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Hessen: Erster Winterweizen geerntet

von , am
21.07.2015

In Hessen ist die Winterweizenernte angelaufen. Die anhaltende Trockenheit schlägt sich in schwächeren Erträgen nieder.

© Stefan Rampfel/landpixel
In den vergangenen Tagen wurde in Hessen der erste Winterweizen geerntet. Wie der Präsident des Hessischen Bauernverbandes, Friedhelm Schneider, gestern in einem Pressegespräch berichtete, haben die lang anhaltende Trockenheit und extreme Hitzeperioden im Juli dazu geführt, dass der Winterweizen viel zu früh abreifte und notreif wurde. Bislang lägen die gemeldeten Erträge durchschnittlich 20 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Auf mehr als der Hälfte der hessischen Getreidefläche von rund 300.000 ha wird Winterweizen angebaut.
 
Dagegen fielen die Erträge bei der Wintergerste, die in Hessen auf 71.000 ha angebaut wird, zum Teil besser aus als zunächst befürchtet, so Schneider weiter. Im Durchschnitt lägen sie nur etwa 10 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
 
Hoher Schädlingsdruck im Raps
Der hessische Winterraps hat laut Schneider ebenfalls sehr unter der Trockenheit gelitten. So sei es zur Zeit der Aussaat im August des vergangenen Jahres zu nass gewesen, während in der Blühphase das Wasser fehlte. Hinzu kam ein hoher Schädlingsdruck, zum Beispiel durch Schnecken, den Rapserdfloh und die kleine Kohlfliege. Die bisher vorliegenden Druschergebnisse liegen bis zu 25 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
 
„Der Silomais kam nach der Aussaat überhaupt nicht in die Gänge. Ihm machten die niedrigen Nachttemperaturen und das fehlende Wasser zu schaffen“, erklärte Schneider. Ob der damit verbundene Entwicklungsrückstand von etwa vier Wochen bis zur Ernte im September noch aufgeholt werden könne, sei fraglich.
 
Futterengpässe und Hagelschäden
Um Futterengpässen durch die extreme Trockenheit der letzten Wochen entgegenzuwirken, hat der Hessische Bauernverband eine Grundfutterbörse eingerichtet, die Anbieter und Nachfrager zusammenführen soll. Insbesondere nach dem ersten Grünlandschnitt sei fast nichts mehr nachgewachsen, beklagte Schneider. Er zeigte sich erleichtert über die vom Bundesrat beschlossene Ausnahmeregelung, nach der der Aufwuchs von Brachflächen zu Futterzwecken genutzt werden darf.
 
Die schweren Unwetter mit Hagel nach der Hitzewelle am ersten Juliwochenende haben nach Angaben von HBV-Präsident Schneider Getreide, Raps, Mais, Zuckerrüben, Kartoffeln, Ackerbohnen sowie Erbsen betroffen. Die Vereinigte Hagelversicherung meldete für Hessen Schädigungen auf einer Gesamtfläche von rund 8.500 ha. Etwa sieben Millionen Euro betrage der Gesamtschaden.
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