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Deutschland: Mehr Gerste und Weizen, Einbruch bei Mais

von , am
14.08.2015

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) hat die erwarteten Erntemengen für die wichtigsten Getreidearten im August mehr oder weniger deutlich nach oben korrigiert.

© Doctorbest/fotolia.com
 
Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) hat die erwarteten Erntemengen für die wichtigsten Getreidearten im August mehr oder weniger deutlich nach oben korrigiert. Das gilt vor allem für Wintergerste. Leicht nach oben ging es zudem mit den Erntemengen für Sommergerste und Weizen sowie Roggen. Dafür gab es eine dramatische Abwärtskorrektur bei der erwarteten Maisernte auf den niedrigsten Stand seit 2007. Bei Raps blieb die Prognose fast unverändert. Die Gesamternte bezeichnet der DRV als durchschnittlich. Im Westen und Süden ist die Getreide- und Rapsernte weitgehend abgeschlossen ist. Gerste und Weizen haben bei regional sehr heterogenen Ergebnissen in der Summe die bisherigen Erwartungen hinsichtlich Menge und Qualitäten übertroffen.
 
Gesamternte bleibt durchschnittlich
Mitte August liegt die vom DRV erwartete Gesamternte bei Getreide (einschließlich Mais) etwas so hoch wie die DRV-Prognose vom Juli und 9,1 % unter der Rekordernte von 2014. Insgesamt soll die deutsche Getreideernte 2015 nach Einschätzung des DRV bei 47,3 Mio. t liegen und damit 4,7 Mio. t kleiner sein als das Rekordergebnis von 2014 mit 52,0 Mio. t. Der vom Statistischen Bundesamt ausgewiesene langjährige Durchschnitt der Jahre 2008 bis 2013 von 46,5 Mio.t, würde jedoch immer noch um 0,8 Mio. t übertroffen. Das bereits sehr gute Ernte-Ergebnis des Jahres 2013 (47,7 Mio.) würde lediglich um 0,4 Mio. t verfehlt.
 
Weizenernte etwas größer, gute Proteinwerte
Die deutsche Weizenernte 2015 (Sommer und Winterweizen) wird nach der aktuellen Einschätzung des DRV mit etwa 25,7 Mio. t das Rekordergebnis aus dem Jahr 2014 von 27,8 Mio. t um 2,1 Mio. t oder 7,5 % verfehlen. Gegenüber der DRV-Schätzung vom Juli (25,4 Mio. t) wurde die Prognose nochmals um 1,2 % bzw. 0,3 Mio. t nach oben korrigiert. Grund sind die von zuvor 76,8 dt/ha (Juli) auf 78,2 dt (August) nach oben gesetzten Durchschnittserträge. Zur Ernte 2014 lagen die bisherigen absoluten Spitzenerträge bei 86,3 dt/ha. Die Weizenfläche (Sommer und Winterweizen) gibt der DRV mit 3,32 Mio. ha an und damit rund 2,1 % größer als 2014 (3,22 Mio. ha). Die Proteinwerte liegen beim Weizen bislang über den Ergebnissen des Vorjahres.
 
Erntemenge bei Wintergerste deutlich nach oben
Mit einer Erntemenge von 9,15 Mio. t rechnet der DRV im August bei Wintergerste. Das wären 0,5 Mio. t mehr als noch im Juli (8,65 Mio.) erwartet wurden. Im Vergleich zur sehr großen Ernte von 2014 (9,5 Mio. t) wäre die jetzt erwartete Ernte nur noch 0,35 Mio. t oder knapp 3,7 % kleiner. Dabei veranschlagt der DRV die Durchschnittserträge bei Wintergerste jetzt auf 72,8 dt/h im Vergleich zu 68,3 dt/ha im Juli und 77,3 (!!) dt/ha im vorigen Jahr. Die Anbaufläche von Wintergerste für die Ernte 2015 gibt der DRV mit 1,26 Mio. ha an und damit 2,4 % größer als 2014 (1,23 Mio. ha).
 
Ernte von Sommergerste über 2,0 Mio. t
Der Produktion von Sommergerste soll nach den aktuellen DRV-Schätzung vom August bei 2,04 Mio. t liegen und damit etwas größer sein wie im Juli (1,93) erwartet wurde. Grund sind auch hier die etwas höheren Erträge, die von 52,8 auf 55,0 dt/ha angehoben wurden und damit weiterhin niedriger ausfallen als im vorigen Jahr mir 59,8 dt/ha. Die Produktionsmenge aus dem Jahr 2014 von 2,07 Mio. t würde zur Ernte 2015 wegen der um 7,2 % größeren Anbaufläche nur um 1,4 % verfehlt. Insgesamt schätzt der DRV die deutsche Gerstenproduktion im Juli auf 11,2 Mio. t, im Vergleich zu 10,6 Mio. t im Juli und 11,6 Mio. t im vorigen Jahr (2014). Das wäre gegenüber 2014 ein Produktionsrückgang von 3,3 % oder rund 0,6 Mio. t.
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Roggen mit etwas höheren Erträgen
Mit einer Erntemenge von 3,32 Mio. t rechnet der DRV im August beim Roggen. Das wäre etwas mehr als noch im Juli (3,26) erwartet wurden. Im Vergleich zur Ernte von 2014 (3,85 Mio. t) wäre die jetzt erwartete Ernte sogar 0,53 Mio. t oder knapp 13,8 % kleiner. Dabei erwarten die Analysten des DRV die Durchschnittserträge Roggen bei 53,4 dt/h im Vergleich zu 52,2 dt/ha im Juli und 61,2 (!!) dt/ha im vorigen Jahr. Die Anbaufläche von Roggen für die Ernte 2015 gibt der DRV mit 0,622 Mio. ha an und damit etwas kleiner als 2014 (0,629).
 
Dramatischer Einbruch bei Körnermais
Der Produktion von Mais soll nach den aktuellen DRV-Schätzung vom Juni nur noch bei 3,9 Mio. t liegen und damit deutlich kleiner sein als noch im Juli (4,64) erwartet wurde. Das wäre die kleinste deutsche Maisernte seit dem Jahr 2007 (3,8 Mio. t). Die Erträge werden für 2015 nur noch bei 85,4 dt/ha erwartet (Juli: 96,4) und damit erheblich niedriger als im vorigen Jahr mit 107,6 dt/ha. Die Produktionsmenge aus dem Jahr 2014 von 5,1 Mio. t würde mit der Ernte 2015 um 23,9 % bzw. 1,2 Mio. t verfehlt. Eine gut 10 % kleinere Produktion als 2014 (0,63 Mio. t) erwartet der DRV mit 0,56 Mio. t beim Hafer. Für für Triticale geht der DRV von einem Produktionsrückgang von etwa 13,6 % auf 2,58 Mio. t aus.
 
Rapsernte bleibt bei 4,9 Mio. t
Die neue Rapsernte erwartet der DRV im August unverändert bei 4,9 Mio. t. Das wären eben so viel wie schon im Juli (4,9) erwartet wurden. Im Vergleich zur Ernte von 2014 (6,24 Mio. t) wäre die jetzt erwartete Ernte sogar 1,33 Mio. t oder gut 21 % kleiner. Dabei erwartet der DRV die Durchschnittserträge bei Raps bei 38,3 dt/h im Vergleich zu 37,5 dt/ha im Juli und 44,8 (!!) dt/ ha im vorigen Jahr. Die Anbaufläche von Raps für die Ernte 2015 gibt der DRV mit 1,28 Mio. ha an und damit 7,9 % kleiner als als 2014 mit 1,394 Mio. ha.
 
Dr. Olaf Zinke
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