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BMEL/Ernte 2014: Getreideernte übertrifft alle Erwartungen

von , am
29.08.2014

Das Bundeslandwirtschaftsministerium übertrifft mit den Produktions- und Ertragsdaten in seinem ersten Erntebericht Ende August alle bisherigen Ernteprognosen.

© Sven Brentrup/aboutpixel.de
Das Bundeslandwirtschaftsministerium übertrifft mit den Produktions- und Ertragsdaten in seinem ersten Erntebericht Ende August alle bisherigen Ernteprognosen für Deutschland. Die Qualität der riesigen Getreideernte wird jedoch als heterogen bezeichnet. Beim Weizen liegt Proteingehalt unter dem langjährigen Durchschnitt. Insgesamt erreicht die deutsche Getreideernte nach Einschätzung des BMEL eine Größenordnung von rund 51,8 Mio. t und liegt damit knapp 8,4 % über dem guten Vorjahreswert von 47,8 Mio. t sowie 11,4 % über dem langjährigen Mittelwert von 46,5 Mio. t.
 
Weizenernte ist sehr groß, Qualität unter Durchschnitt
Die deutsche Weizenernte 2014 wird vom BMEL auf insgesamt 27,94 Mio. t geschätzt. Mit dieser Erntemenge würde das sehr gute Vorjahresergebnis (25,0 Mio. t) um knapp 5,0 Mio. t oder 11,7 % übertroffen. Die Produktionsmenge von Winterweizen wird mit 27,6 Mio. t angegeben und damit 3,0 Mio. t oder 11,9 % über dem Niveau des Vorjahres (24,6 Mio. t). Dabei liegen die erwarteten Erträge von Winterweizen mit 86,9 /t/ha knapp 9 % höher als im sehr guten Jahr 2013 (80,0 dt/ha) und erst recht über dem langjährigen Mittel von 76,2 dt/ha, Die Winterweizenfläche ist mit 3,17 Mio. ha rund 0,1 Mio. ha bzw. 3,5 % größer ist als 2013. Bei den Weizenqualitäten geht das BMEL von sehr heterogenen Qualitäten aus. Der Proteingehalt liegt unter dem langjährigen Durchschnitt. Insbesondere spät geerntete Partien können oft nur noch als Futterweizen verwertet werden.
 
Kleinere Roggenernte mit guten Qualitäten
Die Produktion von Roggen erwartet das BMELV im bei 3,87 Mio. t. Damit ernten die deutschen Landwirte 17,5 % oder 0,82 Mio. t weniger Roggen als 2013 (4,69 Mio. t), jedoch noch 5 % mehr als im langjährigen Mittel (3,69 Mio. t). Ursache für den Produktionsrückgang ist die rund 19 % kleinere Anbaufläche von 0,635 Mio. ha. Die Roggenerträge werden mit 60,8 dt/ha hingegen etwas höher eingeschätzt als 2013 (59,8 dt/ha), jedoch deutlich höher als im langjährigen Mittel (52,1 dt/ha). Die Backqualitäten der neuen Ernte werden vom BMEL als sehr gut eingeschätzt.
 
Deutlich mehr Wintergerste als 2013
Bei Wintergerste veranschlagt das BMEL die Ernte auf 9,53 Mio. t. Damit wäre die Produktion von Wintergerste in diesem Jahr 13,5 % oder 1,13 Mio. t größer als im letzten Jahr (8,4 Mio. t). Grundlage ist eine moderate Flächenzunahme um 24.000 ha bzw. 2,0 % auf 1,235 Mio. ha sowie deutlich um 11,2 % höhere Erträge von 77,1 dt/ha als im letzten Jahr mit 69,3 dt/ha und sogar 17,4 % höhere Erträge als im langjährigen Mittel mit 65,7 dt/ha.
 
Sehr hohe Erträge bei Sommergerste
Wegen der ausgezeichneten Erträge von 60,2 dt/ha nimmt auch die Produktion von Sommergerste in Deutschland gegenüber 2013 um 7,9 % auf 2,1 Mio. t zu. Die Anbaufläche von Sommergerste verfehlt indessen mit 0,349 Mio. ha um knapp 3 % den Stand des Vorjahres und sogar um 22 % das langjährige Mittel von 0,448 Mio. ha. Die gesamte Gerstenproduktion (Winter- und Sommergerste) wird vom BMEL auf 11,63 Mio. t geschätzt. Im Vergleich zu zum Vorjahr mit 10,3 Mio. t wäre dass eine 12,4 % größere Produktionsmenge und das langjährige Mittel (10,68) wird um knapp % übertroffen.
 
Maisernte größer als 2013, jedoch deutlich unter 5 Mio. t
Einen Produktionszuwachs von (lediglich) 4,9 % gegenüber 2013 auf 4,6 Mio. t erwartet das BMEL beim Körnermais. Das langjährige Mittel von 4,8 Mio. t wird sogar um 4,6 % verfehlt. (Andere Analysten hatten die Maisernte deutlich größer eingeschätzt). Dabei wird von einer etwa 3,3 % kleineren Anbaufläche von 0,480 Mio. ha als 2013 ausgegangen. Grund für die etwas höhere Produktion (gegenüber 2013) sind die 7,5 % höheren Erträge von 95,8 dt/ha. Das langjährige Mittel wird mit dieser Prognose indessen um knapp 3 % verfehlt. Eine relativ stabile Produktion von 0,63 Mio. t (Vj: 0,63) erwartet das BMEL bei Hafer. Außerdem gehen die Experten des BMEL bei Triticale von einer rund 17 % größeren Produktionsmenge als 2013 von 3,04 Mio. t aus und das langjährige Mittel (2,3 Mio. t) wird sogar um 30 % übertroffen.
 
Rapsernte bei 6,2 Mio. t
Bei der wichtigsten Ölfrucht soll die deutsche Ernte in diesem Jahr 6,2 Mio. t erreichen und damit etwa 0,4 Mio. t bzw. 7,7 % größer ausfallen als 2013 und sogar 18 % über dem langjährigen Mittel (5,25 Mio. t)liegen. Zwar ist die Anbaufläche mit 1,395 Mio. ha sogar (-4,4 %) kleiner als 2013, die Ertragserwartung ist mit 44, 5 dt/ha jedoch gut 12,5 % höher als 2013 (39,5 dt/ha) und 18 % höher als im langjährigen Mittel (37,7).
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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