Login
News

Deutscher Agrarexport stottert

von , am
29.07.2015

Seit 2009 sind die deutschen Agrarausfuhren scheinbar unaufhaltsam von Rekord zu Rekord geeilt. Doch in diesem Jahr stottert der Exportmotor.

© MIV
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) sind die Nahrungsmittelausfuhren von Januar bis Mai 2015 gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum im Wert um 1,9 Prozent auf rund 22,46 Mrd. Euro zurückgegangen. Ausschlaggebend war ein deutliches Minus bei den Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs: Im Berichtszeitraum sank der Exportwert um 9 Prozent auf rund 8,6 Mrd. Euro. Hingegen war bei den Lebensmitteln pflanzlichen Ursprungs noch ein Plus von 3,1 Prozent auf 13,87 Mrd. Euro zu verzeichnen.
 
Blickt man genauer in die Ausfuhrstatistik, zeigt sich, dass der schwächelnde Milchmarkt die Exportbilanz der deutschen Land- und Ernährungswirtschaft trübt. Von Januar bis Mai 2015 betrug der Exportwert an Milch und Milcherzeugnissen (einschließlich Eier und Honig) vergleichsweise niedrige 3,6 Mrd. Euro. Das sind 494 Mio. Euro oder 12 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Dabei kann der Rückgang nicht allein mit den niedrigeren Preisen für Molkereiprodukte erklärt werden. Vielmehr gingen die Ausfuhren auch nach der Menge kräftig zurück, nämlich um 13,2 Prozent oder 468.635 t.
 
In Menge und Wert gesunken sind auch die deutschen Ausfuhren an Fleisch, und zwar um 7,7 Prozent auf knapp 2,3 Mio. t beziehungsweise um 1,9 Prozent auf annähernd 3,0 Mrd. Euro. Der Getreideexport verlief in den ersten fünf Monaten des Kalenderjahres hingegen rege. Die Ausfuhren kletterten in der Menge um gut 36 Prozent auf 5,78 Mio. t Getreide. Wertmäßig entsprach das einem Plus von gut einem Fünftel auf 1,74 Mrd. Euro.
Auch interessant