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Eine Ära endet: CME Group schafft Handelsparkett ab

von , am
06.02.2015

Die CME Group wird noch diesen Sommer einen Großteil des Parketthandels in den sogenannten Pits beenden und auf elektronischen Handel umstellen. Das betrifft auch die Chicagoer Börse, eine der wichtigsten Börsen im weltweiten Handel mit landwirtschaftlichen Rohstoffen.

Unser Marktexperte Martin Ziegekbäck analysiert jede Woche die Preisentwicklungen für Weizen, Mais und Raps an den Warenterminmärkte (Chartanalyse). © ene/shutterstock
Die CME Group ist der weltweit größte Terminbörsen-Betreiber, zu der auch die Börsen in Chicago und New York gehören. In Chicago werden hauptsächlich Getreide, Schweinebäuche und Rinder gehandelt, in New York sind es Gold und Öl. Ab 2. Juli 2015 wird die CME Group an diesen beiden Börsen fast alle Pits schließen und auf elektronischen Handel umstellen. An der Chicago Bord of Trade (CBoT) endet damit eine Ära, die 1870 mit der Eröffnung des Handelsparketts begann.
 
Die Entscheidung wird mit der sinkenden Zahl der sogenannten „open outcry futures“ begründet, womit das Handeln mit Hilfe von Zurufen und Gesten auf dem Parkett gemeint ist. Diese machten zuletzt nur noch etwa 1 Prozent des gesamten Future-Handels der CME Group aus. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr wurden in Chicago und New York zusammen etwa 31 Mio. Kontrakte auf dem Parkett gehandelt. Dagegen waren es im elektronischen Handel im gleichen Zeitraum mehr als 2,5 Mrd. Kontrakte.
 
Eine Ausnahme bildet der S&P 500 futures market, der in Chicago auch weiterhin auf dem Parkett gehandelt wird und die Aktien von 500 der größten börsennotierten US-amerikanischen Unternehmen umfasst.
 
Mit diesem Schritt ist die CME Group einer der letzten Terminbörsen-Betreiber, der das Handelsparkett abschafft. Der größte Konkurrent der CME Group, die IntercontinentalExchange Inc, hatte bereits 2012 ihre letzten in New York gehandelten Kontrakte für Zucker, Kakao und andere Waren auf elektronischen Handel umgestellt.
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