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Deutsche Getreideernte wird immer kleiner

von , am
15.07.2015

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) hat die erwartete deutsche Getreideernte 2015 im Juli weiter nach unten korrigiert.

© Sven Brentrup/aboutpixel.de
 
Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) hat die erwartete deutsche Getreideernte 2015 im Juli weiter nach unten korrigiert. Betroffen von der Abwärtskorrektur sind alle Getreidearten (außer Wintergerste) und auch der Raps. Die Gerstenernte hat in den meisten Regionen schon begonnen und ist in den sogenannten Frühdruschgebieten bereits abgeschlossen. Die bisherigen Ernteergebnisse bezeichnet der DRV zwar als sehr heterogen, aber im Wesentlichen den Erwartungen entsprechend. Auch die Raps- und Weizenernte hat in einigen Regionen bereits begonnen. Hier hat die jüngste Hitzewelle häufig zu einer beschleunigten Abreife und möglichweise auch zu Mindererträgen geführt.
 
Deutsche Getreideernte jetzt kleiner als 2013
Dabei liegt die Mitte Juli vom DRV erwartete Gesamternte bei Getreide rund 1,1 % unter der DRV-Prognose vom Juni und 9,3 % unter der Rekordernte von 2014. Insgesamt soll die deutsche Getreideernte 2015 nach Einschätzung des DRV bei 47,2 Mio. t liegen und damit 4,8 Mio. t kleiner sein als das Rekordergebnis von 2014 mit 52,0 Mio. t. Der vom Statistischen Bundesamt ausgewiesene langjährige Durchschnitt der Jahre 2008 bis 2013 von 46,5 Mio. t, würde jedoch immer noch um 0,7 Mio. t übertroffen. Das sehr gute Ergebnis des Jahres 2013 (47,7 Mio.) würde jedoch um 0,5 Mio. t verfehlt.
 
Weizenernte weiter nach unten korrigiert
Die deutsche Weizenernte 2015 (Sommer und Winterweizen) wird nach der aktuellen Einschätzung des DRV mit etwa 25,4 Mio. t das Rekordergebnis aus dem Jahr 2014 von 27,8 Mio. t um 2,4 Mio. t oder 8,5 % verfehlen. Gegenüber der DRV-Schätzung vom Juni (25,8) wurde die Prognose nochmals um 1,6 % bzw. 0,4 Mio. t nach unten korrigiert. Grund sind die von zuvor 77,9 dt/ha (Juni) jetzt nur noch bei 76,8 dt (Juli) erwarteten Durchschnittserträge. Zur Ernte 2014 lagen die bisherigen absoluten Spitzenerträge bei 86,3 dt/ha. Die Weizenfläche (Sommer und Winterweizen) gibt der DRV weiterhin mit 3,31 Mio. ha an und damit rund 2,8 % oder 90.000 ha größer als 2014.
 
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Erntemenge bei Wintergerste leicht nach oben
Mit einer Erntemenge von 8,65 Mio. t rechnet der DRV im Juli bei Wintergerste. Das wäre geringfügig mehr als noch im Juni (8,6) erwartet wurden. Im Vergleich zur sehr großen Ernte von 2014 (9,5 Mio. t) wäre die jetzt erwartete Ernte sogar 0,85 Mio. t oder knapp 8,9 % kleiner. Dabei veranschlagt der DRV die Durchschnittserträge bei Wintergerste jetzt nur noch bei 68,3 dt/h im Vergleich zu 67,9 dt/ha im Juni und 77,3 (!!) dt/ha im vorigen Jahr. Die Anbaufläche von Wintergerste für die Ernte 2015 gibt der DRV weiterhin mit 1,27 Mio. ha an und damit 3,2 % größer als 2014 (1,23 Mio. ha).
 
Erträge bei Sommergerste leicht nach unten
Der Produktion von Sommergerste soll nach den aktuellen DRV-Schätzung vom Juli bei 1,93 Mio. t liegen und damit geringfügig kleiner sein wie im Juni (1,96) erwartet wurde. Grund sind auch hier die etwas niedrigeren Erträge, die von 53,5 auf 52,8 dt/ha gesenkt wurden und damit deutlich niedriger ausfallen als im vorigen Jahr mir 59,8 dt/ha. Die Produktionsmenge aus dem Jahr 2014 von 2,07 Mio. t würde zur Ernte 2015 wegen der um 5,8 % gewachsenen Anbaufläche um 6,4 % verfehlt. Insgesamt schätzt der DRV die deutsche Gerstenproduktion im Juli auf 10,59 Mio. t, im Vergleich zu 10,56 Mio. t im Juni und 11,6 Mio. t (!!) im vorigen Jahr (2014). Das wäre gegenüber 2014 ein Produktionsrückgang von 8,4 % oder rund 1,0 Mio. t.
 
Roggenernte noch etwas kleiner
Mit einer Erntemenge von 3,26 Mio. t rechnet der DRV im Juli beim Roggen. Das wären knapp 0,2 Mio. t weniger als noch im Juni (3,45) erwartet wurden. Im Vergleich zur Ernte von 2014 (3,85 Mio. t) wäre die jetzt erwartete Ernte sogar 0,59 Mio. t oder knapp 15,3 % kleiner. Dabei erwarten die Analysten des DRV die Durchschnittserträge Roggen bei 52,2 dt/h im Vergleich zu 55,3 dt/ha im Juni und 61,2 (!!) dt/ ha im vorigen Jahr. Die Anbaufläche von Roggen für die Ernte 2015 gibt der DRV mit 0,625 Mio. ha an und damit geringfügig kleiner wie 2014 (0,629).
 
Keine weiteren Korrekturen bei Körnermais
Der Produktion von Mais soll nach den aktuellen DRV-Schätzung vom Juni bei 4,64 Mio. t und damit ähnlich groß sein wie im Mai (4,67) erwartet wurde. Die Erträge werden jetzt bei 96,4 dt/ha erwartet (Juni: 96,9) und damit deutlich niedriger als im vorigen Jahr mit 107,6 dt/ha. Die Produktionsmenge aus dem Jahr 2014 von 5,1 Mio. t würde 2015 um 10,2 % verfehlt. Eine um knapp 9 % kleinere Produktion als 2014 (0,63 Mio. t) erwartet der DRV mit 0,57 Mio. t beim Hafer. Für für Triticale geht der DRV von einem Produktionsrückgang von etwa 10,6 % auf 2,66 Mio. t aus.
 
Rapsernte ein Fünftel kleiner als 2015
Die neue Rapsernte erwartet der DRV im Juli nur noch bei 4,9 Mio. t . Das wären rund 0,1 Mio. t weniger als noch im Juni (4,99) erwartet wurden. Im Vergleich zur Ernte von 2014 (6,24 Mio. t) wäre die jetzt erwartete Ernte sogar 1,34 Mio. t oder knapp 21 % kleiner. Dabei erwartet der DRV die Durchschnittserträge bei Raps nur noch bei 37,5 dt/h im Vergleich zu 38,1 dt/ha im Juni und 44,8 (!!) dt/ ha im vorigen Jahr. Die Anbaufläche von Raps für die Ernte 2015 gibt der DRV mit 1,3 Mio. ha an und damit 6,1 % kleiner wie als 2014 mit 1,394 Mio. ha . t).
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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