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EU/Crop-Monitoring: Zu trocken, zu nass, zu warm

von , am
25.03.2014

Der Start in die neue europäische Getreidesaison ist durch ungewöhnlich mildes Wetter geprägt.

RGT Reform ist in diesem Jahr die Spitzen-Winterweizensorte. © agrar-press
 
Der Start in die neue europäische Getreidesaison ist durch ungewöhnlich mildes Wetter geprägt. Außerdem gibt es in diesem Jahr kaum Auswinterungsschäden. Was jedoch die Wasserversorgung des Wintergetreides betrifft, verlief die Entwicklung in Europa sehr unterschiedlich. Während der Winter in Norditalien, auf den britischen Inseln und im Südosten Frankreichs außergewöhnlich viel Niederschlag brachte, war es in Tschechien, im Südosten Deutschlands sowie in Bulgarien und der Ukraine sehr trocken. Dabei ist die Entwicklung der Pflanzen in West- und Zentraleuropa wegen des milden Wetters schon weit fortgeschritten. Zu diesem Ergebnis kommt die Crop-Monitoring-Agentur der EU-Kommission (MARS) in ihrem aktuellen  Report. Erstmals in diesem Jahr hat MARS zudem im Rahmen des aktuellen Crop-Monitorings die Ertragsaussichten für die wichtigsten Kulturen geschätzt.
 
Weichweizen: Gute Prognosen für Deutschland und Frankreich
Die Ertragsschätzungen für Weichweizen liegen der Prognose von MARS mit 5,71 t/ha rund 1,8 % unter dem Vorjahreswert (5,82) und 2,5 % über dem langjährigen Mittel (5,57). Für Deutschland rechnen die Experten von MARS derzeit mit einem Durchschnittsertrag von 7,79 t/ha und damit rund 2,4% weniger als im letzten Jahr, jedoch 4,2 % mehr als im langjährigen Mittelt. Den französischen Ertragsdurschnitt erwartet MARS mit 7,46 t/ha rund 1,2 % höher als im letzten Jahr und sogar 4,3 % über dem langjährigen Mittel. Mit 7,74 t/ha knapp 5 % höhere Erträge prognostiziert MARS auf den Weizenflächen im Vereinigten Königreich. Auch im langjährigen Vergleich könnten die britischen Erträge fast 3,6 % höher sein als im sehr schwachen Vorjahr.
 
Wintergerste: Höhere Erträge in Frankreich
Bei Wintergerste geht die Crop-Monitoring-Agentur für die EU 28 von Erträgen aus, die mit 5,42 t/ha knapp 1,2 % niedriger sind als im Vorjahr (5,48) und gleichzeitig etwa 2,2 % über dem langjährigen Mittelwert (5,30) liegen. Mit einem Durchschnittsertrag von 6,68 t/ha verfehlt die Ertragserwartung für Deutschland das ausgezeichnete dem Vorjahresergebnis (6,94) um 3,7 %, der langjährige Durchschnittswert (6,56) wird jedoch um knapp 2 % übertroffen. Für Frankreich fällt die Ertragsprognose für Wintergerste mit 6,73 t/ha fast 5 % höher aus als im letzten Jahr und liegt zudem 2,8 % über dem langjährigen Durchschnitt. Im Vereinigten Königreich rechnet MARS mit einem Wintergerstenertrag von 6,34 t/ha und damit 1 % weniger als im Vorjahr und etwa so viel wie im langjährigen Durchschnitt.
 
Sommergerste: Erträge fast 10 % niedriger als 2013
Bei Sommergerste schätzt MARS für die EU 28 derzeit einen Durchschnittsertrag von 4,01 t/ha und damit einen scharfen Rückgang gegenüber dem sehr guten Vorjahr (4,42) von 9,2 %. Im Vergleich zum dem langjährigen Durchschnitt (3,94) wären die Erträge jedoch 1,8 % höher. In Deutschland könnten die Erträge mit 4,43 t/ha rund 6,4 % unter das sehr gute Vorjahresniveau fallen. Dagegen liegt die Ertragserwartung für Frankreich mit 6,30 t/ha rund 3,6 % über dem Vorjahreswert und 1,9 % über dem langjährigen Mittel. Für Dänemark schätzt Mars mit 5,40 t/ha einen Durchschnittsertrag der rund 4,9 % niedriger ist als im letzten Jahr. Und für das Vereinigte Königreich sollen die Erträge mit 5,32t/ha knapp 6 % niedriger sein als im letzten Jahr. Den größten Einbruch erwartet Mars für Spanien mit knapp 20 % auf 2,97 t/ha (Vj. 3,69).
 
Mais: Höhere Erträge in Deutschland, Frankreich und Ungarn
Mit deutlich höheren Erträgen als 2013 rechnet MARS zudem bei Mais. Hier geht die Crop-Monitoring Agentur der EU von einem Anstieg der Erträge um 6,3 % auf 7,03 t/ha aus. Das langjährige Mittel wird immerhin noch um 2,3 % übertroffen. Die deutschen Maiserträge sollen nach der ersten Schätzung von MARS mit 9,75 t/ha das knapp 19 % höher sein als im schwachen letzten Jahr (8,21). Das langjährige Mittel wird um 1,3 % übertroffen. Für Frankreich liegt die Ertragsprognose bei 9,32 t/ha gut 10 % höher als 2013 (8,45) und 2,7 % höher als im langjährigen Mittel. Eine Ertragsrückgang im Vergleich zum sehr guten Vorjahr (4,08) um 12 % auf 3,59 t/ha erwartet MARS für Rumänien und einen sehr kräftigen Anstieg der Erträge von 18 % auf 6,27 t/ha für Ungarn.
 
Raps: Stabil in Deutschland, Anstieg in Frankreich und UK
Bei Raps liegen die derzeitigen Ertragsschätzungen von MARS mit 3,13 t/ha geringfügig über der Linie des Vorjahres (3,09) und auch etwas höher als im langjährigen Mittel (3,05). Die Ertragsprognose für Deutschland verfehlt  mit 3,85 t/ha den Vorjahreswert (3,95) um 2,6 % liegt aber über dem langjährigen Mittel (3,77). Frankreichs Ertragsschätzung ist mit 3,37 t/ha knapp 11 % höher als 2013 (3,04). Für das Vereinigte Königreich prognostizierte MARS mit 3,52 t/ha indessen rund 18 % höhere Erträge als im schwachen letzten Jahr (2,98) und 3 % höhere Erträge als im langjährigen Mittel.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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