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Anbau- und Bestandsdaten heizen Preisrallye an

von , am
01.07.2015

Mit einer ungewöhnlich heftigen Preisrallye bei Mais, Soja und Weizen reagierten die Terminmärkte am Dienstag auf die aktuellen Daten des USDA zur Entwicklung der Aussaatflächen und der Lager-Bestände in den USA.

© krick/agrar-press
 
Mit einer ungewöhnlich heftigen Preisrallye bei Mais, Soja und Weizen reagierten die Terminmärkte am Dienstag auf die aktuellen Daten des USDA zur Entwicklung der Aussaatflächen und der Lager-Bestände in den USA. Am stärksten stiegen die Maispreise am US-Terminmarkt in Chicago nach der Veröffentlichung der Daten an. Je nach Termin betrug der Anstieg zwischen 8,0 % (Juli) und 7,3 % (neue Ernte). Gleichzeitig stiegen die Sojapreise sehr kräftig um 5,4 % (Juli) bis 5,8 % (November). Auch der Chicago-Weizen durchbrach alle bisherigen Stoppmarken nach oben. Hier stiegen Preise für die alte Ernte um 5,9 % und für die neue Ernte um 5,5 %.
 
Bei Mais, Soja und Winterweizen lagen die vom USDA veröffentlichen Aussaatflächen unter den Erwartungen der Analysten. (Bei Sommerweizen und Durum darüber). Außerdem zeigte der Quartalsbericht über die Entwicklung der US-Lagerbestände sehr deutlich unter den Markterwartungen liegende Bestände bei Mais und Sojabohnen (nicht bei Weizen). Dennoch sind diese Bestände durchweg deutlich größer als im letzten Jahr zu diesem Termin.
 
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Mais: Maisbestände und Maisfläche kleiner als erwartet
Beim Mais haben die Bestandsdaten zum Stichtag 1ter Juni die Märkte offensichtlich besonders überrascht und für einen sehr kräftigen Anstieg der Preise gesorgt. In ihrer Konsensschätzung erwarteten die Analysten einen US-Maisbestand von 115,7 Mio. t (4.557 Mio. Bu). Das USDA hat die am 1ten Juni noch vorhandenen Maisbestände aus Rekordernte 2014 hingegen „nur“ noch mit 112,9 Mio. t (4447 Mio. Bu) angegeben und blieb damit rund 2,4 % oder 2,8 Mio. t unter der Analysten-Prognose. Im letzten Jahr lag der Bestand zu diesem Termin allerdings nur bei 97,82 Mio. t (3852 Mio. Bu.), so dass die aktuellen Maisbestände rund 15 % größer sind als 2014.
 
Die Aussaatfläche von Mais für die Ernte 2014 hatten die Analysten auf umgerechnet 36,07 Mio. ha (89,14 Mio. Acres) geschätzt. Das USDA geht mit 35,98 Mio. ha (88,9 Mio. Acres) von einer etwas kleineren Aussaatfläche aus. Die letzte Prognose des USDA zum Maisanbau vom März (36,1 Mio. ha) wird ebenfalls verfehlt.
 
Im Vergleich zum letzten Jahr (2014) als die Farmer auf 36,66 Mio. ha (90,6 Mio. Acres) Mais aussäten, bedeuten die USDA-Daten einen (weiteren) Rückgang der Aussaatfläche um 0,68 Mio. ha. Seit der bisherigen Rekordanbaufläche von 2012 von 39,4 Mio. ha (97,3 Mio. Acres) ist die US-Maisfläche sogar um 3,42 Mio. ha oder 8,9 % geschrumpft.
 
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Soja: Sojabestände deutlich kleiner als erwartet, Rekordanbaufläche
Die US-Sojabestände hat das USDA zum Stichtag 1ter Juni mit 17,0 Mio. t (625 Mio. Bu) angegeben und lag damit rund 8 % unter der Analystenschätzung. Diese hatten die Sojabestände in ihrer Konsensschätzung auf 18,5 Mio. t (679 Mio. Bu) geschätzt. Im Vergleich zum Juni vor einem Jahr (2014), mit Beständen von 11,0 Mio. t (405 Mio. Bu), sind die aktuellen US-Sojabestände jedoch rund 54 % oder 6,0 Mio. t größer.
 
Die vom USDA ermittelte Aussaatfläche von Soja für die Ernte 2014 war kleiner als von den Analysten erwartet wurde, jedoch größer als im letzten Jahr und auch größer als das USDA noch im März geschätzt hatte. Bei der Aussaatfläche für Soja waren die Analysten  von 34,53 Mio. ha (85,33 Mio. Acres) ausgegangen. Das wäre ein neuer Rekordanbau bei Soja.
 
Das USDA hat die Aussaatfläche nun mit 34,4 Mio. ha (85,1 Mio. Acres) angegeben und liegt damit 0,1 Mio. ha unter der Analystenschätzung (jedoch ebenfalls auf Rekordniveau). Die letzte USDA-Prognose vom März (34,25 Mio. ha) wird damit allerdings um 0,18 Mio. ha und die Anbaufläche aus dem Vorjahr (33,9 Mio. ha) um  0,5 Mio. ha übertroffen.
 
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Weizen: Kleinere Winterweizenfläche, aber große Weizenbestände
Die Weizenbestände hat das USDA mit 20,5 Mio. t (753 Mio. Bu) angegeben und damit fast 6 % größer als Analysten zuvor mit 19,3 Mio. t (712 Mio. Bu) erwartet hatten. Im Vergleich zum Bestand vom Juni 2014 mit 11,02 Mio. t (405 Mio. Bu) sind die aktuellen US-Weizenbestände sogar 54 % (!!!) oder 6,0 Mio. t größer.
 
Die Aussaatfläche von Weizen für die Ernte 2014 hatten die US-Analysten auf umgerechnet 22,54 Mio. ha (55,7 Mio. Acres) geschätzt. Das USDA geht hingegen mit 22,7 Mio. ha (56,1 Mio. Acres) von einer 0,7 % größeren Aussaatfläche aus. Grund ist die deutlich über den Analystenschätzungen liegende Einschätzung des USDA zur Aussaatfläche von Sommerweizen und vor allem von Durum, während die Aussaatfläche bei Winterweizen kleiner ist als erwartet.
 
Nach der Prognose des USDA liegt die Aussaatfläche von Winterweizen bei 16,4 Mio. ha (40,6 Mio. Acres) und ist damit 0,12 Mio. ha kleiner als die Analysten mit 16,52 Mio. ha (40,8 Mio. Acres) geschätzt hatten und sogar 0,75 Mio. ha kleiner als im vorigen Jahr mit 17,15 Mio. ha (42,4 Mio. Acres).
 
Die Aussaatfläche von Sommerweizen hat das USDA mit 5,46 Mio. ha (13,5 Mio. Acrs) angegeben und übertrifft damit die Analystenerwartung von 5,33 Mio. ha (13,1 Mio. Acres) und auch den Vorjahreswert von 5,27 Mio. ha (13,0 Mio. Acres).
 
Die Durum-Fläche wurde vom USDA mit 0,79 Mio. ha (1,95 Mio. Acres) deutlich nach oben korrigiert. Die Analystenerwartung lag bei 0,71 Mio. ha (1,755 Mio. Acres) und im Jahr 2014 wurde nur  auf 0,56 Mio. ha (1,4 Mio. Acres) Durum ausgesät.
 
Dr. Olaf Zinke
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