Login
News

Hohe Ertragsschätzungen für die neue Getreideernte

von , am
24.03.2015

Die Winterkulturen in Europa befinden sich Ende März in guter Verfassung und die weiteren Wachstums- und Ertragsaussichten sind vielversprechend.

© agrar-press
 
Die Winterkulturen in Europa befinden sich Ende März in guter Verfassung und die weiteren Wachstums- und Ertragsaussichten sind vielversprechend. Zu diesen Ergebnissen kommt die Crop-Monitoring-Agentur der EU-Kommission (MARS) in ihrem ersten ausführlichen Zustandsbericht in diesem Jahr. Gleichzeitig gibt MARS in seinem Report die ersten Ertragsschätzungen für die wichtigsten Getreidearten und Ölsaaten ab. Dabei liegen die aktuellen Ertragsprognosen von MARS unter den Rekordergebnissen aus dem Vorjahr, jedoch über dem langjährigen Mittelwert. Das trifft sowohl auf Winterweizen als auch Wintergerste und Raps zu.
 
Deutschland fehlt Regen, Frankreich mit Top-Konditionen
Über Deutschland berichtet MARS, dass die Niederschläge (mit Ausnahme von Norddeutschland) von Dezember bis März zu gering waren. Ganz besonders ausgeprägt ist das Niederschlagsdefizit derzeit in den Bundesländern Rheinland-Pfalz, Hessen, Thüringen und Bayern. Dennoch ist der Ausblick von MARS für Deutschland für diese Saison positiv. In Frankreich sind die Kulturen auf Grund der sehr guten bisherigen Wachstumsbedingungen und ausreichenden Niederschlägen durchweg sehr gut entwickelt. Lediglich in der südlichen Küstenregion (Languedoc) besteht ein beträchtliches Niederschlagsdefizit (Durumregion).
 
Gute Bedingungen in Polen und UK
In Polen lagen die Temperaturen seit Dezember deutlich über dem langjährigen Mittel, aber es ist ausreichend Niederschlag gefallen. Auch im Vereinigten Königreich war es etwas wärmer als im langjährigen Durchschnitt. Gleichzeitig lagen die Niederschläge im Süden und Osten des Vereinigten Königreichs etwas unter Durchschnitt und im Westen etwas darüber. Größere Niederschlagsdefizite gibt es in diesem Jahr vor allem im Westen der Iberischen Halbinsel, während die Konditionen im Osten der Iberischen Halbinsel hervorragend waren. Auswinterungsschäden hat es in diesem Winter in der Europäischen Union in geringem Umfang in Bulgarien, Rumänien, Ungarn und Polen gegeben.
 
Weichweizen: Erträge in Deutschland deutlich unter Vorjahr
Die Ertragsschätzungen bei Weichweizen liegen in der März-Prognose von MARS bei 5,79 t/ha und damit rund 4,8 % unter dem sehr hohen Vorjahreswert (6,08), jedoch 2,3 % über dem langjährigen Mittel (5,65). Für Deutschland rechnen die Experten von MARS derzeit mit einem Durchschnittsertrag von 7,65 t/ha und damit rund 11,7% weniger als die Rekorderträge aus dem letzten Jahr (8,66), jedoch etwa so viel wie im langjährigen Mittel (7,65). Den französischen Ertragsdurchschnitt erwartet MARS mit 7,38 t/ha rund 1,3 % niedriger als im letzten Jahr (7,48), jedoch 3,2 % über dem langjährigen Mittelwert (7,15). Mit 8,08 t/ha etwa 6,3 % niedrigere Erträge als 2014 (8,62) prognostiziert MARS auf den Weizenflächen im Vereinigten Königreich. Im langjährigen Vergleich (7,64) könnten die britischen Erträge jedoch 5,7 % höher sein als im Vorjahr.
 
Wintergerste: Erträge etwa im langjährigen Mittel
Bei Wintergerste geht die Crop-Monitoring-Agentur für die EU 28 von Erträgen aus, die mit 5,44 t/ha etwa 7,9 % niedriger sind als die sehr hohen Erträge im Vorjahr (5,91) und gleichzeitig geringfügig über dem langjährigen Mittelwert (5,39) liegen. Mit einem Durchschnittsertrag von 6,71 t/ha verfehlt die Ertragserwartung für Deutschland das ausgezeichnete dem Vorjahresergebnis (7,80) um 14,0 %, der langjährige Durchschnittswert (6,72) wird jedoch in etwa erreicht. Für Frankreich fällt die Ertragsprognose für Wintergerste mit 6,69 t/ha 2,5 % kleiner aus als im letzten Jahr (6,87, liegt jedoch 2,7 % über dem langjährigen Durchschnitt (6,52). Im Vereinigten Königreich rechnet MARS mit einem Wintergerstenertrag von 6,57 t/ha und damit 9,4 % weniger als im Vorjahr (7,25) und etwa so viel wie im langjährigen Durchschnitt (6,58).
 
Sommergerste: Höhere Erträge in Frankreich erwartet
Bei Sommergerste rechnet MARS für die EU 28 derzeit einen Durchschnittsertrag von 4,08 t/ha und damit einen Rückgang gegenüber dem sehr guten Vorjahr (4,17) von 2,1 %. Im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt (3,91) wären die Erträge jedoch 4,5 % höher. In Deutschland könnten die Erträge mit 5,54 t/ha rund 8,3 % unter das sehr gute Vorjahresniveau (6,05) fallen. Dagegen liegt die Ertragserwartung für Frankreich mit 6,22 t/ha rund 1,7 % über dem Vorjahreswert (6,11) und 3,2 % über dem langjährigen Mittel (6,03). Für Dänemark schätzt Mars mit 5,61 t/ha einen Durchschnittsertrag der rund 4,5 % niedriger ist als im letzten Jahr (5,88). Und für das Vereinigte Königreich sollen die Erträge mit 5,73 t/ha knapp 4,8 % niedriger sein als im letzten Jahr (6,02). Für Spanien erwartet MARS derzeit mit 2,90 t/ha (Vj. 2,67) einen Anstieg der Erträge um 8,4 %.
 
Raps: Erträge niedriger als 2014, jedoch über dem Mittel
Bei Raps liegen die derzeitigen Ertragsschätzungen von MARS mit 3,24 t/ha rund 9,4 % unter den sehr hohen Erträgen des Vorjahres (3,57), jedoch 3,7 % höher als im langjährigen Mittel (3,12). Die Ertragsprognose für Deutschland verfehlt mit 3,85 dt/ha den Vorjahrswert von 4,48 t/ha um 14,1 %, liegt jedoch leicht über dem langjährigen Mittel (3,80). Frankreichs Ertragsschätzung ist mit 3,42 t/ha etwa 6,8 % niedriger als 2014 (3,67). Für das Vereinigte Königreich prognostiziert MARS mit 3,68 t/ha ähnlich hohe Erträge wie im letzten Jahr (3,71) und 5,3 % höhere Erträge als im langjährigen Mittel (3,49).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
{BILD:631502:png} {BILD:631503:png}
Auch interessant