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Ernte 2015: Erste Ergebnisse einzelner Regionen

von , am
28.07.2015

In allen deutschen Bundesländern ist die Getreideernte in vollem Gang. Die Statistischen Landesämter melden die ersten Ergebnisse zu Erntemengen, Anbauflächen und Erträgen.

Die Getreidernte in Schleswig-Holstein liegt dieses Jahr bei 2,6 Mio. t, das wären 8 Prozent weniger als im Vorjahr. © Imago/Christian Ohde
Region Nord
 
Nach einer ersten Schätzung des Statistikamtes Nord liegt die schleswig-holsteinische Getreideernte dieses Jahr bei 2,6 Mio. t, das wären 8 Prozent weniger als im Vorjahr, obwohl die Getreideanbaufläche um 5 Prozent auf 15.600 ha ausgeweitet worden war. Die Winterweizenernte wird voraussichtlich 1,7 Mio. t erreichen. Das wären 13 Prozent weniger als im Vorjahr. Der erwartete Hektarertrag beträgt 9 t, womit er deutlich unter dem 2014 erzielten Wert von 10,5 t bliebe. Die Aussaatfläche der Wintergerste wurde um 9 Prozent auf 59.400 ha vergrößert. Bei einem geschätzten Hektarertrag von knapp 8,6 t würde eine Erntemenge von 508.000 t eingebracht, das wären knapp 4 Prozent weniger als 2014. Die Winterrapsfläche ist um 9.000 ha auf 91.000 ha gesunken. Der erwartete Hektarertrag liegt bei knapp 4,2 t. Die voraussichtliche Erntemenge beträgt 378.000 t Raps, das wären 18 Prozent weniger als 2014.
 
Region Ost

In Brandenburg musste die Ernte aufgrund von durchziehenden Regenschauern immer wieder unterbrochen werden. Von den rund 630.000 ha Getreide und Ölfrüchten, die insgesamt zu dreschen sind, wurden bis Ende Juli etwa 176.000 ha abgeerntet. Nach den derzeit vorliegenden Zahlen erwartet der Landesbauernverband für Brandenburg eine Getreidemenge von 2,4 Mio. t und eine Rapserzeugung von 450.000 t. Damit blieben die Ergebnisse etwa 20 Prozent unter dem Vorjahr. Der Gerstenertrag von 6,5 t/ha liegt 0,5 t unter dem Ergebnis 2014. Der Rapsertrag wird etwa 20 Prozent unter dem Vorjahreswert abschneiden.
 
Die Getreideernte in Thüringen wird vom Thüringer Landesamt für Statistik auf 2,1 Mio. t geschätzt und wäre damit 0,7 Mio. t kleiner als im Vorjahr. Der Flächenertrag von 6 t/ha käme rund 25 Prozent unter dem Rekordertrag 2014 mit 7,9 t/ha zu liegen. Die Getreideanbaufläche ist mit 355.500 ha etwa ein Prozent kleiner als im Vorjahr. Für Winterweizen, der auf 220.100 ha steht, wird ein unter dem Vorjahresniveau verharrender Hektarertrag von 6,2 t eingeschätzt. Die diesjährige Winterweizenernte würde demnach 1,4 Mio. t betragen; das sind 0,4 Mio. t weniger als 2014. Wintergerste wurde auf 70.600 ha angebaut. Der Flächenertrag wird auf 6 t/ha eingeschätzt und liegt 27 Prozent unter dem Vorjahreswert. Bei Winterraps wird ein Ertrag von 3,3 t/ha erwartet. Dieser liegt 25 Prozent unter dem Vorjahreswert und 14 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt. Nach den Ergebnissen dieser Junischätzung würde die Erntemenge 372.000 t ausmachen.
 
Region West
 
In Hessen wurden nach den vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Landesamtes gut 161.000 ha mit Winterweizen bestellt. Die Winterweizenanbaufläche macht damit 53 Prozent der gesamten Getreideanbaufläche in Höhe von 304.400 ha aus. Starke Veränderungen gab es bei den Hülsenfrüchten: Wurden 2014 noch rund 1.000 ha Erbsen und 2.100 ha Ackerbohnen angebaut, so wurden zur diesjährigen Ernte rund 2.500 ha Erbsen und gut 3.900 ha Ackerbohnen ausgesät. Die Fläche, die mit Winterraps bestellt wurde, ging auf knapp 56.000 ha zurück. Zum Vergleich: Im Durchschnitt der Jahre 2009 bis 2014 wurden in Hessen 64.700 ha Winterraps angebaut. Der Anbau von Wintergerste wurde um 3.400 auf 66.900 ha reduziert, während der Anbau von Sommergerste um 1.600 auf 19.900 ha ausgedehnt wurde. Auf 3.700 ha wurden in Hessen Kartoffeln und auf rund 11.700 ha Zuckerrüben angebaut.
 
In Rheinland-Pfalz erwartet das Statistische Landesamt mit knapp 1,4 Mio. t eine unterdurchschnittliche Getreideernte. Das wären rund 9 Prozent weniger als 2014. Bei Winterweizen wird ein durchschnittlicher Ertrag von 6,6 t/ha geschätzt, das sind 8 Prozent weniger als im Vorjahr, in dem ein Ertrag von 7,2 t/ha erzielt worden ist. Wintergerste liegt mit geschätzten 6 t/ha ebenfalls unter dem Wert des Vorjahres von 6,5 t/ha. Bei Winterraps wird ein Durchschnittsertrag von 3,4 t/ha erwartet. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Minus von 20 Prozent. Nach vorläufigen Ergebnissen wurden auf rund 234.100 ha Getreide angebaut. Die Anbaufläche von Winterweizen liegt bei 115.100 ha, das entspricht etwa dem Wert von 2014. Wintergerste wächst auf 37.200 ha, das sind 5 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Der Anbau von Winterraps wurde um drei Prozent auf 43.900 ha eingeschränkt.
 
Region Süd
 
In Bayern sorgt die anhaltende Trockenheit beim Ertrag für ein extremes Nord-Süd-Gefälle. Während in weiten Teilen Frankens und der nördlichen Oberpfalz deutliche Ertragseinbußen bei Getreide und Raps verzeichnet werden, können die südbayerischen Landwirte sogar mit überdurchschnittlichen Erträgen rechnen. Landwirtschaftsminister Helmut Brunner schätzt, dass sich die diesjährige Getreideernte im Bereich des langjährigen Durchschnitts von 6,7 Mio. t bewegt. Bei den Anbauflächen gab es im Vergleich zum Vorjahr nur leichte Verschiebungen: Die Getreidefläche wurde geringfügig um 0,7 Prozent auf 1,04 Mio. ha ausgedehnt. Winterweizen wurde in Bayern auf gut 505.000 ha angebaut. Die Anbaufläche für Zuckerrüben ist um 10.000 auf gut 50.000 ha gesunken. Dafür gibt es einen deutlichen Anstieg der Anbauflächen von Luzerne und Soja um mehr als 70 Prozent.
 
Die baden-württembergische Getreideernte wird mit schätzungsweise 3 Mio. t ungefähr auf dem Niveau des langjährigen Mittels abschließen. Das wären 0,34 Mio. t weniger als im Vorjahr. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, wird der Ertrag aller Getreidearten im Durchschnitt auf 6,76 t/ha geschätzt. Das ist nur geringfügig mehr als das Sechsjahresmittel mit 6,70 t/ha, aber deutlich weniger als im Rekordjahr 2014 mit 7,54 t/ha. Winterweizen wurde in Baden-Württemberg auf 231.600 ha angebaut, das sind 2,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch die Anbaufläche von Wintergerste hat sich um 2,1 Prozent auf 91.800 ha erhöht. Bei Winterraps liegen die Ertragserwartungen bei knapp 3,7 t/ha. Zum Vergleich: Der Vorjahresertrag betrug 4,72 t/ha.
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