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Frankreich: Riesige Weizenernte, Maisernte sehr schwach

von , am
07.09.2015

Die französische Weizenernte ist noch größer als von den meisten Analysten erwartet wurde und erreicht mit deutlich mehr als 40 Mio. t einen neuen Rekordwert.

© Sven Brentrup/aboutpixel.de
 
Die französische Weizenernte ist noch größer als von den meisten Analysten erwartet wurde und erreicht mit deutlich mehr als 40 Mio. t einen neuen Rekordwert. Das meldet am vorigen Freitag das französische Landwirtschaftsministerium Agreste in seiner dritten Einschätzung zur Getreideernte 2015. Die Maisernte wurde im Vergleich zur Einschätzung von vier Woche leicht nach oben korrigiert, bleibt jedoch trotzdem auf dem niedrigsten Stand seit dem Jahr 2006. Die Wintergerstenernte ist nicht nur deutlich größer als im letzten Jahr sondern noch etwas größer als bei der vorigen Schätzung. Die Erntemenge bei Sommergerste blieb wie schon bei der vorigen Schätzung deutlich kleiner als 2014. Die französische Rapsernte verfehlt das Vorjahresergebnis zwar, wurde jedoch ebenfalls nach oben korrigiert.
 
Weizen-Ernte erstmals über 40 Mio. t
Die französische Weichweizenernte veranschlagt das französische Landwirtschaftsministerium Agreste jetzt auf den neuen Rekordwert von 40,76 Mio. t und damit nochmals 1,5 Mio. t größer als vor vier Wochen mit 39,26 Mio. t. Die bereits sehr gute Ernte aus dem Vorjahr von 37,4 Mio. t wird um 8,8 % oder 3,3 Mio. t übertroffen. Die durchschnittlichen Erträge werden für die Ernte 2015 auf 79,0 dt/ha veranschlagt und damit nochmals höher als vor vier Wochen mit 76,1 dt/ha erwartet wurden. Im vorigen Jahr ernteten die französischen Landwirte immerhin 74,8 dt/ha. Die Anbaufläche 2015 befindet sich mit 5,16 Mio. ha, nach 5,01 Mio. ha im Jahr 2014, ebenfalls auf einem neuen Rekordstand.
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Durum-Ernte 22 % größer als 2014
Die französische Erntemenge bei Hartweizen (Durum) schätzte Agreste im September auf 1,82 Mio. t und damit nochmals etwas größer als im August (1,76 Mio. t) und 0,33 Mio. t bzw. 22,1 % größer als im letzten Jahr mit 1,49 Mio. t. Die durchschnittlichen Durum-Erträge werden mit 56,1 dt/ha gemeldet, nach 54,3 dt/ ha in der Augustschätzung und 52,0 dt/ha im Vorjahr. Die Anbaufläche wurde 2015 um 12,9 % auf 324.000 ha ausgedehnt, nach einer Durumfläche von nur 287.000 ha im letzten Jahr.
 
Wintergerste weiter nach oben korrigiert
Die französische Wintergerstenernte schätzt Agreste im September auf 9,5 Mio. t und damit nochmals 0,1 Mio. t größer als bereits im August mit 9,4 Mio. t. Im letzten Jahr (2014) ernteten die französischen Landwirte nur 8,56 Mio. t Wintergerste und damit knapp 11,1 % bzw. 0,95 Mio. t weniger. Die durchschnittlichen Erträge wurden im September auf 73,2 dt/ha veranschlagt und damit etwas höher als im August mit 72,4 dt/ha. Im vorigen Jahr lagen die Wintergerstenerträge ebenfalls bei 68,8 dt/ ha. Dabei haben die französischen Landwirte die Anbaufläche für Wintergerste 2015 um 4,6 % auf knapp 1,3 Mio. ha ausgedehnt, nach einer Wintergerstenfläche von 1,24 Mio. ha im letzten Jahr.
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Ernte bei Sommergerste 10 % kleiner als 2014
Die Sommergerstenernte 2015 schätzt Agreste fast geringfügig größer als im August (2,8 Mio. t) auf 2,88 Mio. t und damit 0,33 Mio. t bzw. 10,4 % kleiner als im letzten Jahr mit 3,22 Mio. t. Die durchschnittlichen Erträge werden auf 64,0 dt/ha veranschlagt, nach 62,3 dt/ha in der Augustschätzung und 61,1 dt/ ha im Vorjahr. Allerdings wurde die Anbaufläche für Sommergerste im Jahr 2015 um gut 14 % auf 450.000 ha eingeschränkt, nach 526.000 ha im letzten Jahr.
 
Die französische Gesamt-Gerstenernte 2015 meldet Agreste im September auf 12,39 Mio. t und damit 0,6 Mio. t bzw. 5,2 % größer im letzten Jahr mit 11,8 Mio. t.
 
Maisernte bleibt sehr klein
Die zweite Schätzung von Agreste zur französische Maisernte liegt bei 13,72 Mio. t. Das sind zwar 0,25 Mio. t mehr als im August (13,47 Mio. t) erwartet wurden, dennoch wäre dies die kleinste französische Maisernte seit dem Jahr 2006 mit damals nur 12,9 Mio. t. Im letzten Jahr (2014) ernteten die französischen Landwirte 18,66 Mio. t Mais und damit knapp 26,5 % bzw. 4,94 Mio. t mehr. Die erwarten Mais-Erträge lagen im September bei 83,3 dt/ha nach 81,0 dt/ha im August. Im vorigen Jahr lagen die Maiserträge immerhin bei 100,8 dt/ ha und waren damit 21 % höher. Zudem haben die französischen Landwirte die Anbaufläche von Mais im Jahr 2015 um 10 % auf 1,65 Mio. ha eingeschränkt, nach einer Maisfläche von 1,85 Mio. ha im letzten Jahr.
 
Rapsernte größer als erwartet
Die französische Rapsernte 2015 meldet Agreste im September mit 5,25 Mio. t und damit 0,22 Mio. t größer als in der Augustprognose mit 5,03 Mio. t. Im Vergleich zur Rapsernte 2014 von 5,52 Mio. t wäre die neue Ernte 2015 rund 0,27 Mio. t bzw. 4,9 % kleiner. Die durchschnittlichen Raps-Erträge werden auf 35,4 dt/ha veranschlagt, nach 36,7 dt/ ha im Vorjahr. Die Anbaufläche 2015 wird mit 1,48 Mio. ha angegeben und damit 1,5 % kleiner als im Vorjahr mit 1,5 Mio. ha.
 
Dr. Olaf Zinke
 
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