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FAO: Globale Agrarpreise weiter sehr niedrig

von , am
09.10.2015

Die Preise für die wichtigsten global gehandelten Nahrungsmittelrohstoffe haben sich im September 2015 ganz leicht erholt.

© kk artworks/fotolia
 
Die Preise für die wichtigsten global gehandelten Nahrungsmittelrohstoffe haben sich im September 2015 ganz leicht erholt. Das meldete die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) in ihrem monatlichen Report zur Entwicklung der globalen Agrarpreise. Grund für den leichten Preisanstieg ist die moderate Erholung der globalen Milchpreise. Ein Monat zuvor, im August, war der globale Agrarpreisindex allerdings auf den tiefsten Stand seit dem April 2009 gefallen. Im Jahr 2009 hatte die globale Finanzkrise die Märkte unter Druck gesetzt.
 
Außer bei Milch haben im September auch die Zuckerpreise etwas zugelegt. Bei den übrigen Agrarprodukten gab es hingegen wenig Veränderungen oder sogar weitere Preisrückgänge. Bestandteil des von der FAO ermittelten Preisindex sind die wichtigsten am Weltmarkt gehandelten Nahrungsmittelrohstoffe. Dazu gehören Weizen, Mais, Reis, pflanzliche Öle, Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch sowie Milchprodukte und Zucker.
 
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Milchpreise erholen sich leicht
Das erste Mal seit März 2015 sind im September die Preise für Milchprodukte gestiegen. Diese Entwicklung zeichnete sich bereits auf den letzten Auktionen der globalen Handelsplattform Global Dairy Trade ab. Bei Milchprodukten legten die Exportpreise September gegenüber dem Vormonat um 5,0 % zu.
 
Trotz der Erholung waren die globalen Exportpreise für Milchprodukte jedoch immer noch die zweitniedrigsten Preise seit August 2009 und spiegeln bei weiten nicht die Rallye an der globalen handelsplattform Global Dairy Trade wider. Nach den Daten der FAO sind die Preise für die wichtigsten am Weltmarkt gehandelten Milchprodukte trotz der Erholung immer noch 24 % niedriger als im September vor einem Jahr.
 
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Getreidepreise bleiben niedrig
Fast unverändert geblieben sind nach den Erhebungen der FAO im September die Weltmarktpreise für Nahrungsgetreide. Im Vergleich zum September des vorigen Jahres sind die Preise für Weizen, Reis und Mais durchschnittlich rund 14 % niedriger. Dabei geht FAO davon aus dass die Getreidepreise weiterhin unter Druck stehen werden denn die aktuellen globalen Ernten (insbesondere bei Weizen) sind sehr groß und die globalen Bestände befinden ebenfalls auf sehr hohen Niveau und drücken massiv auf die Preise bzw. lassen den Kursen wenig Luft nach oben.
 
Am Donnerstag (08.10) hat die FAO die globale Weizenernte auf den neuen Rekordwert von 735 Mio. t nach oben geschätzt und die Bestände auf 206 Mio. t. Die Produktion von Grobgetreide (Mais, Gerste, Sorghum) wird von der FAO auf 1306 Mio.t geschätzt und damit etwas kleiner als im Vormonat (1311 Mio. t) und auch kleiner als die Rekordproduktion aus dem Vorjahr (1330 Mio. t). Die globalen Bestände bleiben jedoch mit 268 Mio. t fast so hoch wie im vorigen Jahr mit 269 Mio. t. Die globale Reisernte schätzt die FAO mit 493 Mio. t etwa so hoch ein wie beiden beiden Jahren zuvor und die Bestände gehen moderat von 170 Mio. t auf 164 Mio. t zurück.
 
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Fleischpreise verändern sich kaum
Kaum verändert haben sich im September 2015 die internationalen Fleischpreise. Dabei gaben die von der FAO erfassten Exportpreise für Geflügelfleisch aufgrund der rückläufigen Futterkosten etwas nach, die Preise für Schweinfleisch haben sich fast nicht verändert und die Exportpreise für Rindfleisch legten etwas zu. Im Vergleich zum September des vorigen Jahres sind die Preise für Fleisch am Weltmarkt durchschnittlich um 19 % niedriger
 
Pflanzenöl unverändert niedrig
Nahezu unverändert blieben im September auch die Preise für pflanzliche Öle. Damit verharren die Exportpreise für Pflanzenöl auf dem niedrigsten Stand seit März 2009. Dabei gingen die Preise für Sojaöl im September und dem Druck des sehr großen südamerikanischen Angebotes zurück. Auch die Preise für Palmöl sind im September gefallen. Dagegen ging es wegen des kleineren Angebots mit den Preisen für Rapsöl und für Sonnblumenöl etwas nach oben. Im Vergleich zum September des vorigen Jahres sind die Preise für Pflanzenöl am Weltmarkt durchschnittlich um 17 % niedrige.
 
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Zuckerpreise leicht erholt
Um gut 3,5 % erholt sind im September die Weltmarktpreise für Zucker. Allerdings befand sich die Zuckerpreise im August auf dem niedrigsten Stand seit Dezember 2007 (!!!). Grund für die moderate Preiserholung sind die zunehmenden El-Nino-Effekte auf die Zuckerproduktion in Brasilien, den weltweit größten Exporteur. Auch in Indien beeinflusst EL-Nino den Monsun negativ und damit auch die indische Zuckerernte. Ähnliche Probleme gibt es in Thailand. Im Vergleich zum September des vorigen Jahres sind die Preise für Zucker am Weltmarkt jedoch immer noch um 26 % niedriger
 
Dr. Olaf Zinke
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