegen des großen Gewichtes der Käsepreise bei der finanziellen Milchverwertung, dürfte dieser Preisanstieg die Erholung der Milchpreise im Juli und im August weiter vorantreiben.

Überraschend deutlich zurückgegangen sind im Juli hingegen die Großhandelspreise für Magermilchpulver (MMP), nachdem es im Juni mit den MMP-Preisen noch nach oben ging. Relativ unverändert geblieben sind im Juli die Preise Vollmilchpulver

Die Europäische Kommission hatte für den Monat Juni einen durchschnittlichen europäischen Milchpreis (bei natürlichem Fettgehalt) von 33,23 Cent je kg ermittelt, nach 33,07 Cent im Mai. Für Deutschland lag der letzte von der Kommission für den Monat Juni ausgewiesene Milchpreis (bei natürlichem Fettgehalt) bei 34,38 Cent und für Mai bei 33,83 Cent.

Für Juli rechnet die Kommission derzeit (nur) mit einem weiteren  leichten Anstieg der europäischen Milchpreise auf 33,80 Cent.

Butterpreise auf neuem Allzeithoch

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© Olaf Zinke

Die Butterpreise sind im europäischen Großhandel im Juni im Monatsmittel um 10,5 % auf 576 Euro je 100 kg gestiegen.

In der ersten Augustwoche kletterten die Preise sogar bis auf 589 Euro nach oben und übertrafen die bisherigen Rekordpreise damit sehr deutlich. Diese sehr hohen Butterpreise könnten allerdings zu einer spürbaren Dämpfung der Nachfrage führen und auch zur Substitution von Milchfett durch Pflanzenfett.

Mit dem jüngsten Anstieg lagen die durchschnittlichen Butterpreise im Juli zudem 354 Euro über dem Interventionspreis (221,75 Euro). Außerdem waren die Butter-Preise im Juli 2017 rund 91 %  bzw. 274 Euro höher als im Juli 2016 vor einem Jahr (302 Euro).

Im Juni 2017 hatten die europäischen Butterpreise bereits um 11,5 % auf 521 Euro zugelegt und im Mai waren die Notierungen um 8,8 % auf 467  Euro gestiegen.

Im Durchschnitt des vorigen Jahres (2016) lagen die Preise für Butter in der Europäischen Union bei 322 Euro je 100 kg. Dieser Preis wird im Juli 2017 um 79 % bzw. 254 Euro übertroffen.

Käsepreise legen auch im Juli weiter zu

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© Olaf Zinke

Die Käsepreise (Edamer) sind im europäischen Großhandel im Juli 2017 ebenfalls weiter gestiegen. Im Monatsmittel betrug der Preisanstieg etwa 4,6 % auf rund 340 Euro je 100 kg. In der ersten Augustwoche haben die Preise weiter zugelegt.

Im Juni waren die Käsepreise bereits um 4,1 % auf rund 325 Euro je 100 kg gestiegen. Im Mai hatten die Käsepreise um 1,0 % zugelegt und im April ging es noch um 1,1 % nach unten.

Gleichzeitig waren europäischen Käsepreise im Juli 2017 rund 40 % bzw. 97 Euro höher als im Juli 2016 (243 Euro). Im Mittel des vorigen Jahres (2016) lagen die europäischen Preise für Käse (Edamer) bei 260 Euro je 100 kg. Dieser Preis wird derzeit um 31 % bzw. 80 Euro übertroffen.

Magermilchpulver wieder unter Druck

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© Olaf Zinke

Die Preise für Magermilchpulver (MMP) sind im Juli zurückgegangen. Im europäischen Großhandel gaben die Preise im Monatsmittel recht deutlich um 6,1 % auf 182 Euro je 100 kg nach. In der ersten Augustwoche sind die MMP-Preise weiter auf 179 Euro zurückgegangen.

Im Monatsmittel (Juli) übertreffen die europäischen MMP-Preise das Niveau des Interventionspreises (169,80 Euro) um 7 % bzw. 12 Euro. Außerdem waren die MMP-Preise im Juli 2017 nur 6,4 % höher als vor einem Jahr im Juli 2016 mit 171 Euro.

Im Vormonat (Juni) waren die MMP-Preise noch um 5,0 % gestiegen und im Mai hatten die Preise um 4,8 % zugelegt. Im Mittel des  vorigen Jahres (2016) lagen die europäischen Preise für MMP bei 179 Euro je 100 kg. Das waren nur 3 Euro weniger als für MMP im Juli 2017 (182) bezahlt wurden.

Vollmilchpulver kaum verändert

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© Olaf Zinke

Für Vollmilchpulver (VMP) sind die Preise im europäischen Großhandel im Juli um 0,6 % auf rund 302 Euro je 100 kg ganz leicht gestiegen. In der ersten Augustwoche lagen die VMP-Preise relativ unverändert bei 303 Euro.

Gleichzeitig waren die VMP-Preise im Juli 2017 rund 36 % höher als vor einem Jahr im Juli 2016 mit nur 222 Euro.

Im Juni 2016 waren die VMP-Preise noch um 3,6 % gestiegen, im Mai hatten die Notierungen um 5,0 % zugelegt. Im Mittel des vorigen Jahres (2016) lagen die Preise für VMP bei 235 Euro je 100 kg. Dieser Preis wird derzeit um 28 % bzw. 67 Euro übertroffen.

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