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EU/Ernte 2014: Noch bessere Erträge bei Weizen, Wintergerste und Raps

von , am
19.06.2014

Die kommende europäische Getreide- und Rapsernte wird überdurchschnittlich ausfallen.

© Doctorbest/fotolia.com
 
Die kommende europäische Getreide- und Rapsernte wird überdurchschnittlich ausfallen. Die Erträge dürften in etwa das sehr gute Vorjahresergebnis erreichen oder liegen sogar darüber (Weichweizen). Der langjährige Durchschnitt wird sowohl bei Getreide als auch bei Raps relativ deutlich übertroffen. Das bestätigt die Crop-Monitoring-Agentur der EU-Kommission (MARS) in ihrem aktuellen Junireport. Dabei hat es nach der satellitengestützten Auswertung von MARS im Mai vor allem auf dem Balkan und in Österreich erheblich mehr (bis zu 100 mm mehr) Niederschlag gegeben als gewöhnlich. Auch in Osteuropa und in großen Teilen Deutschlands fiel mehr Regen als im Durchschnitt der letzten Jahre. Dagegen war es im Süden und Osten Frankreichs sowie auf der iberischen Halbinsel (Spanien) und auch in Südwestdeutschland und Norditalien deutlich zu trocken.
 
Weichweizen: Deutschland stabil, Frankreich runter, Osteuropa hoch
Die Ertragsschätzung für Weichweizen in der EU 28 wurde in der Juni-Prognose von MARS gegenüber Mai nochmals leicht nach oben korrigiert. Mit 5,81 t/ha (Mai: 5,79) liegt die Ertragsprognose im Juni fast exakt auf dem Vorjahreswert (5,82) und 4,2 % über dem langjährigen Mittel (5,57). Für Deutschland erwarteten die Experten von MARS im Juni bei Weichweizen einen Durchschnittsertrag von 7,72 t/ha und damit ein ähnliches Ergebnis wie im Mai (7,70) und nur 3,5 % weniger Ertrag als im Rekordjahr 2013 (8,00). Das langjährige Mittel (7,48) wird in Deutschland jedoch um 3,2 % übertroffen. Den französischen Ertragsdurchschnitt erwartet MARS im Juni mit 7,36 t/ha etwas niedriger als im Mai mit 7,47 t/ha, jedoch  etwa so hoch wie im letzten Jahr (7,39) und 2,4 % über dem langjährigen Mittelwert (7,19). Etwa 9,1 % höhere Erträge als 2013 prognostizierte MARS im Juni mit 8,05 t/ha (Mai: 8,19 t/ha) für das Vereinigte Königreich. Auch im langjährigen Vergleich (7,49) sind die erwarteten britischen Erträge 7,4 % höher. Im Vergleich zur Maiprognose besonders deutlich nach oben ging es im Juni für Tschechien auf 5,32 t/ha (Mai: 4,38),  außerdem in Österreich auf 5,47 /ha (Mai: 5,14), in Rumänien auf 3,57 /ha (Mai: 3,48) und in Ungarn auf 4,54 /ha (Mai: 4,22). Dagegen wurden die Weichweizen-Erträge in Spanien auf 3,21 t/ha (Mai: 3,33) und Italien auf 5,22 t/ha (Mai: 5,42) nach unten korrigiert.
 
Wintergerste: Deutschland und UK nach oben, Frankreich schwächer
Bei Wintergerste geht die Crop-Monitoring-Agentur für die EU 28 im Juni von Erträgen aus, die mit 5,48 t/ha knapp 2 % höher sind als noch im Mai (5,38) geschätzt wurde. Das sehr gute Vorjahresergebnis (5,49) wird damit in etwa erreicht, während der langjährige Mittelwert (5,30) um 3,2 % übertroffen wird. Mit einem Durchschnittsertrag von 6,81 t/ha wird die Maiprogose (6,47) für Deutschland um 5,3 % nach oben korrigiert. Das ausgezeichnete Ergebnis von 2013 (6,93) verfehlt die aktuelle Ertragserwartung für Deutschland nur noch um knapp 2 %, der langjährige Durchschnittswert (6,56) wird um 3,8 % übertroffen. Für Frankreich fällt die Ertragsprognose für Wintergerste mit 6,55 t/ha rund 1 % niedriger aus als noch im Mai (6,61). Der französische Durchschnittsertrag vom letzten Jahr (6,40) wird jedoch um 2,2 % übertroffen und der langjährige Durchschnitt (6,54) wird in etwa erreicht. Im Vereinigten Königreich rechnet MARS bei Wintergerste im Juni mit Erträgen von 6,64 t/ha (Mai 6,46) und damit 3,9 % mehr als im Vorjahr (6,40) und 4,1 % mehr wie im langjährigen Durchschnitt.
 
Sommergerste: Ertragseinbruch in Spanien, stabile Situation in Deutschland
Bei Sommergerste erwartet MARS für die EU 28 im Juni einen Durchschnittsertrag von 3,90 t/ha (Mai 4,02) und damit einen noch stärkeren Rückgang (wegen Spanien) gegenüber dem sehr guten Vorjahr (4,43) von 12,1 %. Im Vergleich zum dem langjährigen Durchschnitt (3,94) wären die Erträge jedoch nur 1,1 % niedriger. In Deutschland könnten die Erträge nach der aktuellen Prognose mit 5,33 t/ha (Mai 5,34) rund 1,5 % unter dem sehr guten Vorjahresniveau (5,41) liegen. Die Ertragserwartung für Frankreich wird im Juni mit 5,93 t/ha (Mai 5,98) angegeben und damit rund 2,4 % unter dem Vorjahreswert (6,08) und 3,3 % unter dem langjährigen Mittel (6,18). Für Dänemark schätzte Mars mit 5,49 t/ha (Mai: 5,40) einen Durchschnittsertrag der rund 3,4 % niedriger ist als 2013 (5,68). Und für das Vereinigte Königreich sollen die Erträge mit 5,45 t/ha (Mai: 5,42) etwa 3,6% niedriger sein als vor einem Jahr (5,66). Den größten Einbruch bei Sommergerste gegenüber dem Vorjahr erwartet MARS in Spanien, mit knapp 29,7 % auf 2,60 t/ ha (Mai: 3,02 t/ha und Vj. 3,70).
 
Mais: Deutschland, Ungarn und Frankreich deutlich über 2013
Höhere Erträge als im Jahr 2013 erwartet MARS im Juni weiterhin beim Mais. Hier geht die Crop-Monitoring Agentur von einem Anstieg der Erträge um immerhin 7,3 % auf 7,18 t/ha (Mai: 7,08) aus. Das langjährige Mittel (6,84) würde damit um 6,0 % übertroffen. Die deutschen Maiserträge sollen nach der Juni-Schätzung von MARS mit 9,93 t/ha (Mai 9,75) 12,5 % höher sein als im sehr schwachen Jahr 2013 (8,83). Das langjährige Mittel (9,76) wird in Deutschland um 1,9 % übertroffen. Für Frankreich liegt die Ertragsprognose im Juni bei 9,09 t/ha (Mai: 9,32) und damit 3 % niedriger als im Mai jedoch noch knapp 12 % höher als 2013 (8,14) und 1,2 % höher als im langjährigen Mittel (9,00). Einen Ertragsrückgang gegenüber 2013 (4,41) um 8 % auf 4,07 t/ha (Mai: 3,79) erwartet MARS hingegen für Rumänien sowie einen kräftigen Anstieg der Erträge von 18 % auf 6,30 t/ha (Vj. 5,36) für Ungarn.
 
Raps: Weiter nach oben für Deutschland, Frankreich und UK
Bei Raps liegen die Ertragsschätzungen von MARS im Juni mit 3,21 t/ha rund 3 % höhe als im Mai (3,12) und knapp 4 % über der Linie des Vorjahres (3,10) und etwa 5 % höher als im langjährigen Mittel (3,05). Die Ertragsprognose für Deutschland wurde im Juni um 5 % auf 4,01 t/ha (Mai: 3,82) nach oben korrigiert: damit wird der Vorjahresertrag (3,95) um knapp 2 % übertroffen und das langjährige Mittel (3,77) um knapp 7 %. Frankreichs Ertragsschätzung ist mit 3,44 t/ha (Mai: 3,30) etwa 13 % höher als 2013 (3,04). Für das Vereinigte Königreich prognostiziert MARS mit 3,76 t/ha (Mai 3,64) indessen rund 26 % höhere Erträge als im letzten Jahr (2,98) und 10 % höhere Erträge als im langjährigen Mittel (3,41).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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