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EU/Crop-Monitoring: Winterkulturen mit vier Wochen Vorsprung

von , am
15.04.2014

Vier Wochen Vorsprung haben die Winterkulturen in Deutschland, den Beneluxländern und Zentraleuropa derzeit in ihrem üblichen Wachstumszyklus.

© Mühlhausen/landpixel
 
Vier Wochen Vorsprung haben die Winterkulturen in Deutschland, den Beneluxländern und Zentraleuropa derzeit in ihrem üblichen Wachstumszyklus. Dabei besteht zwar gleichzeitig in vielen Regionen ein Niederschlagsdefizit, dieses wirkt sich bislang jedoch noch nicht allzu negativ auf die Entwicklung der Winterkulturen aus. Erst wenn der Niederschlagsmangel sich fortsetzt wird es wohl zu Schädigungen der Pflanzen kommen. Zu diesem Ergebnis kommt die Crop-Monitoring-Agentur der EU-Kommission MARS in ihrem aktuellen April-Report.
 
Probleme bei Sommerkulturen
Dabei war der März in Europa durch ein Niederschlagsdefizit sowie deutlich über dem Durchschnitt liegende Temperaturen gekennzeichnet. In einigen Regionen wie Ostfrankreich und England hatten die reichlichen Niederschläge im letzten Herbst jedoch für eine komfortable Wasserversorgung der Winterkulturen gesorgt. Für die Aussaat und Entwicklung der meisten Sommerkulturen schätzt MARS den Wassermangel allerdings deutlich problematischer ein. Vor diesem Hintergrund hat MARS im Rahmen des aktuellen Crop-Monitorings die durchschnittlichen Ertragsaussichten für die wichtigsten Kulturen und aktualisiert.
 
Weichweizen: Deutschland und Frankreich mit guten Erträgen
Die aktuelle Ertragsschätzung für Weichweizen wurde in der April-Prognose von MARS gegenüber März ganz leicht nach oben korrigiert. Mit 5,73 t/ha rund 1,6 % unter dem Vorjahreswert (5,82) und 2,7 % über dem langjährigen Mittel (5,57). Für Deutschland rechnen die Experten von MARS wie schon im März mit einem Durchschnittsertrag von 7,79 t/ha und damit rund 2,4% weniger als im letzten Jahr (7,98), jedoch 4,2 % mehr als im langjährigen Mittel (7,48). Den französischen Ertragsdurschnitt erwartet MARS ebenfalls unverändert zur Märzprognose bei 7,46 t/ha und damit rund 1,2 % höher als im letzten Jahr (7,39) und sogar 4,3 % über dem langjährigen Mittel (7,15). Etwa 5 % höhere Erträge als 2013 prognostiziert MARS mit 7,74 t/ha weiterhin im Vereinigten Königreich. Auch im langjährigen Vergleich könnten die britischen Erträge fast 3,6 % höher sein als im sehr schwachen Vorjahr.
 
Wintergerste: Höhere Erträge in Frankreich
Bei Wintergerste geht die Crop-Monitoring-Agentur für die EU 28 im April von Erträgen aus die mit 5,44 t/ha nur 0,9 % niedriger sind als im Vorjahr (5,49) und gleichzeitig etwa 2,6 % über dem langjährigen Mittelwert (5,30) liegen. Mit einem Durchschnittsertrag von 6,68 t/ha (wie im März) verfehlt die Ertragserwartung für Deutschland das ausgezeichnete Ergebnis von 2013 (6,93) um 3,7 %, der langjährige Durchschnittswert (6,56) wird jedoch um 1,8 % übertroffen. Für Frankreich fällt die Ertragsprognose für Wintergerste mit 6,73 t/ha rund 5,1 % höher aus als im letzten Jahr( 6,40) und liegt zudem 2,9 % über dem langjährigen Durchschnitt (6,54). Im Vereinigten Königreich rechnet MARS bei Wintergerste mit Erträgen von 6,34 t/ha und damit 1 % weniger als im Vorjahr (6,40) und etwa so viel wie im langjährigen Durchschnitt.
 
Sommergerste: Erträge fast 10 % niedriger als 2013
Bei Sommergerste schätzt MARS für die EU 28 auch im April nur einen Durchschnittsertrag von 4,02 t/ha und damit einen scharfen Rückgang gegenüber dem sehr guten Vorjahr (4,43) von 9,2 %. Im Vergleich zum dem langjährigen Durchschnitt (3,94) wären die Erträge jedoch sogar 2,1 % höher. In Deutschland könnten die Erträge nach der aktuellen Prognose mit 5,18 t/ha rund 4,6 % unter das sehr gute Vorjahresniveau (5,53) fallen. Dagegen liegt die Ertragserwartung für Frankreich mit 6,30 t/ha rund 3,7 % über dem Vorjahreswert (6,08) und 1,9 % über dem langjährigen Mittel (6,18). Für Dänemark schätzt Mars mit 5,40 t/ha einen Durchschnittsertrag der rund 4,9 % niedriger ist als 2013. Und für das Vereinigte Königreich sollen die Erträge mit 5,32t/ha knapp 6 % niedriger sein als vor einem Jahr. Den größten Einbruch erwartet Mars für Spanien um knapp 20 % auf 2,97 t/ha (Vj. 3,69).
 
Mais: Deutlich höhere Erträge in Deutschland, Frankreich und Ungarn
Mit deutlich höheren Erträgen als 2013 rechnet MARS auch im April bei Mais. Hier geht die Crop-Monitoring Agentur der EU wie schon im März von einem Anstieg der Erträge um 6,3 % auf 7,03 t/ha aus. Das langjährige Mittel (6,84) würde damit noch um 2,3 % übertroffen. Die deutschen Maiserträge sollen nach der April-Schätzung von MARS mit 9,75 t/ha knapp 19 % höher sein als im schwachen Jahr 2013 (8,21). Das langjährige Mittel (9,63) wird um 1,3 % übertroffen. Für Frankreich liegt die Ertragsprognose bei 9,32 t/ha und damit knapp 15 % höher als 2013 (8,14) und 3,5 % höher als im langjährigen Mittel (9,00). Einen Ertragsrückgang gegenüber 2013 (4,41) um 19 % auf 3,59 t/ha erwartet MARS für Rumänien und einen sehr kräftigen Anstieg der Erträge von 17 % auf 6,27 t/ha für Ungarn.
 
Raps: Etwas niedriger in Deutschland, höher in Frankreich und UK
Bei Raps liegen die Ertragsschätzungen von MARS im April mit 3,13 t/ha geringfügig über der Linie des Vorjahres (3,09) und etwas höher als im langjährigen Mittel (3,05). Die Ertragsprognose für Deutschland verfehlt den Vorjahrswert mit 3,85 t/ha lediglich um 2,6 %, liegt aber über dem langjährigen Mittel (3,77). Frankreichs Ertragsschätzung ist mit 3,40 t/ha knapp 11 % höher als 2013 (3,04). Für das Vereinigte Königreich prognostiziert MARS mit 3,52 t/ha indessen rund 18 % höhere Erträge als im letzten Jahr (2,98) und 3 % höhere Erträge als im langjährigen Mittel.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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