Login
News

Australien: Sinkende Erträge durch anhaltende Trockenheit

von , am
03.02.2015

Die Aussichten für das australische Wintergetreide haben sich durch die anhaltende Trockenheit verschlechtert. Das betrifft sowohl die Erträge als auch das Produktionsvolumen.

© Dagmar Gärtner/Fotolia
Der Auslandsdienst des US-amerikanischen Landwirtschaftsministerium (FAS) hat in einem aktuellen Bericht die Prognosen für die Getreideernte in Australien nach unten korrigiert. Die anhaltende Dürre setzt den Getreidepflanzen zunehmend zu.
 
Schlechte Aussichten für Weizen und Gerste
Für Weizen wird eine Produktionsmenge von 23,2 Mio. t erwartet, was einem Rückgang von etwa 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einer Verringerung um 800.000 t im Vergleich zur bisher letzten Prognose von 24 Mio. t entspricht. Trotz gestiegener Anbaufläche auf 13,8 Mio. ha liegt die Ertragsschätzung um 16 Prozent unter den sonst üblichen Werten. Das ist bedingt durch den geringen Feuchtegehalt des Bodens und die widrigen Wachstumsbedingungen. Der Weizenexport wird gegenüber 2013/14 voraussichtlich um rund 8 Prozent auf 17 Mio. t sinken, obwohl nach Angaben des FAS noch Weizenvorräte aus dem Vorjahr für die Ausfuhr zur Verfügung stehen.
 
Die Prognose für die australische Gerstenernte wurden gegenüber der bisherigen Schätzung um etwa 2 Prozent auf 7,4 Mio. t nach unten korrigiert; das sind 22 Prozent weniger als im Vorjahr gedroschen wurden. Durch die Trockenheit sind auch hier die Erträge gesunken. Hinzu kommt, dass viele australische Landwirte Weizen und Raps anstatt Gerste auf ihren Feldern anbauen. Deshalb beträgt die Anbaufläche für Gerste mit 3,8 Mio. ha etwa 3 Prozent weniger als im Vorjahr. Australien war 2014 der weltweit zweitgrößte Exporteur von Gerste. Doch für 2014/15 erwarten die Experten des FAS einen Rückgang der Ausfuhren um 28 Prozent auf 4,5 Mio. t. Der überwiegende Teil der Lieferungen, etwa 90 Prozent, wird nach China, Saudi-Arabien und Japan fließen.
 
Viel Potenzial, aber zu wenig Wasser
Die australische Reisproduktion 2014/15 dürfte aufgrund der ungünstigen Wetterbedingungen und einer kleineren Anbaufläche im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent auf 710.000 t zurückgehen. Weitere Gründe sind die gestiegenen Kosten für die Wasserquote sowie die geringe Wasserverfügbarkeit. Die Exporterwartungen sinken auf 400.000 t. Normalerweise hat die australische Reisindustrie das Potenzial, jedes Jahr mehr als 1 Mio. t Reis zu produzieren. Aber die geringen Regenfälle und die Wasserquoten verhindern dies.
 
Gute Prognose für Sorghum
Deutlich besser ist die FAS-Schätzung für die Sommerkultur Sorghum, welches überwiegend als Tierfutter verwendet wird. Allerdings hängt viel davon ab, wie viel Regen es während der Wachstumsphase noch geben wird. Die für 2014/15 erwartete Produktion wird auf etwa 1,3 Mio. t beziffert, was einem Plus von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Anbaufläche steigt laut FAS-Bericht um 8 Prozent auf etwa 532.000 ha. Bei genügend Regen werden die erwarteten Erträge bei etwa 2,5 t/ha liegen.
Auch interessant