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Neue US-Anbaudaten lösen Preiskorrekturen aus

von , am
01.04.2015

Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) hat am Dienstag Abend mit den Daten zur Anbauentwicklung in den USA die Märkt gehörig überrascht.

© Maksymowicz/fotolia.com
 
Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) hat am Dienstag Abend mit den Daten zur Anbauentwicklung (Prospective Plantings) und den Beständen bei Mais, Soja und Weizen in den USA die Märkt gehörig überrascht. Die Folge waren heftige Preiskorrekturen bei Mais und bei Weizen sowie steigende Preise bei Soja. Dabei übertraf das USDA mit seiner Anbauschätzung bei Mais relativ deutlich die Erwartungen der Analysten, dennoch ist die Maisfläche deutlicher kleiner als im Vorjahr. In der Folge gaben die Preise am Terminmarkt nach Veröffentlichung der Daten kräftig nach. Bei Sojabohnen blieb das USDA mit seiner Anbauschätzung hingegen deutlich unter den Prognosen der Analysten. Dennoch ist die vom USDA erwartete Sojafläche ein neuer Rekordwert. Die Sojapreise legten als Reaktion auf die neuen Anbaudaten indessen zu. Beim Weizen blieb die Aussaatfläche etwas unter der Analystenschätzung sowie deutlich unter der Aussaatfläche des Vorjahres. Dabei liegt die Aussaatfläche von Sommerweizen deutlich unter den Prognosen. Dagegen übertrifft die Aussaatfläche von Winterweizen die Analysten-Schätzungen, ist jedoch deutlich kleiner als im letzten Jahr. Die Weizenpreise gaben vor allem wegen der im Vergleich zum Vorjahr relativ großen Bestände (schwache Exporte) deutlich nach.
 
Maisfläche größer als erwartet und kleiner als 2014
Die Experten des USDA schätzen die Aussaatfläche von Mais in den USA für die Ernte 2015 auf umgerechnet 36,11 Mio. ha (89,2 Mio. Acres). Im Vorfeld des USDA-Reports hatten Analysten in einer Konsensschätzung immerhin eine rund 0,2 Mio. ha kleinere Aussaatfläche von 35,91 Mio. ha (88,7 Mio. Acres) erwartet. Andererseits liegt das USDA nur wenig über der eigenen Februar-Schätzung von 36,0 Mio. ha (89,0 Mio. Acres). Im Vergleich zum letzten Jahr (2014) als die Farmer auf 36,7 Mio. ha (90,6 Mio. Acres) Mais aussäten, bedeuten die Daten des USDA einen Rückgang von 0,6 Mio. ha. Dennoch sorgt die neue Schätzung für einen kräftigen Preisrückgang. Das USDA erwartete auf Basis der im Februar geschätzten ähnlich großen Aussaatfläche von 36,0 Mio. ha (89,0 Mio. Acres) eine neue Maisernte von 345,3 Mio. t (13.595 Mio. Bu), nach dem bisherigen Produktionsrekord von 361 Mio. t (14.216 Mio. Bu) im Jahr 2014. Das wäre immerhin ein Rückgang der Produktion von 4,4 % bzw. 16 Mio. t und würde zu einem Rückgang der Endbestände um etwa 8 % auf 42,8 Mio. t führen.
 
Anbaufläche bei Sojabohnen trotz Rekord kleiner als erwartet
Bei Sojabohnen geht das USDA für die Ernte 2015 von einer Aussaatfläche von 34,25 Mio. ha (84,6 Mio. Acres) aus. Das wäre für Sojabohnen ein neuer Anbaurekord. Dennoch verfehlt das USDA mit seiner Einschätzung die im Vorfeld des Reports gemachte Analysten-Schätzung zum Sojaanbau von 34,76 Mio. ha (85,87 Mio. Acres) relativ deutlich um 0,51 Mio. ha. Die eigene Februarprognose des USDA von 33,80 Mio. ha (83,5 Mio. Acres) wird jedoch um 0,45 Mio. ha übertroffen. Außerdem wird mit der aktuellen USDA-Prognose der bisherige Aussaatrekord von 33,88 Mio. ha (83,7 Mio. Acres) aus Vorjahr um 0,37 Mio. ha übertroffen. Im vorigen Jahr (2014) hatten die US-Farmer die Rekordmenge von 108 Mio. t Soja geerntet. Das USDA hatte auf Basis der im Februar unterstellten Aussaatfläche von 33,8 Mio. ha (83,5 Mio. Acres) für 2015 eine neue Sojaernte von 103,4 Mio. t (3800 Mio. Bu) erwartet.
 
Weizenfläche etwas kleiner als erwartet und kleiner als 2014
Die Aussaatfläche bei Weizen (Sommer+ Winter) für die Ernte 2015 schätzte das USDA auf 22,43 Mio. ha (55,4 Mio. Acres). Im Vorfeld des Reports hatten Analysten in einer Konsensschätzung eine etwas größere Aussaatfläche von 22,51 Mio. ha (55,6 Mio. Acres) erwartet. Das USDA selbst hatte im Februar mit 22,47 Mio. ha (55,5 Mio. Acres) ebenfalls eine geringfügig größere Anbaufläche bei Weizen erwartet. Im Jahr 2014 hatten die US-Farmer auf insgesamt 23,0 Mio. ha (56,8 Mio. Acres) Weizen ausgesät und damit auf einer 0,57 Mio. ha größeren Fläche als das USDA für 2014 unterstellt. Die Erntemenge lag im 2014 bei 55,15 Mio. t (2026 Mio. Bu) und die Ernte 2015 hatte das USDA im Februar auf 57,85 Mio. t (2125 Mio. Bu) geschätzt.
 
Die Aussaatfläche von Winterweizen liegt nach der Einschätzung des USDA bei 16,51 Mio. ha (40,8 Mio. Acres). Die Analysten waren zuvor von 16,43 Mio. ha (40,58 Mio. Acres) und damit von einer etwas kleineren Aussaatfläche als das USDA ausgegangen. Im letzten Jahr (2014) wurde auf 17,17 Mio. ha (42,399 Mio. Acres) Winterweizen ausgesät und damit auf einer 0,66 Mio. ha größeren Fläche als das USDA jetzt für die Ernte 2015 ermittelt hat. Die Aussaatfläche von Sommerweizen (ohne Durum) liegt nach der aktuellen Einschätzung des USDA bei 5,25 Mio. ha (12,97 Mio. Acres). Die Analysten gingen von 5,36 Mio. ha (13,24 Mio. Acres) und damit von einer etwas größeren Aussaatfläche als das USDA aus. Im letzten Jahr (2014) wurde auf 5,27 Mio. ha (13,025 Mio. Acres) Sommerweizen ausgesät und damit auf einer ähnlich großen Fläche wie das USDA jetzt erwartet. Nach der Prognose von des USDA erreicht die Aussaatfläche von Durum 0,65 Mio. ha (1,6 Mio. Acres). Die Analysten hatten 0,70 Mio. ha (17,733 Mio. Acres) erwartet. Im Jahr 2014 wurde nur auf 0,57 Mio. ha (1,398 Mio. Acres) Durum ausgesät.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
 
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