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Gute Perspektiven am Milchmarkt

von , am
10.01.2014

Relativ optimistisch“ schätzt der Geschäftsführer der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen, Dr. Rudolf Schmidt, die Aussichten am Milchmarkt ein.

Die EU-Kommission rechnet nur mit einem moderaten Anstieg der Milchmenge und einer Stabilisierung der Erzeugerpreise nach dem Ende des Quotensystems. © Mühlhausen/landpixel
 
„Relativ optimistisch“ schätzt der Geschäftsführer der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen, Dr. Rudolf Schmidt, die Aussichten am Milchmarkt ein. „Es sind aus unserer Sicht derzeit keine größeren Marktstörungen erkennbar. Daher gehen wir von einem guten Jahr 2014 für die Milcherzeuger aus“, sagte Schmidt während der traditionellen Jahrespressekonferenz der Landesvereinigung am 9. Januar 2014 in Krefeld.
 
Von Januar bis Oktober 2013 erhielten die Milcherzeuger in Nordrhein-Westfalen im Durchschnitt 37,23 Euro je 100 kg Rohmilch ab Hof mit 4,0 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß; das war ein außergewöhnlich guter Erlös, der um fast 21 Prozent über dem Vorjahresniveau und sogar über dem des Milchwirtschaftsjahres 2007/08 lag. Aufgrund der hohen Preise steigerten die Landwirte die Produktion. Bundesweit lag die Anlieferung von April bis November 2013 mit rund 20,34 Mio. t um 2,6 Prozent über der vergleichbaren Vorjahresmenge. Schmidt rechnet damit, dass die nationale Garantiemenge im laufenden Milchwirtschaftsjahr um 1,4 bis 1,5 Prozent überschritten wird. Eine kräftige Drosselung der Anlieferung, die notwendig wäre, um die Milchquote noch einzuhalten, ist derzeit nicht zu beobachten.
 
Schmidt hob hervor, dass die deutsche Milchwirtschaft angesichts des stagnierenden bis rückläufigen Verzehrs von Molkereiprodukten im Inland auf den Export angewiesen sei. Die Nachfrage der privaten Haushalte nach Konsummilch war von Januar bis Oktober 2013 um 4,1 Prozent niedriger als im Vorjahr. Die Butternachfrage sank um 3,9 Prozent. Bei Käse betrug das Minus 1,6 Prozent. Dass die Notierungen für Butter, Magermilchpulver und Schnittkäse aktuell dennoch deutlich über der Vorjahreslinie liegen, ist auf den florierenden Auslandsabsatz zurückzuführen. Die wachsende Weltbevölkerung und der global steigende Pro-Kopf-Verbrauch von Milchprodukten sind die Ursache. Allein von 2005 bis 2012 betrug der weltweite Mehrbedarf an Milch addiert 126 Mio. t; das entspricht etwa 90 Prozent der EU-Milchproduktion eines Jahres. Gegenwärtig wächst die globale Nachfrage jährlich um 18 Mio. t.
 
Eine wesentliche Triebfeder für die gute Konjunktur am Weltmilchmarkt ist China. Seit 2001 hat die Volksrepublik den Import von Vollmilchpulver von 41.000 t auf 403.000 t in 2012 gesteigert. Die Einfuhr von Molkenpulver wuchs von 120.000 t auf 376.000 t. Im vorigen Jahr setzte sich das Wachstum fort. Molkereiprodukte aus Deutschland sind in China besonders beliebt aufgrund ihrer hohen Qualität und Lebensmittelsicherheit. Das führte unter anderem dazu, dass die Lieferungen von deutscher H-Milch im 1-Liter-Karton im Jahr 2012 rund 47.300 t erreichten nach 18.900 t im Vorjahr und 3.300 t im Jahr 2010. Die Molkereien reagieren auf den Nachfragesog mit erheblichen Kapazitätserweiterungen vor allem zur Herstellung von Milchpulver für Säuglingsnahrung sowie von Ingredienzien für die Ernährungsindustrie, Pharmazie und Kosmetik.
 
Norbert Lehmann (leh), Redaktion agrarmanager
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