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BMEL: Weizenernte übertrifft Erwartungen, Einbruch beim Mais

von , am
31.08.2015

Das Bundeslandwirtschaftsministerium übertrifft in seinem Ende August veröffentlichten ersten Erntebericht bei Weizen und Gerste die bisherigen Ernteprognosen für Deutschland.

© Mühlhausen/landpixel
 
Das Bundeslandwirtschaftsministerium übertrifft in seinem Ende August veröffentlichten ersten Erntebericht bei Weizen und Gerste die bisherigen Ernteprognosen für Deutschland. Die erwartete Weizenernte wäre nach der Rekordernte 2014 sogar die bislang zweitgrößte deutsche Weizenernte überhaupt, mit deutlich höheren Eiweißgehalten als im letzten Jahr. Die Erntemenge bei Gerste wäre sogar größer als im vorigen Jahr. Dafür wäre jedoch die Körnermaisernte die kleinste Ernte seit 2006 und liegt niedriger als alle bisherigen Prognosen. Die vom BMEL erwartete Rapsernte liegt in etwa auf dem Niveau der bisherigen Schätzungen und damit deutlich niedriger als in den letzten beiden Jahren.
 
Insgesamt erreicht die deutsche Getreideernte nach Einschätzung des BMEL eine Größenordnung von rund 48,2 Mio. t und liegt damit knapp 7,3 % unter dem Rekordergebnis au dem Vorjahr von 52,0 Mio. t jedoch 3,0 % über dem langjährigen Mittelwert von 46,8 Mio. t. Der Deutsche Raiffeisenverband hatte die deutsche Ernte 2015 im August auf 47,3 Mio. t geschätzt.
 
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Zweitgrößte Weizenernte, Qualität besser als 2014
Die deutsche Weizenernte 2015 wird vom BMEL auf insgesamt 26,38 Mio. t geschätzt. Damit übertrifft das Ministerium auch die letzte bereits nach oben korrigierte Schätzung des Deutschen Raiffeisenverbandes von 25,7 Mio. t. Mit der jetzt erwarten Erntemenge würde der bisherige Produktionsrekord aus dem Vorjahr (27,79 Mio. t) nur noch um 1,4 Mio. t oder 5,1 % verfehlt. Gleichzeitig wird der langjährige Durchschnitt von 2009 bis 2014 von 24,5 Mio. t um 1,9 Mio. t 7,7 % übertroffen. Außerdem wäre dies die bislang zweitgrößte deutsche Weizenernte überhaupt.
 
Die Produktionsmenge von Winterweizen wird mit 25,99 Mio. t angegeben und damit 1,4 Mio. t oder 5,2 % unter dem Niveau des Vorjahres (27,4 Mio. t) jedoch 8,1 % über dem langjährigen Mittel (24,0 Mio. t). Dabei liegen die für 2015 gemeldeten Erträge von Winterweizen mit 80,8 /t/ha knapp 7 % niedriger als im Rekordjahr 2014 (86,8 dt/ha), jedoch 4,8 % über dem langjährigen Mittel von 77,1 dt/ha. Die Winterweizenfläche ist mit 3,2 Mio. ha rund 57.000 ha Mio. ha bzw. 3,2 % größer ist als 2014.
 
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Bei den Weizenqualitäten geht das BMEL besseren Qualitäten aus als 2014. Der Proteingehalt liegt nach den Untersuchungen d es Max Rubner Instituts bei etwa 12,6 % nach 12,2 % im vorigen Jahr. Auch die Hektolitergewichte, die Fallzahlen und Sedimentationswerte lassen gute Qualitäten erkennen. Außerdem ist die Belastung mit Fusarientoxinen bei allen Getreideraten deutlich geringer als 2014.
 
Kleinere Roggenernte mit sehr guten Qualitäten
Die Produktion von Roggen erwartet das BMELV im Jahr 2015 bei 3,35 Mio. t. Damit ernteten die deutschen Landwirte 13,2 % oder 0,51 Mio. t weniger Roggen als 2014 (3,85 Mio. t) und 9,5 % weniger als im langjährigen Mittel (3,7 Mio. t). Ursache für den Produktionsrückgang gegenüber dem Vorjahr sind rund 12,3 % niedrigeren Erträge von 53,7 dt/ha im Vergleich zu 61,2 dt/ha im Jahr 2014 Mio. ha. Allerdings liegen die Roggenerträge im langjährigen Mittel (53,8 dt/ha). Die Anbaufläche ist mit 0,623 Mio. ha etwas kleiner als im letzten Jahr jedoch 9,3 % kleiner als im langjährigen Mittel (0,87 Mio. ha).
 
Die Backqualitäten der neuen Roggen-Ernte werden vom BMEL als sehr gut eingeschätzt. Etwa 95 % der bisher untersuchten Proben erreichten Backqualitäten. Der Mutterkornbesatz ist im Vergleich mit den Vorjahren unbedeutend.
 
Ernte bei Wintergerste größer als 2014
Bei Wintergerste veranschlagt das BMEL die Ernte 2015 auf 9,67 Mio. t und damit deutlich höher als zuletzt vom DRV mit 9,15 Mio. t erwartet wurde. Außerdem wäre die Produktion von Wintergerste in diesem Jahr sogar 1,8 % größer als 2014 (9,5 Mio. t). Grundlage ist eine moderate Flächenzunahme um 30.000 ha bzw. 2,4 % auf 1,258 Mio. ha sowie mit 71,8 dt/ha fast so hohe Erträge wie im letzten Jahr mit 73,5 dt/ha und sogar 13,8 % höhere Erträge als im langjährigen Mittel mit 64,0 dt/ha.
 
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Ernte bei Sommergerste wie 2014
Die Produktion von Sommergerste veranschlagt das BMEL in Deutschland auf 2,03 Mio. t und damit fast so groß wie im vorigen Jahr mit 2,07 Mio. t. Die Anbaufläche von Sommergerste liegt mit 0,371 Mio. ha um knapp 7,3 % über dem Stand des Vorjahres jedoch 10,5 unter dem langjährigen Mittelwert von 0,414 Mio. ha. Gleichzeitig liegen die für 2015 gemeldeten Erträge von Sommergerste mit 54,7 dt/ha 8,4 % niedriger als im Jahr 2014 (59,8 dt/ha), jedoch 2,4 % über dem langjährigen Mittel von 53,5 dt/ha. Die Qualitätsanforderungen für Braugerste (niedriger Proteingehalt, hohe Vollgerstenanteile) dürften überwiegend erreicht worden sein. Die Braugerstengemeinschaft rechnet mit einer Braugerstenmenge von 1,2 Mio. t
 
Die gesamte Gerstenproduktion (Winter- und Sommergerste) wird vom BMEL auf 11,7 Mio. t geschätzt. Im Vergleich zu zum Vorjahr mit 11,56 Mio. t wäre dass eine 1,2 % größere Produktionsmenge und das langjährige Mittel (10,6 Mio. t) wird um 10,3 % übertroffen.
 
Kleinste Maisernte seit 2006
Einen (witterungsbedingt) drastischen Produktionseinbruch um 30,5 % bzw. 1,57 Mio. t gegenüber der Ernte 2014 (5,1 Mio. t, auf nur noch 3,57 Mio. t, erwartet das BMEL beim Körnermais. Das langjährige Mittel von 4,83 Mio. t wird um 26,0 % verfehlt. Das wäe die kleinste deutsche Maisernte seit dem Jahr 2006 (3,2 Mio. t) Der DRV hatte die Maisernte im August auf 3,9 Mio. t geschätzt. Grund für den Produktionseinbruch sind die im Vergleich zu 2014 (107,6 dt/ha) drastisch um 27,7 % niedrigeren Erträge von 77,8 dt/ha. Das langjährige Mittel (99,9 dt/ha) wird mit dieser Prognose ebenfalls 22,1 % verfehlt. Gleichzeitig wird gegenüber 2014 von einer etwa 4,7 % kleineren Anbaufläche von 0,459 Mio. ha ausgegangen.
 
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Eine 7,1 % kleinere Produktion als 2014 erwartet das BMEL mit 0,58 Mio. t (Vj: 0,63) bei Hafer. Außerdem gehen die Experten des BMEL bei Triticale von einer rund 12,9 % kleineren Produktionsmenge als 2014 von 2,59 Mio. t aus, während das das langjährige Mittel (2,42 Mio. t) um 6,7 % übertroffen wird.
 
Rapsernte 20 Prozent kleiner als 2014
Bei der wichtigsten Ölfrucht soll die deutsche Ernte in diesem Jahr 4,99 Mio. t erreichen und damit etwa 1,25 Mio. t bzw. 20,1 % kleiner ausfallen als 2014 und zudem auch 8,2 % unter dem langjährigen Mittel (5,4 Mio. t) liegen. Der DRV hatte die Rapsernte im August auf ähnlich groß auf 4,9 Mio. t geschätzt. Dabei wird die Anbaufläche vom BMEL mit 1,28 Mio. ha etwa 7,8 % kleiner angebenden als 2014 und 8,1 % kleiner als im langjährigen Mittel. Die Ertragserwartung ist mit 38,9 dt/ha rund 13,3 % niedriger als 2014 (44,8 dt/ha) liegt jedoch im langjährigen Mittel (38,9).
 
Dr. Olaf Zinke
 
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