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Globale Endbestände bleiben weiter hoch

von , am
12.05.2015

Im Vorfeld des am heutigen Dienstag Abend erscheinenden USDA-Reports haben sich die wichtigsten US-Analystenhäuser mit den erwarteten Veränderungen der globalen Versorgungsbilanzen beschäftigt

© Mühlhausen/landpixel
 
Im Vorfeld des am heutigen Dienstag Abend erscheinenden USDA-Reports zur neuen Getreide- und Ölsaatenernte 2015, haben sich die wichtigsten US-Analystenhäuser mit den erwarteten Veränderungen der globalen Versorgungsbilanzen im neuen Wirtschaftsjahr bei Weizen, Mais und Soja beschäftigt. Dabei wurde wegen Vielzahl der neuen Marktdaten nicht im einzelnen auf die neuen Produktions- und Verbrauchszahlen eingegangen. Vielmehr haben die Analysten die erwarteten Veränderungen der Versorgungsbilanzen bei Weizen, Mais und Soja über die Veränderungen der globalen Endbestände geschätzt. Das Ergebnisse ist ein weiteres Anwachsen der Sojabestände und nur überraschend geringe Bestandsreduzierungen bei Weizen und Mais.
 
Weizen: Endbestände gehen nur leicht zurück
Beim Weizen gehen die Analysten in ihrer Konsensschätzung offenbar von einer relativ großen globalen Weizenernte 2015 aus. Dennoch dürfte der wegen der niedrigen Preise hohe Verbrauch die Produktion übersteigen und zu einem moderaten Abbau der globalen Weizenbestände im neuen Wirtschaftsjahr von lediglich 3 Mio. t führen. Etwas kräftiger erwartete der Internationale Getreiderat (IGC) mit etwa 6 Mio. t den Bestandsbau bei Weizen. Die wichtigsten US-Analysten gehen für die neue Saison 2015/16 bei Weizen von einem Endbestand von 194,2 Mio. t (-3,0 Mio. t) aus. Im zu Ende gehenden Wirtschaftsjahr 2014/15 waren die Weizenbestände nach einer Rekordernte auf 197,2 Mio. t angewachsen. Im Wirtschaftsjahr 2013/14 lagen die Endbestände noch bei knapp 186 Mio. t und im Wirtschaftsjahr 2012/13 waren die globalen Weizenbestände mit 175,6 Mio. t nochmals deutlich niedriger.
 
Mais: Analysten erwarten geringen Bestandsabbau
Beim Mais erwarten die Analysten (anders wie der IGC) für das neue Wirtschaftsjahr 2015/16  einen sehr moderaten Abbau der globalen Endbestände und damit einen Verbrauch der erstmals seit dem Jahr 2010/11 etwas größer ausfällt als die Produktion. Die US-Analysten gehen für die neue Saison 2015/16 beim Mais von einem lediglich um 3 Mio. t kleineren globalen Endbestand von 185,4 Mio. t aus, nach 188,5 Mio. t im noch laufenden Wirtschaftsjahr 2014/15. Im Wirtschaftsjahr 2013/14 lagen die globalen Endbestände jedoch nur bei knapp 171 Mio. t und im Wirtschaftsjahr 2012/13 sogar nur bei 135 Mio. t (schwache US-Ernte). Beim Mais erwartet der Internationale Getreiderat (IGC) wegen einer schrumpfen Produktion (USA, Europa) und steigender Verbrauchszahlen einen stärkeren Abbau der Bestände um fast 17 Mio. t.
 
Soja: Bestände wachsen auf Rekordniveau
Ein kräftiges Anwachsen der Endbestände erwarten die Analysten für das neue Wirtschaftsjahr 2015/16 bei Sojabohnen. Die US-Analysten gehen in ihrer Konsensschätzung für die neue Saison 2015/16 bei Soja von einem Anwachsen des globalen Endbestandes um 5,4 Mio. t auf 95,0 Mio. t aus, nach einem Endbestand von 89,6 Mio. t im aktuellen noch laufenden Wirtschaftsjahr 2014/15. Im Wirtschaftsjahr 2013/14 lagen die globalen Endbestände nur bei knapp 66,3 Mio. t und 2012/13 bei etwa 54,4 Mio. t. Damit würden die globalen Endbestände im nächsten Wirtschaftsjahr einen neuen Rekordwert erreichen. Im Vergleich zum Wirtschaftsjahr 2012/13 wären die Endbestände sogar 66 % (!!) größer. Sollte sich die Prognosen bestätigen, könnten die Preise für Soja (und Raps) in den nächsten Wochen erneut unter Druck geraten.
 
Dr. Olaf Zinke 
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