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Frankreich/Getreide: Ernte größer und Qualität schlechter

von , am
14.08.2014

Frankreichs Landwirte ernten 2014 mehr Weizen, Gerste und Raps als im letzten Jahr.

© Mühlhausen/landpixel
Frankreichs Landwirte ernten 2014 mehr Weizen, Gerste und Raps als im letzten Jahr, meldete diese Woche das französische Landwirtschaftsministerium( Agreste). Gleichzeitig ist Qualität der Weizenernte in einigen Regionen des Landes schlechter als im letzten Jahr. Der Eiweißgehalt des Weizens liegt im Landesdurchschnitt allerdings bei rund 11 %. Das geht geht aus einer gleichzeitig veröffentlichen Untersuchung der staatlichen Landwirtschafts-Agentur FranceAgriMer hervor.
 
Weizenernte größer als 2013
Nach den Erntedaten des Landwirtschaftsministeriums liegt die Erntemenge bei Weichweizen etwa bei 37,3 Mio. t, nach einer Weichweizenernte von 36,7 Mio. t im letzten Jahr. Das wäre ein Zuwachs von 0,6 Mio. t oder knapp 2 %. Auch FranceAgrimer geht von deutlich schätzt die Weichweizenernte größer als 37 Mio. t und den Durchschnittsertrag auf etwa  7,5 t/ha. Das sind 0,1 t/ha mehr als im letzten Jahr und 0,2 t/ha mehr als im langjährigen Mittel. Mitte Juli hatte die privaten Analysten von Strategie Grains die französische Weichweizenernte auf 37,2 Mio. t veranschlagt. Zu der Weichweizenernte kommen nach den Daten des Landwirtschaftsministeriums Agreste noch 1,5 Mio. t Hartweizen hinzu, nach einer Hartweizenernte von rund 1,8 Mio. t im letzten Jahr. Damit erreicht die französische Gesamtweizenernte nach Agreste etwa 38,8 Mio. t, nach 38,5 Mio. t im vorigen Jahr.
 
Weizen: Eiweißgehalt bei 11 Prozent
FranceAgrimer verweist in einer ersten Untersuchung zur Qualität der (noch nicht abgeschlossenen) französischen Weizenernte auf regional sehr niedrige spezifische Gewichte beim Weizen sowie auf niedrige Fallzahlen in einigen Regionen. Diese beiden wichtigen Qualitätsparameter verweisen zum einen auf den hohen Wassergehalt/Feuchte des Weizens und auf eine relativ schwache Backqualität (Auswuchs). Zudem fällt der Eiweißgehalt des Weizens in vielen Regionen relativ niedrig aus und erreicht im Durchschnitt des Landes jedoch etwa 11 %. Proteingehalte von 11,5 % bis 12,5 % wurden bislang lediglich aus den Provinzen Auvergne, aus Burgund und aus der Region France-Comte gemeldet. Unter 11 % lagen die Eiweißgehalte dagegen in den Regionen in Nord-Pas-de-Calais, der Champagne sowie im Westen des Landes.
 
Sehr große Ernte bei Gerste und Raps
Die Erntemenge bei Gerste gibt das Landwirtschaftsministerium Agreste mit 11,7 Mio. t an. Das sind rund 1,4 Mio. t mehr als im Jahr 2013 als die französischen Landwirte 10,3 Mio. t Gerste ernteten. Dabei veranschlagt Agreste die Produktion von Wintergerste auf 8,5 Mio. t nach 7,3 Mio. t im Jahr 2013 und die Erntemenge bei von Sommergerste liegt 3,2 Mio. t nach 3,0 Mio. t im Jahr 2013. Die privaten Analysten von Strategie Grains hatten die französische Gerstenernte Mitte Juli auf 11,4 Mio. t geschätzt und damit etwas kleiner, davon waren 8,3 Mio. t Wintergerste und 3,1 Mio. t Sommergerste. Die Wintergerste weist nach FranceAgrimer gute Qualitäten und relativ hohe Erträge auf. Dagegen variieren die Qualitäten und Erträge bei der Sommergerste regional sehr stark. Die Raps-Ernte schätzt Agreste auf 5,5 Mio. t nach 4,4 Mio. t im letzten Jahr. Das ist ein Zuwachs 1,1 Mio. t.
 
Getreidepreise sind kräftig gefallen
Die Getreidepreise haben auch in Frankreich mit dem Druck aus der laufenden Ernte und von den internationalen Märkten kräftig nachgegeben. Am wichtigsten Umschlagplatz in Rouen wurde französischer Brotweizen (Großhandel) am Mittwoch (13.08) mit 173 Euro/t gehandelt. Die Preise für Futtergerste lagen fob-Rouen bei 149 Euro. Braugerste (fob Creil) wurde mit 183 Euro notiert und Raps kostete fob-Mosel 321 Euro. Die Preise für Mais der Ernte 2013 lagen fob- Bordeaux bei 155 Euro.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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