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Getreide/Ölsaaten: Getreidepreise auf Rekordjagd

von , am
07.03.2014

Die Preise für Getreide und Ölsaaten klettern an den internationalen Märkten auch am Freitag Nachmittag immer weiter nach oben.

© kk artworks/fotolia
 
Die Preise für Getreide und Ölsaaten klettern an den internationalen Märkten auch am Freitag Nachmittag immer weiter nach oben. Und an den Kassamärkten können sich die Preise diesem starken Sog nach oben nicht entziehen. Grund für die anhaltende Preis-Rallye ist die weitere Zuspitzung des Konflikts in der Ukraine wo das Regionalparlament der Krim sich für einen Anschluss an Russland und ein Referendum ausgesprochen hat. Am Terminmarkt in Paris verteuerte sich der Weizenkontrakt an Freitag Nachmittag um weitere 3 % auf fast 213 Euro und erreichte damit den höchsten Stand seit 10 Monaten.
 
Kassapreise ziehen mit nach oben
Am Großmarkt in Hamburg kostete Brotweizen am Freitag Nachmittag ebenfalls 212 Euro und damit 4 Euro mehr als am Vortag. Die Exportpreise für Brotweizen steigen fob-Ostseehafen auf 217 Euro/t bis 222 Euro/t. Ähnlich Entwicklungen waren an den Märkten für Mais und Raps zu beobachten. Mais verteuerte sich in Paris für den Junitermin um weitere 2 Euro auf 185 Euro und der August kostete fast 190 Euro. Am Großmarkt in Hamburg steigen die Maispreie bis auf 197 Euro und an den französischen Verladehäfen am Oberrhein kostete Mais 184 Euro. Die Rapspreise sind im Wochenverlauf ebenfalls kräftig gestiegen und der Maikontrakt kostete am Freitag Nachmittag in Paris bereits mehr als 415 Euro/t. Das sind rund 15 Euro mehr als zum Beginn der Woche.
 
Preisfeuerwerk an den US-Börsen
Auch dien USA steigen die Preise für Getreide und Ölsaaten weiter rasant an. In Chicago hat der Mais am Freitag Nachmittag mit den höchsten Stand seit August letzten Jahres erreicht und bewegt sich mittlerweile für die Termine Mais bis Juli nahe an der Marke 500 Ct/buschel (141,6 Euro/t) . Auch die Weizenpreise steigen immer weiter und erreichten ein neues 3Monatshoch. Der in Chicago gehandelte Weizen der Sorte Soft Red Winter kostete am Nachmittag für den Maitermin 656 Ct /bu (174 Euro) und für den Juli 667 Ct/bu (177 Euro) und der Brotweizen aus Kansas kostete 722 Ct/bu (191 Euro). Die US-Exportpreise für Weizen (fob-Golf) lagen am Mittwoch für den in Chicago gehandelten Weizen bei 283 USD/t (207 Euro) und für den Brotweizen aus Kansas bei 319 USD/t (233 Euro/t). Kräftig weiter gestiegen sind auch die Sojapreise. Starke US-Exporte (wie beim Mais) und die Trockenheit in Brasilien geben den Preisen zusätzlichen auftrieb. Am Freitag Nachmittag kostete Soja in Chicago 1448 Ct/bu und damit knapp 1 % mehr als am Vortag. Die Exportpreise lagen fob Golf für März bei 572 USD/t (418 Euro). Analysten halten mittlerweile bei Soja sogar ein neues Kontrakthoch für möglich.
 
Ukrainischer Ausfuhrrekord im Februar
Die Befürchtungen der Märkte richten sich eindeutig auf die aktuellen und künftigen Exportmöglichkeiten der Ukraine. Eine Normalisierung der politischen Situation könnte zu einem raschen und deutlichen Rückgang der Preise auf das Niveau vor der Krise führen. Aus der Ukraine meldete man für den Februar sogar einen neuen Ausfuhrrekord bei Getreide von 2,3 Mio. t. Das war die höchste monatliche Ausfuhrmenge seit Februar 2009 mit 2,1 Mio. t. Exportiert wurde im letzten Monat über 2 Mio. t Mais und nur 287.000 t Weizen. Abgewickelt wurde der Export hauptsächlich über die Häfen Odessa und Nikolaev die nicht auf der Krim liegen. Über den Hafen Odessa verließen 58,2 % des Getreides das Land und über Nikolaev 32,2 %. Üb den Schwarzmeerhafen Sevastopol wurden nur 3,6 % des Getreides verschifft und exportiert.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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